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Trainer Manuel Baum hat auf Schalke wenig falsch gemacht

Kommentar Von Johannes Graf
18.12.2020

An der Sieglos-Serie von Schalke 04 trägt größtenteils der Verein selbst schuld. Er hätte den Ex-Augsburger gar nicht erst verpflichten dürfen.

Nach Markus Weinzierl ist mit Manuel Baum der zweite ehemalige Trainer des FC Augsburg bei Schalke 04 gescheitert. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass der Revierklub ein äußerst spezielles Arbeitsumfeld darstellt, in dem es sich nur schwerlich ruhig arbeiten lässt. Als der FC Schalke nach zwei Spieltagen David Wagner durch Baum ersetzte, wusste der Fußball-Bundesligist, welche Art Trainer er bekommt: einen akribischen Arbeiter, der fachlich den Ansprüchen des modernen Fußballs entspricht. Baum bereitete seine Mannschaft nach bestem Wissen vor, steckte jegliche Energie in Matchpläne und Gegnerbeobachtung.

Dass Baum seinen Job als Nachwuchstrainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für ein Engagement in der Bundesliga aufgab, war nachvollziehbar. Die Stellen in Deutschlands höchster Spielklasse sind nun mal begrenzt. Tut sich eine Chance auf, sagt niemand nein. Ganz nebenbei wird auf Schalke weiterhin ordentliches Gehalt bezahlt, daran ändern hunderte Millionen Euro Schulden nichts. Zur Not übernimmt das Bundesland Nordrhein-Westfalen eben eine Bürgschaft.

Manuel Baum scheiterte beim FC Schalke ähnlich wie beim FC Augsburg

Schalkes Ansinnen hinter Baums Verpflichtung: Ein ruhiger, kaum streitbarer Trainer war einerseits der lebhaften, kritischen Fanszene der Königsblauen zu vermitteln, andererseits stand der bodenständige Baum nicht im Verdacht, für zusätzliche mediale Aufmerksamkeit zu sorgen. Denn negative Schlagzeilen und Skandale produzieren bei Schalke 04 auf und abseits des Rasens schon genügend andere Protagonisten. Ein Ruhepol an der Seitenlinie schien da nicht verkehrt.

Baum hat wenig falsch gemacht, Schalke hat sich schlicht für einen falschen Trainer-Typ entschieden. Der 41-Jährige scheiterte auf Schalke an ähnlichen Gründen wie zuvor beim FC Augsburg. Ihm fehlte Durchsetzungsvermögen, er hat "die Kabine verloren", wie es heutzutage heißt. Wer nicht entscheidend durchgreift, dem tanzen die immer noch viel zu gut bezahlten Schalke-Stars auf der Nase herum. Pädagoge Baum steht nicht unbedingt für unpopuläre, harte Maßnahmen. Außerdem gilt er nicht als erfolgreicher Abstiegskämpfer unter den Bundesliga-Trainern, sondern als langfristiger Entwickler. Doch diese Zeit bekommen im Profigeschäft nur die wenigsten.

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19.12.2020

@ Maja S, ein Spiel selbst anzuschauen, ist besser als sich an kickerbewertungen zu orientieren: der fca geriet gg Düsseldorf wg eines üblen Giefer-Patzers in Rückstand und nur weil die Mannschaft damals (noch!) Rückgrat hatte, war ein Sieg möglich. Im 2. Spiel verschuldet G. kurz vor Abpfiff den Ausgleich Gladbachs. Z.Zt darf er nicht mal beim 18ten der 2. Liga ran. Nicht vergessen, Giefer ist der Torwart, den Herr R. als Ersatz für Hitz geholt hat.

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19.12.2020

@ Wolfgang L,
Sie verwechseln da etwas. Ihr hervorragender Trainer Baum hat sich aufgrund seines "Bauchgefühls" (statt auf sportliche Leistung zu achten!) für Giefer und gegen Luthe entschieden und diese Entscheidung erst nach 4 katastrophalen Spielen Giefers weinerlich korrigiert. Damit begann die massive Krise unseres fca, bis schließlich dem "Stinkstiefel" Hinteregger der Kragen platzte und er die Inkompetenz Baums öffentlich ansprach, wie es jetzt übrigens auch einige Schalker Spieler machten. Uns allen wäre viel erspart geblieben, wäre Baum nach dem Scheitern seiner grandiosen Bauchentscheidung entlassen worden (jeder, der ein bisschen Fußballverstand hat, wusste, dass es eine Frechheit war, Giefer gegenüber Luthe zu bevorzugen). Im Übrigen wusste das der ehemalige Torhüter Baum natürlich auch; das kreide ich ihm noch mehr an - dass er offensichtlich aus Unterwürfigkeit gegenüber Reuter so gehandelt hat.

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19.12.2020

Also zunächst ist Giefer kein schlechter Torwart. Ihm war zu verdanken, dass Fortuna Düsseldorf nach dem Aufstieg so eine starke Hinrunde spielte. Allerdings neigt er zu Patzern und scheint kein gutes Nervenkostüm zu besitzen. Böse Aussetzer passieren jedem Torwart mal (sogar Manuel Neuer auch TerStegen auch Baumann...), aber an Giefer scheinen sie zu sehr zu nagen.
Ob Baum seinem Chef einen Gefallen tun wollte als er Giefer Luthe vorzog oder ob er im Training ein paar Nuancen gesehen hat, die ihn Giefer bevorzugen ließen, können Sie nicht wissen.

Wissen hätten Sie allerdings können, dass Giefer keine vier katastrophalen Spiele gemacht hat, nachdem sich Baum auf ihn festlegte. Vielmehr hat man mit ihm im Tor 2:1 in Düsseldorf gewonnen und daheim gegen Gladbach 1:1 gespielt. Beide Male bekam er die Kickernote 3. Erst beim dritten Spiel in Mainz patzte er zweimal hintereinander und verlor uns das Spiel. Im Heimspiel gegen Bremen erfolgte wieder ein kapitaler Fehler, woraufhin ihn Baum dann durch Luthe ersetzte.

Warum man einen Trainer entlassen sollte, weil ein Spieler versagt, müssten Sie schon näher erläutern

Wieso eine Mannschaft durch Torwartfehler, die nach dem vierten Spieltag durch den Wechsel der Torhüter passé waren in einen Abwärtsstrudel geraten hätte sollen, müsste Herr L. erklären.

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19.12.2020

Richtig: Schalke hat sich mit Baum für den "falschen Trainer-Typ entschieden". Falsch: Baum ist kein "langfristiger Entwickler" unter den Bundesliga-Trainern. Richtig: Er hat kein Durchsetzungsvermögen. Also ganz einfach: Er kann Bundesliga nicht! Allenfalls Jugend-Mannschaften! Die Schalker hätten nur mal beim Augsburger Publikum nachfragen müssen!

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19.12.2020

Nie hat der FCA einen attraktiveren Fußball gespielt als in der Saison 18/19 unter Baum. Leider fing dann Torwart Giefer an zu patzen und aus der dadurch ausgelösten Abwärtsspirale kam die Mannschaft nicht mehr heraus. Zudem hatten wir damals einen österreichischen Stinkstiefel namens Hinteregger in der Mannschaft.

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18.12.2020

Denen hilft kein Trainer der Welt. Die müssen mal erkennen dass mehr als Abstiegskampf nicht drin ist.

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18.12.2020

Den Schalkern würde der Abstieg ganz gut tun. Der HSV hat vorgemacht, wie das geht.

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18.12.2020

Vollkommen richtig. Nur eine Radikalkur hilft da. Ein Verein der noch von 1958 träumt und bei dem viele mitreden, aber nichts beitragen, muss letztendlich gegen die Mauer fahren, um danach wieder aus der Asche zu steigen.
Manuel Baum war wohl der letzte Märtyrer, der sich dafür schlachten ließ.

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