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Regionalliga

12.06.2017

Wie 1860 München seine Mannschaft nun komplett umbaut

Der neue Cheftrainer des TSV 1860 München: Daniel Bierofka.
Bild: Sven Hoppe, dpa

Mit einer Rumpftruppe starten die Löwen in die Regionalliga-Vorbereitung. Der Streit mit Ismaik überlagert alles. Jetzt geht auch noch Trainer Bierofka auf Konfrontationskurs.

1860 München und die Regionalliga Bayern – für die Löwen ist das nun ein schmerzlicher Fakt. Und dennoch scheint es, als ob sich der Verein immer noch schwer damit tut. Im Fanshop der Sechziger neben der Geschäftsstelle in der Grünwalder Straße wirbt ein Plakat von Sascha Mölders für das Zweitligatrikot, es gibt T-Shirts mit dem Konterfei von Ivica Olic zu kaufen. Der Kühlschrank im Presseraum ist ausgeschaltet und nur mit einer Handvoll Getränken befüllt, die zum Teil schon angebrochen sind. Aufbruchstimmung sieht anders aus. Einer der Pressefotografen, die an diesem Vormittag zum Trainingsstart gekommen sind, sagt: "Auf dem Weg hierher habe ich mich gefühlt, als ob ich einen Kranken besuche, der auf der Intensivstation liegt."

Den Kern der 1860-Mannschaft bildet nun die U21

Der Presseraum des Vereins war am Montag hingegen voll wie selten. Der neue Cheftrainer Daniel Bierofka und Geschäftsführer Markus Fauser stellten den neuen, 26 Mann großen Kader vor. Mit Max Engl, Moritz Heinrich, Nicolas Helmbrecht und Nico Karger sind nur noch vier Spieler dabei, die vergangene Saison zeitweise bei den Profis mittrainierten. Den Kern bildet die U21, Vizemeister in der Regionalliga. Dazu kommen vier A-Jugend-Spieler. Alle anderen wie Sascha Mölders sind weg – sie besaßen einen Vertrag, der nur für Liga eins und zwei gegolten hatte.

Zusammen mit Wolfgang Schellenberg, den Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, hat Bierofka die Mannschaft zusammengestellt. Die Zeit drängt: Schon am 13. Juli startet die Regionalliga in die Saison. Bierofka erhofft sich von den neuen Löwen ein anderes Auftreten als die bisher: "Wir wollen, dass sich die Spieler mit dem Verein und seinen Werten identifizieren." Das war unter seinem Vorgänger Vitor Pereira zuletzt offenbar nicht mehr der Fall: "In den Wochen, in denen ich bei den Profis war, habe ich eine tote Mannschaft vorgefunden." Pereira hatte auf einer Trainer-Tagung in Portugal zuletzt gesagt: "Der Kader hatte nichts von dem, was ich mag."

Vielleicht kehrt Ex-Löwe Timo Gebhart wieder zurück

Auch wenn die meisten Spieler die Regionalliga schon kennen, erwartet Bierofka nun eine schwierige Umstellungsphase: "Wir sind jetzt nicht mehr die U21, sondern der TSV 1860 München." Wenn es nach ihm geht, sollen noch drei, vier erfahrene Spieler kommen – wahrscheinlich ist Ex-Löwe Timo Gebhart einer davon. Mit ihm befinde man sich "in guten Gesprächen".

Gespräche will Geschäftsführer Fauser in den kommenden Tagen auch mit der Stadt München und dem FC Bayern als Vermieter führen – Thema ist der Auszug aus der ungeliebten Allianz-Arena: "Unser erklärtes Ziel ist es, im Grünwalder Stadion zu spielen." Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll der Antrag für die Regionalliga eingereicht werden. Fauser ist sich sicher, dass dieser genehmigt wird. Einen Budgetplan gibt es für die kommenden zwei Jahre – detaillierte Zahlen wollte er aber noch nicht nennen.

Mai 2017: Polizisten formierten sich vor dem 1860-Fanblock. Beim Relegationsspiel gegen Regensburg kommt es zu Ausschreitungen, Zuschauer werfen Eisenstangen und Sitzschalen aufs Spielfeld. Die Partie wird für rund 15 Minuten unterbrochen, ein Abbruch droht. Am 30. Mai 2017 um 20.01 Uhr steht fest: Die Löwen steigen in die 3. Liga ab.
14 Bilder
Der Niedergang des TSV 1860 München in Bildern
Bild: Peter Kneffel/dpa

Wie es mit 1860-Großinvestor Hasan Ismaik weitergeht, ist völlig offen

Das größte Fragezeichen bleibt bei 1860 die Frage nach dem Investor. Ein persönliches Gespräch mit Hasan Ismaik habe Fauser bislang nicht führen können, will das aber schnell nachholen: "Wie es da weitergeht, ist völlig offen." Ismaik hatte Fauser nach seiner Ernennung zum Geschäftsführer angegriffen: Dessen einzige Qualifikation, so der Jordanier, sei das Insolvenzrecht. Dem widersprach Fauser: "Es ist nicht unser Ziel, auf einen Insolvenzantrag hinzuarbeiten."

Die Zukunft führt 1860 nun an Orte wie Schalding-Heining, Pipinsried oder Buchbach. Bierofka bemüht sich, eine Aufbruchstimmung zu erzeugen: "Es sind kleinere Stadien – wenn es überhaupt Stadien sind. Aber man ist viel näher dran. Und es wird was los sein. Jeder Verein freut sich, wenn wir vorbeischauen. Und wir müssen schauen, dass wir ihnen die Freude nehmen."

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