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Champions League

10.08.2020

Zwei Corona-Fälle bei Leipzig-Gegner Atlético Madrid

RB-Leipzig-Gegner Atletico Madrid meldet zwei Corona-Fälle. Ob es sich um Spieler handelt, ist unklar.
Bild: dpa

Atlético Madrid meldet zwei Corona-Fälle - vier Tage vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen RB Leipzig. Es ist unklar, ob es sich um Spieler handelt.

Nur drei Tage vor dem Viertelfinale der Champions League gegen RB Leipzig haben zwei Coronavirus-Fälle die Vorbereitung von Atlético Madrid lahmgelegt. Statt am Montagabend die Reise nach Lissabon anzutreten, steckte der über 90 Personen umfassende Tross des spanischen Spitzenclubs in Madrid fest und wartete angespannt auf die Ergebnisse einer kurzfristig durchgeführten Testreihe. Obwohl die UEFA den Fall nicht dramatisieren wollte, war die planmäßige Austragung des Spiels gegen RB zunächst unklar.

Denn nach übereinstimmenden spanischen Medienberichten soll es sich bei den am Sonntagabend von Atlético vermeldeten Fällen um zwei Spieler handeln. Der Club äußerte sich dazu mit Verweis auf die Privatsphäre nicht. Die beiden Personen seien umgehend isoliert und in häusliche Quarantäne geschickt worden. Laut spanischer Presse befürchtet man bei Atlético allerdings weitere positive Fälle. Die Ergebnisse sollten bis Montagabend vorliegen.

Atlético Madrid gegen RB Leipzig: Droht eine Verschiebung des Champions-League-Viertelfinales?

Da wollte die Mannschaft von Trainer Diego Simeone längst im Flieger nach Lissabon sitzen. Am Dienstag sollte auf dem Benfica-Campus in Seixal trainiert werden, einen Tag später dann im Stadion José Alvalade, wo am Donnerstag (21.00 Uhr/Sky) das Viertelfinale gegen Leipzig stattfinden soll. RB erreichte die Nachricht am Sonntag im Teamhotel in Estoril beim Abendessen. Offiziell äußern wollten sich Club-Vertreter auf dpa-Anfrage allerdings nicht.

Der europäische Fußball-Verband UEFA bemühte sich in einer ersten Stellungnahme darum, die Situation zu beruhigen. Derzeit sieht man offenbar keine Veranlassung für eine Verschiebung oder gar Absage des Spiels am Donnerstag, hieß es. Laut der gängigen Regularien der Fußball-Königsklasse würde Leipzig ins Halbfinale einziehen, sollte Atlético nicht antreten können.  

Klar war zunächst nur, dass im Fall von Atlético das Aktionsprotokoll der UEFA greift, dass zunächst eine erneute Testung vorsieht. Danach wird es unübersichtlich. Denn die offiziell formulierten UEFA-Regeln mit den durch die Corona-Krise notwendigen Ergänzungen gelten eigentlich erst ab der kommenden Saison. Demnach könnte eine Mannschaft antreten, sofern sie über mindestens 13 Spieler - darunter einen Torhüter - verfügt. Allerdings bedarf die Durchführung des Spiels auch der Zustimmung der lokalen Gesundheitsbehörde, was in diesem Fall die von Lissabon wäre.

Grundsätzlich bestünde wohl auch die Möglichkeit, das Spiel zu verlegen. Das wäre allerdings nur ohne Beeinträchtigung des Gesamtzeitplans möglich, der ohnehin schon eng getaktet ist. Nach den Viertelfinals vom 12. bis 15. August geht es am 18./19. August mit den Halbfinals weiter. Das Endspiel ist für den 23. August angesetzt.

Atlético könnte ein oder zwei Tage später gegen Leipzig spielen, allerdings hätte der Sieger des Spiels noch weniger Regenerationszeit als der Halbfinal-Gegner. Denn das erste Viertelfinale zwischen Paris Saint-Germain und Atalanta Bergamo findet bereits am Mittwoch statt.

Faktisch ist es für beide Teams eine schwierige Situation. Atlético weiß nicht, ob es überhaupt anreisen darf. Und Leipzig wartet unter der Sonne Portugals auf einen Gegner, der womöglich nicht kommt und muss trotzdem die Spannung hoch halten. 

Bayern Münchens Trainer Hansi Flick hatte schon vor den positiven Fällen bei Madrid gewarnt. "Wir müssen wirklich vorsichtig sein", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in einem Gespräch noch vor dem Bekanntwerden der aktuellen Situation bei Leipzigs Gegner. Der deutsche Rekordmeister bereitet sich an der Algarve auf sein Viertelfinale gegen den FC Barcelona am Freitag (21.00 Uhr/Sky) vor. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: Bayern ohne Pavard nach Portugal - Coman mit an die Algarve

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