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In der auf Eis gelegten DEL geht der Trend zum Leihspieler

Kommentar Von Milan Sako
14.10.2020

Reimer nach Kaufbeuren, Müller nach Kassel - die Klubs lassen ihr Spitzenpersonal in andere Ligen ziehen. Die Zukunft der Liga ist derweil ungewisser denn je. 

Die Hanteln in die Höhe stemmen und einsam durch den Wald joggen, stählt den Körper. Und macht Freude. Heute, morgen, übermorgen, aber irgendwann ist es dann mal gut. Wer Mannschaftssport gewöhnt ist, vermisst die Kumpels und den Duft von Freiheit und Abenteuer, den eine Umkleide voll schweißgetränkter Polyester-Trikots verströmt. So oder ähnlich muss es Patrick Reimer ergangen sein. Seit Monaten hat der Silbermedaillengewinner von Pyeongchang 2018 alleine vor sich hin trainiert, um sich fit zu machen – ja für was denn eigentlich? Der Start in der Deutschen Eishockey-Liga war ursprünglich für den 18. September angesetzt. Wurde dann auf den 13. November verschoben und ist nun für den 18. Dezember geplant, noch. Keiner weiß, ob die Eishackler dann doch erst am 1. Januar loslegen.

Der 37-jährige Reimer hat nicht mehr so viele Eishockey-Jahre vor der Brust

Doch Reimer, 37, hat nicht mehr viele Eishockey-Jahre vor der Brust. Der in Nürnberg angestellte Profi entschied sich zum Zweitligisten ESV Kaufbeuren auszuweichen. Am 6. November will die DEL2 den Punktspielbetrieb starten. Der aus Mindelheim stammende Ex-Nationalstürmer kehrt zu seinen Wurzeln zurück.

In der auf Eis gelegten DEL geht der Trend zum Leihspieler. Kölns Nationalverteidiger Moritz Müller hält sich in Kassel fit, Straubing lässt Torwart Eriksson ziehen. Mannheim gewährt Stürmer Best einen Ausflug nach Schweden. Die Detroit Red Wings fordern Verteidiger Moritz Seider aus Mannheim an. Weil in Deutschland nichts geht, beordert der NHL-Klub seinen Angestellten zurück.

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Zeigt die DEL Auflösungserscheinungen?

Sind das die Auflösungserscheinungen einer Liga? Noch vor kurzem schüttelte die Konkurrenz vom Handball oder Basketball den Kopf über die zögerlichen DEL-Bosse. Angesichts steigender Infektionszahlen in Europa und Deutschland könnten die eiskalten Funktionäre doch alles richtig gemacht haben. Tschechien unterbricht die Extra-Liga, in der Schweiz müssen komplette Mannschaften in Quarantäne, was den Spielplan ins Chaos stürzt.

Die DEL wartet weiter ab. Immer wahrscheinlicher: Die höchste deutsche Eishockey-Liga tritt gar nicht zum Eröffnungsbully an.

Lesen Sie dazu auch: Saisonstart in Gefahr: DEL klammert sich an den Dezember

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast mit Leo Conti von den Augsburger Panthern an, den wir im Sommer aufgenommen haben:

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