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Der AEV in der CHL: Finanziell ein Minus - und trotzdem ein Gewinn

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Kommentar Von Andreas Kornes
01.09.2019

Auswärtsspiele in der CHL sind für die Augsburger Panther finanziell noch ein Minusgeschäft. Warum sie sich für den Verein trotzdem lohnen.

Besser könnte der Unterschied zwischen Fußball und Eishockey kaum dokumentiert werden, als wenn man sich die jeweilige Königsklasse genauer anschaut. Champions League nennt sich die eine, die andere hat noch schnell ein Hockey zwischen Champions und League geklebt. Im Fußball hat sich der Wettbewerb der besten europäischen Klub-Mannschaften zu einem Milliarden-Geschäft entwickelt. Von 1955 bis 1992 hatte sich der elitäre Zirkel noch Europapokal der Landesmeister genannt.

Allein diese lange Zeitspanne zeigt einen wesentlichen Unterschied zum Eishockey, denn die CHL geht gerade erst in ihre sechste Saison. Diverse Vorgängerprojekte waren gescheitert. Und auch der neueste Versuch mit dem wohlklingenden Namen hat noch erhebliche Anlaufschwierigkeiten. Aus Sicht der Vereine am bedenklichsten ist, dass sie am Anfang erst einmal ordentlich draufzahlen. Die Reisekosten fressen die garantierten Einnahmen schnell auf. 40.000 Euro Antrittsprämie bekommen die 32 Teilnehmer, dazu kommt ein magerer Reiskostenzuschuss von 12.500 Euro.

Spiele in der Champions Hockey League haben eine extreme Strahlkraft

Im Fußball würde dafür nicht einmal der Mannschaftsbus aus der beheizten Garage gefahren. Dort gehen ebenfalls 32 Mannschaften an den Start, allein fürs Dabeisein gab es vergangene Saison jeweils 15,25 Millionen Euro. Dazu kamen 2,7 Millionen Euro pro Sieg in der Gruppenphase und 900.000 Euro für ein Unentschieden. Zum Vergleich: Der Etat der Augsburger Panther, die in dieser Saison neben Mannheim und München in der CHL spielen, beträgt rund 6,5 Millionen Euro.

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Trotzdem gibt es Gemeinsamkeiten, die augenfälligste abseits des Spielfeldes, respektive Eisfläche. Für einen Klub wie die Augsburger Panther (oder auch den FC Augsburg seinerzeit in der Europa League) sind derart außergewöhnliche Ereignisse wie das Spiel in Belfast viel mehr Wert, als ein Minus in der Reisekasse. Sie fördern die ohnehin schon ausgeprägte Fankultur und entfalten eine extreme Strahlkraft weit über das Curt-Frenzel-Stadion hinaus. Wer die Begeisterung und Freude gesehen hat, mit der die AEV-Anhänger auf den Straßen und in den Pubs von Belfast gefeiert haben, der kann erahnen, dass die Geschichte dieses Auswärtsspiels noch viele Jahre erzählt werden wird. Beim FCA ist die Reise nach Liverpool längst ein Teil der DNA des Klubs geworden.

Die Mannschaft hat die Fans belohnt

Es ist der Reiz des Neuen, der über 1000 Augsburger nach Belfast gelockt hat. Sie wollten bei etwas dabei sein, das es so nicht mehr geben wird. Wie passend, dass die Mannschaft diese Begeisterung registriert und mit zwei Siegen in Luleå und Belfast belohnt hat. Selbst für den Buchhalter der Panther gibt es angesichts der bisher gezeigten Leistungen einen Hoffnungsschimmer. Spätestens ab dem Viertelfinale lohnt sich selbst im Eishockey die Teilnahme an der Champions Hockey League. Denn ab dann nehmen die Klubs mehr ein, als sie ausgeben müssen.

Lesen Sie dazu auch: Modus, Startplätze und Play-offs: Alles zur CHL

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