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Eishockey
28.11.2017

Die Augsburger Panther haben den Biss verloren

Vor ihren Heimspielen kommen die Augsburg-Profis durch ein überdimensionales Panther-Maul aufs Eis. Zuletzt gab es danach aber nur noch wenig Erfreuliches zu sehen.
Foto: Siegfried Kerpf

Nach vier Niederlagen in Folge ist Augsburg auf den vorletzten Platz der DEL abgestürzt. Hauptgrund ist die schwächelnde Offensive. Heute gastiert der AEV in Mannheim.

Training am Tag nach der 1:4-Pleite gegen Krefeld. Mike Stewart lässt Torschüsse üben. Zuspiel: Schlagschuss. Zweites Zuspiel: Alleingang auf den Torwart, Abschluss. Danach Schlagschuss von der blauen Linie, vor dem Tor fälscht ein Stürmer den Puck ab. Auf der anderen Seite der Bande fährt der Eismeister vor, um das Eis für die nachfolgenden Gruppen zu präparieren, die Trainingszeit ist eigentlich schon beendet. Stewart aber lässt weiter Torschüsse trainieren. „Eine Minute noch“, ruft er über die Bande. Dann ein Pfiff. Das Training ist beendet.

In der Kabine steht das Mittagessen bereit. Vor der Tür beladen die Betreuer den Mannschaftsbus. Nach dem Essen bricht die Mannschaft nach Mannheim auf, wo heute Abend (19.30 Uhr) schon das nächste Spiel ansteht. Stewart sieht es als nächste Chance, seine Mannschaft aus der Krise zu führen, in der sie gerade bis über beide Ohren steckt. Von den eigenen Fans, die es bis zur Schlusssirene im Curt-Frenzel-Stadion ausgehalten hatten, gab es am Sonntag ein gellendes Pfeifkonzert. Stewart hat dafür Verständnis, sagt aber auch: „Keiner ist mehr frustriert als ich.“

Augsburger Panther: "Beißen und kämpfen bis zum Schluss"

Auch er hat registriert, dass seine Mannschaft nach dem zweiten Gegentreffer im letzten Drittel regelrecht auseinandergefallen ist. „Ich sage nicht, dass wir aufgegeben haben. Aber wir waren auf einmal passiv und ein bisschen geschockt.“ In genau dieser Situation müsse jedoch genau das Gegenteil passieren. „Wir hatten sieben Minuten auf der Uhr. Da müssen wir noch aggressiver werden.“ Er hat ein mentales Problem bei seiner Mannschaft ausgemacht. „Wir müssen daran glauben, dass wir zurückkommen können. Wir müssen beißen und kämpfen bis zum Schluss.“

Genau das sei aber nicht passiert, was auch die Zahlen beweisen. Im ersten Drittel gegen Krefeld fuhren die Panther 21 Checks fertig, „und wir haben das Spiel dominiert“, so Stewart. In den anderen beiden Dritteln waren es zusammen noch 18. Das Ergebnis ist bekannt.

Im ersten Drittel gegen Krefeld fuhren die Panther 21 Checks fertig, „und wir haben das Spiel dominiert“, so Stewart.
Foto: Siegfried Kerpf

Ein Blick in die Statistik zeigt aber noch diverse andere Probleme: Schlechtestes Unterzahlspiel der Liga, schlechteste Bully-Quote. Ein Problem allerdings ist neu: Das Überzahlspiel, bislang die Stärke der Panther, hat seine Durchschlagskraft verloren. Inklusive Krefeld warten die Augsburger seit vier Spielen (35 Minuten) auf einen Treffer mit einem Mann mehr. Der letzte Überzahltreffer gelang Trevor Parkes beim 7:4-Sieg gegen Köln. Es folgten die Niederlagen gegen Wolfsburg (3:5), Ingolstadt (1:2 n.P.), Bremerhaven (1:2) und Krefeld (1:4), begleitet vom Absturz auf den vorletzten Tabellenplatz.

AEV trifft heute auswärts auf Mannheim

Aus einer produktiven Tormaschine ist ein Sparprogramm geworden. „Es ist nicht so, dass sich die Jungs nicht bemühen. Denn dann würden wir uns gar keine Chancen erarbeiten. Aber wir müssen noch härter kämpfen, um das Glück wieder auf unsere Seite zu zwingen“, fordert Stewart. Für ihn gehe es jetzt darum, die Mannschaft von den jüngsten Negativerlebnissen abzulenken. „Wenn ich sage, du sollst nicht an einen rosa Elefanten denken, denkst du genau daran. Wir müssen daran denken, wo wir uns verbessern können und am einfachsten geht das über die Zweikämpfe.“

In Mannheim erwartet die Panther eine der am besten besetzten DEL-Mannschaften, die momentan aber nur Platz sieben belegt. Im AEV-Tor wird dort wieder Ben Meisner stehen. „Er hat gut gespielt und ich will ihn dafür belohnen.“ Fehlen werden weiter Scott Valentine, Steffen Tölzer und Hans Detsch.

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