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Eishockey

10.10.2019

Ex-AEV-Trainer Mike Stewart: "Ich will keine Ausreden suchen"

Steht nach dem schwachen Saisonstart in Köln unter Druck: Mike Stewart trifft am Freitag auf seinen ehemaligen DEL-Klub Augsburger Panther.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Seit dieser Spielzeit trainiert Ex-Panther-Coach Mike Stewart die Kölner Haie. Ein Gespräch über die Unterschiede der Klubs und das Wiedersehen am Freitag.

Herr Stewart, seit Sommer sind Sie bei den Kölner Haien als Cheftrainer engagiert. Wie schnell haben Sie sich in Ihrer neuen Wahlheimat am Rhein eingelebt?

Stewart: Das war relativ leicht. Das Arbeitsumfeld ist sehr gut, sehr professionell. Ich hatte zwar vorher auch schon ein bisschen was von der Stadt gesehen. Aber jetzt als Einwohner bekommt man sehr viel mehr mit. Es ist meine erste Station in einer europäischen Großstadt. Das ist schon was anderes als in Augsburg.

Was sind denn die größten Unterschiede zwischen den Kölner Haien und den Augsburger Panthern?

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Stewart: In Köln ist alles einfach größer. Die Arbeit selbst ist ähnlich, denn in Augsburg wird auch anständig gearbeitet. Aber das Drumherum vom Merchandising bis zur Öffentlichkeitsarbeit ist viel umfangreicher. Es gibt zum Beispiel vor dem Spiel gegen Augsburg jede Menge Interview-Anfragen. Insgesamt ist es nicht besser oder schlechter – es ist einfach eine andere Atmosphäre.

Pflegen Sie immer noch engere Kontakte zu Ihrer alten Wahlheimat Augsburg? Zu Ihrem ehemaligen Assistenten Tray Tuomie beispielsweise, der Sie bei den Panthern als Cheftrainer beerbt hat?

Stewart: Ich telefoniere regelmäßig mit Tray oder wir schreiben uns bei WhatsApp. Wir sind gute Freunde. Das wird immer so bleiben, auch am Freitag, wenn wir gegeneinander spielen. Ich bin jetzt ein Hai, er ist ein Panther, und es wird zur Sache gehen. Trotzdem bleiben wir aber weiterhin Freunde – außer während des Spiels.

Augsburg und Köln verbindet momentan ein eher bescheidenes Punktekonto in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Acht Zähler nach neun Spieltagen sind hier wie dort zu wenig. Wo hakt es bei den Haien?

Stewart: Uns hat das Verletzungspech früh in der Saison erwischt. Immerhin kommen jetzt einige Spieler zurück, das hilft natürlich. Aber bei uns waren zeitweise fünf Leistungsträger verletzt. Das wirkt sich auf die Eiszeiten der anderen Spieler und deren Belastung aus. Zudem hatten wir von den ersten sieben Partien fünf auswärts. Unsere Offensive ist in der Torproduktion ein bisschen kalt geworden und so weiter und so fort. Ich will keine Ausreden suchen, das ist nicht meine Art, aber alles zusammen haben uns diese Faktoren natürlich nicht geholfen. In letzter Zeit haben wir gutes Eishockey gespielt und sind dafür nicht belohnt worden. Jetzt müssen wir einen Weg aus unserer Situation heraus finden.

Wie genau haben Sie verfolgt, was Ihre ehemalige Mannschaft aus Augsburg macht?

Stewart: Ich weiß, dass sie viele enge Partien verloren hat. Das zeigt, dass sie gut spielen. Und es ist etwas, was wir auch in Köln erlebt haben. Unsere Geschichten sind in dieser Saison bislang ähnlich. Das Gute ist, dass die Saison noch relativ jung ist. Beide Mannschaften wissen, dass sie gutes Eishockey spielen können.

Am Freitag spielen Sie mit Ihrem neuen gegen Ihren ehemaligen Klub (19.30 Uhr). Hätten Sie gedacht, dass Ihr Wiedersehen mit Augsburg das Spiel des Tabellenzwölften gegen den Tabellendreizehnten ist?

Stewart: Nein, nicht wirklich. Aber Eishockey ist immer für eine Überraschung gut.

Für beide Mannschaften geht es in diesem Kellerduell um viel. Was für eine Partie erwarten Sie?

Stewart: Es wird hart umkämpft werden. Beide Mannschaften haben Qualität im Kader. Sie sind von der Spielweise sehr ähnlich. Ich glaube, die Tagesform wird eine große Rolle spielen. Wir erwarten eine sehr harte Partie. Augsburg kann Eishockey spielen.

Wird es für Sie eine besondere Begegnung, oder ist es letztendlich nur eines von 52 Ligaspielen?

Stewart: Das ist schon etwas Besonderes für mich. Ich habe vier schöne Jahre in Augsburg verbracht. Ich habe diese Zeit in guter Erinnerung. Andererseits ist es ein Eishockeyspiel und mein Fokus liegt auf meiner Mannschaft und wie sie sich präsentiert.

Während Ihrer Augsburger Zeit gab es auch manche schlechte Phase. Derzeit durchleben Sie in Köln eine schwierige Zeit. Haben Sie das Gefühl, dass das Umfeld in Köln anders darauf reagiert als jenes in Augsburg?

Stewart: Vom Management her ist es in Köln relativ ähnlich, alle bewahren die Ruhe. Klar wollen die Fans in beiden Städten etwas anderes sehen, was ich auch verstehen kann. Aber jede Mannschaft geht durch diese Phasen. Das ist die Realität in unserem Geschäft. Die Frage ist immer: Wie kommt man wieder raus? Mit harter Arbeit, Entschlossenheit, Fokus.

Und ein bisschen Glück?

Stewart: Das ist immer hilfreich.

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