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Augsburger Panther

13.09.2018

Panther-Boss Lothar Sigl: "Müssen uns den zehnten Platz schnappen"

Lothar Sigl ist seit 30 Jahren der starke Mann bei den Augsburger Panthern.
Bild: Siegfried Kerpf

Die vergangene Saison beendete Augsburg auf Rang 12. Jetzt soll alles besser werden. Was dafür unternommen wurde, erklärt der Hauptgesellschafter des Klubs.

Herr Sigl, welchen Eindruck haben Sie bisher von der in Teilen neu formierten Mannschaft bekommen?

Lothar Sigl: Nach allem, was ich bisher aus dem Umfeld der Mannschaft höre, sieht das schon ganz gut aus. Die Ergebnisse in der Vorbereitung waren gut. Der Trainer hat alles, was er an Maßnahmen und Trainingseinheiten geplant hatte, durchgebracht. Alles ist im Fluss. Wichtig ist auch, dass wir Vieles neben dem Eis gemacht haben, um die Neuen zu integrieren. Das scheint gut gelungen. Wir können gespannt und vorsichtig optimistisch in die Saison gehen.

Die vergangene Saison endete nicht ganz zufriedenstellend auf Platz 12. Welche Erkenntnisse haben Sie daraus für die neue Spielzeit gewonnen?

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Sigl: Es ist ja nicht verborgen geblieben, dass wir uns relativ schwer getan haben, körperlich dagegen zu halten. Wir hatten ein relativ schlechtes Penaltykilling. Einige Spieler haben sich schwer damit getan, die Leistungen der vorhergegangenen überragenden Saison zu bestätigen – aus welchen Gründen auch immer. Da muss man dann eben reagieren. Dazu kommt, dass ein Leistungsträger sich für einen anderen Klub entschieden hat. Es ist ja nicht immer so, dass wir alle freiwillig abgeben. Und so kommt es eben zu den vielen neuen Spielern.

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So sieht das Panther-Team in der Saison 2018/19 aus
Bild: Ulrich Wagner

Eine Vorgabe bei den Neuverpflichtungen war ja, mehr Wert auf körperliche Präsenz zu legen.

Sigl: Wir hatten gerade im Zweikampfverhalten und in den Ecken viele Probleme – außerdem auch vor dem eigenen Tor, wo wir in Zukunft ein bisschen physischer agieren wollen.

Wenn man sich die meisten der neun Neuzugänge anschaut, scheint das zumindest optisch gelungen.

Sigl: Das stimmt. Die haben alle mein Gewicht, aber nicht meine Größe (lacht).

Mit welchem sportlichen Ziel gehen die Panther in die neue Saison?

Sigl: Mit dem gleichen wie immer: Wir wollen die Play-offs erreichen. Alles andere wäre vermessen. Diese Liga ist ganz schwer einzuschätzen. Vielleicht täusche ich mich, aber gefühlt ist es für mich so, dass es bei vielen Vereinen einen größeren Umbruch gegeben hat, als in den Jahren zuvor. Das geht also nicht nur uns so. Ich kann zum Beispiel Wolfsburg überhaupt nicht einschätzen. Es ist in München mehr passiert, als in den Vorjahren. In Nürnberg mussten ganz wichtige Spieler ersetzt werden. Die haben das natürlich gemacht, aber auch das muss erst einmal passen. Viele Klubs haben viel Personal getauscht. Das macht es schwer, die Mannschaften einzuschätzen. Unsere Zielsetzung mit unseren Möglichkeiten muss es sein, den zehnten Platz zu schnappen. Und dann gibt es ja die üblichen Sprüche, dass die Saison neu losgeht. Dann ist alles möglich. Dann brauchst du einen heißen Torwart, brauchst eine gesunde Mannschaft, brauchst einen guten Schiedsrichter und schon kann was passieren – in jede Richtung. Das ist einfach so. Das ist die Wahrheit. Wir können uns aber sicherlich nicht hinstellen, wie es der Kollege in Straubing macht, und die Top 6 oder die Top 8 als Ziel ausgeben.

Zumal der Spielplan Ihnen gleich einen echten Härtetest beschert. Die ersten vier Gegner heißen Köln, Mannheim, München und Berlin – allesamt DEL-Schwergewichte. Was halten Sie davon?

Sigl: Das ist zweifellos ein anspruchsvolles Auftaktprogramm. Ganz am Schluss ist es aber egal, denn wir müssen sowieso gegen jeden viermal ran. Eigentlich ist es doch ganz angenehm, denn wir sind in allen vier Partien der krasse Außenseiter. Die Erwartungen bei allen vier Gegnern sind riesengroß. Uns hat von denen sicherlich keiner auf der Rechnung. Vielleicht unterschätzt uns der ein oder andere und vielleicht können wir aus den vier Spielen das ein oder andere Pünktchen mitnehmen.

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Bild: Siegfried Kerpf

Die vergangene Saison endete eher enttäuschend, trotzdem schafften die Panther mit durchschnittlich 5025 Zuschauern den zweitbesten Wert ihrer DEL-Geschichte. Wie passt das zusammen?

Sigl: Zu blauäugig darf man da nicht sein. Wir haben sicherlich noch ein bisschen von der vorherigen Spielzeit mit Platz sechs nach der Hauptrunde profitiert. Auf der anderen Seite hatten wir auch in der vergangenen Saison viele spektakuläre Spiele. Und es hat bis fast ganz zum Ende der Saison gedauert, ehe feststand, dass wir die Play-offs verpassen. Man hat gemerkt, dass die Mannschaft immer sehr bemüht war und oft auch Spektakel geboten hat. Darauf kann man aufbauen. Wollen wir hoffen, dass es wieder so ist – zumindest was den Zuschauerschnitt betrifft.

Mit welchem Schnitt kalkulieren Sie in der kommenden Saison?

Sigl: So wie immer. Wir brauchen zwischen 4800 und 4900. Wenn es ein bisschen mehr ist, nehmen wir das gern. Jetzt aber mit 5200 oder so etwas Verrücktem anzufangen ist nicht unsere Art.

Augsburg gehört zu den finanziellen Leichtgewichten der DEL. In der vergangenen Saison soll der Etat rund 5,5 Millionen Euro betragen haben. Kratzen die Panther jetzt an den sechs Millionen?

Sigl: Wirtschaftliche Daten geben wir nicht heraus. Aber die genannte Zahl ist natürlich ein Ziel, das wir vermutlich schaffen, falls wir die Play-offs erreichen sollten und alles so weiter läuft, wie wir uns das erhoffen. Der Planansatz ist aber deutlich weg von einem Sechser vorne dran.

Marco Sternheimer stammt aus dem Nachwuchs des AEV und soll in dieser Saison den Sprung in das DEL-Team schaffen.
Bild: Siegfried Kerpf

Weg von den Zahlen, hin zu einer positiven sportlichen Geschichte. Mit Marco Sternheimer könnte ein Mann aus dem AEV-Nachwuchs in dieser Saison den Sprung ins DEL-Team schaffen. Mit Tim Bullnheimer ist auch noch ein zweiter Spieler auf dem Sprung. Wie wichtig sind solche Eigengewächse für die Panther?

Sigl: Das ist vor allem ein Ansporn für den AEV selbst, der die Nachwuchsarbeit mit sehr viel Aufwand und Herzblut betreibt. Es wäre ein Argument für all die Trainer, die da einen super Job machen, wenn Sternheimer oder Bullnheimer den Sprung schaffen. Wir geben den beiden die Bühne und die Chance dazu. Auch für die Zuschauer wäre es ein Highlight, wenn es mal wieder einer schafft. Es ist ja nicht nur in Augsburg ein Thema, dass der Sprung aus dem Nachwuchsbereich in die DEL gnadenlos groß ist. Da gibt es leider nicht viele Klubs, die ihre Leute direkt aus dem Nachwuchs einbauen können. Meistens sind es Topklubs, die in ihren Jahrgängen die absoluten Ausnahmetalente sammeln. Aber einen Spieler von klein bis groß durchzubringen und dann auch noch in die DEL – das ist sicherlich nicht üblich in der Liga. Ich wüsste keinen, der das überhaupt geschafft hat. Immerhin hat die Liga aber Schritte unternommen, um sich für jüngere Jahrgänge zu öffnen. Schauen wir mal, wie sich das in den kommenden Jahren entwickelt.

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Video: Florian Eisele

Dieser Artikel ist in unserer Sonderbeilage zum Saisonstart der Augsburger Panther erschienen. Die ganze Ausgabe zum Durchblättern finden Sie hier.

 

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