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Augsburger Panther

01.02.2020

Panther-Spielmacher LeBlanc spielt beim neuem Vertrag auf Zeit

Es ist ein Markenzeichen von Drew LeBlanc, auch während des Spiels auf seinem Mundschutz herumzukauen. Ob er das auch in der kommenden Saison in Augsburg macht, ist völlig offen.
Bild: Fotostand Stiebert

Plus Der Vertrag von Drew LeBlanc endet nach der Saison. Fragen dazu, wie es weiter geht, weicht er elegant aus. Die Augsburger Panther würden ihn nur zu gerne halten.

Gegen 22.30 Uhr kamen die ersten Panther-Spieler am Donnerstagabend aus den Katakomben der Olympia Eishalle in München. Frisch geduscht schleppten sie ihre Taschen zum Mannschaftsbus. Es regnete und ein unangenehmer Wind wehte über den Hof vor dem Gebäude mit dem grauen Charme der 1970er, dessen Tage als Spielstätte des EHC München gezählt sind. Gerade hatte es ein weiteres Spiel erlebt, an das sich die, die dabei waren, noch länger erinnern werden. 3:0 hatten die Gäste aus Augsburg geführt, dann 4:2 – am Ende aber gewannen die Münchner in der Verlängerung.

Panther-Trainer Tray Tuomie fand das, natürlich, nicht besonders erfreulich. Auch wenn der eine Punkt am Ende der entscheidende sein könne. „Aber es tut weh, so eine Führung aus der Hand gegeben zu haben“, sagte Tuomie. Trotzdem attestierte er seiner Mannschaft, über 60 Minuten gut gespielt zu haben. „Gegen München ist keine Führung sicher. Sie haben schon oft in dieser Saison bewiesen, dass sie zurückkommen können.

Drew LeBlanc ist Dreh- und Angelpunkt der Panther-Offensive

Tuomies Kollege Don Jackson saß zwei Stühle weiter in der Pressekonferenz und lächelte still in sich hinein. Augsburg sei gut vorbereitet und am Anfang die bessere Mannschaft gewesen, befand er. „Ich bin aber stolz auf dieses big Comeback. Die Jungs haben sehr gut gekämpft und mussten fünf Tore schießen, um zu gewinnen.“

Panther-Spielmacher LeBlanc spielt beim neuem Vertrag auf Zeit

Draußen schlurfte Drew LeBlanc zum Bus. Der Spielmacher ist Dreh- und Angelpunkt der Augsburger Offensive. Vor allem im ersten Drittel funktionierte die perfekt, 3:0 stand es nach 20 Minuten. „Wir haben all die kleinen Dinge richtig gemacht. Wir waren aggressiv, wir haben sie früh gestört, wir haben ihnen Pucks abgejagt – wir haben ihnen richtig Probleme gemacht.“ Dann allerdings hätten die Münchner gezeigt, dass sie eine gute Mannschaft sind. „Wenn wir das 5:2 gemacht hätten, dann wäre das Momentum vielleicht wieder auf unserer Seite gewesen, haben wir aber nicht.“

Als Mathematiker mit abgeschlossenem Studium liegt es in LeBlancs Natur, analytisch an die Nachbetrachtung eines Spiels heranzugehen. Vor allem vor dem Tor hätten die Gastgeber einen guten Job gemacht. „Zu viele Tore waren abgefälschte Schüsse. Sie haben viel Betrieb vor Olivier Roy gemacht und wurden dafür belohnt.“

Bleibt LeBlanc für eine sechste Saison in Augsburg?

Für das Heimspiel am Sonntag gegen Krefeld (14 Uhr) erwartet LeBlanc eine vergleichbare Einstellung von der Mannschaft. „Das ist eine gefährliche Mannschaft, die wir auf keinen Fall unterschätzen dürfen.“ Weiter in die Zukunft plant LeBlanc, zumindest offiziell, noch nicht. Das dürfte vor allem Panther-Boss Lothar Sigl nicht gefallen. Denn der bastelt schon eifrig am Kader für die neue Saison. Am Freitag gab der Verein die Vertragsverlängerungen von Marco Sternheimer und John Rogl bekannt. Die beiden jungen Spieler mit deutschem Pass werden auch nächstes Jahr die Schlittschuhe für die Panther schnüren.

Nur zu gerne würde Sigl auch seinem Spielmacher ein neues Arbeitspapier zur Unterschrift vorlegen. LeBlanc spielt gerade seine fünfte Saison in Augsburg. Bisher gehen fünf Tore und 30 Vorlagen auf sein Konto, obwohl er wegen einer Gehirnerschütterung und eines Trauerfalls in der Familie schon zehn Spiele verpasst hat. Kein Wunder, dass Sigl ihn unbedingt halten will. LeBlanc allerdings wiegelt Nachfragen zu diesem Thema routiniert ab. „Wir sind in einer Phase, in der jedes Spiel extrem wichtig ist. Wir wollen unbedingt in die Play-offs. Das ist es, worauf ich mich momentan konzentriere. Die nächste Saison ist noch weit weg.“ Es habe zwar schon Gespräche mit den Panthern gegeben, aber in diesen habe er genau das Gleiche gesagt.

LeBlanc weiß, dass er in einer perfekten Verhandlungsposition ist. Höchstwahrscheinlich hat sein Berater mehr als nur das Augsburger Angebot auf dem Tisch liegen. Gut möglich, dass einige davon höher dotiert wären. Geld ist für den zweifachen Familienvater aber nicht das einzige Argument. Immer wieder hat er betont, wie wohl sich seine Familie in Augsburg fühlt. Bleiben zwei Fragen: Ab welchem Betrag ist der Wohlfühlfaktor nur noch zweitrangig? Und: Steht dieser Betrag auf einem der Angebote?

Brady Lamb ist der Abwehrchef der Panther - und das schon seit 2014.
14 Bilder
Der bisherige AEV-Kader für die Saison 2020/21
Bild: Siegfried Kerpf
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