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ERC Ingolstadt

15.11.2017

Das Warten auf „Mister X“

Aufgepasst: Panther-Sportdirektor Larry Mitchell (vorne) leitet derzeit das Training der Panther-Profis (hinten Stürmer Mike Collins) und wird voraussichtlich auch an diesem Wochenende bei den Spielen hinter der Bande stehen.
Bild: Dirk Sing

Panther-Sportdirektor Larry Mitchell setzt sich bei der Suche nach einem neuen Trainer nicht unter Zeitdruck. Bis dieser gefunden ist, wird er selbst hinter der Bande stehen

Die sogenannten „Coaching-Boards“ zählen im Sport mitunter zu den Lieblings-Utensilien eines Trainers. Diesbezüglich bildet auch das Eishockey keine Ausnahme. Sowohl während des Trainings als auch bei Spielen gehört das Brett, auf dem ein Eishockey-Feld aufgedruckt oder aufgeklebt ist und das mit einem wasserlöslichen Stift beschriftet werden kann, zur Grundausrüstung eines jeden Coaches. Speziell taktische Dinge wie beispielsweise Aufstellungen oder Spielzüge werden darauf den Akteuren anschaulich vermittelt.

Auch am gestrigen Vormittag schritten die Profis des ERC Ingolstadt während ihrer schweißtreibenden Übungseinheit in der Saturn-Arena immer und immer wieder in Richtung Plexiglasscheibe direkt neben der Spielerbank, wo ein großes Coaching-Board angebracht war. Dort referierte Panther-Sportdirektor Larry Mitchell, der seit der Trennung von Tommy Samuelsson bekanntlich als Interimstrainer fungiert, über seine taktischen Vorstellungen und Erwartungen an die Mannschaft. Und das aus gutem Grund, schließlich wird Mitchell aller Voraussicht nach auch am kommenden Wochenende bei den ersten beiden Punktspielen nach der Deutschland-Cup-Pause in Berlin (Freitag, 19.30 Uhr) sowie daheim gegen die Düsseldorfer EG (Sonntag, 16.30 Uhr) mit Clayton Beddoes und Fabian Dahlem als Coach hinter der Bande stehen.

„Wir haben ja von Anfang an gesagt, dass wir bei der Neubesetzung der Trainer-Position nichts über’s Knie brechen und einen Schnellschuss tätigen wollen“, erklärt Mitchell, der auch das vergangene Wochenende sowie seinen ursprünglich freien Tag (Montag) dazu nutzte, den derzeitigen Trainermarkt weiter zu sondieren, sich weiter durch die zahlreichen Bewerbungen zu wühlen und Gespräche mit möglichen Anwärtern zu führen. „Der Kandidaten-Kreis ist mittlerweile natürlich schon deutlich kleiner geworden“, sagt Mitchell. Gerade von den offiziellen Bewerbungen, die nach wie vor auf der Panther-Geschäftsstelle eingingen, würden etliche bereits frühzeitig durchs Sieb fallen. „Diese Trainer sind sicherlich alle ehrgeizig und wollen sich beweisen. Aber letztlich fehlt vielen einfach die Qualifikation, einen solchen Posten in der DEL zu übernehmen“, erklärt Mitchell. Andererseits habe er auch schon außerhalb dieses Bewerber-Kreises mit für ihn interessanten Coaches gesprochen. „Erst am Montag habe ich mit einem Trainer aus Nordamerika telefoniert. Er hat sich für das Interesse höflich bedankt, mir jedoch gesagt, dass für ihn ein Wechsel nach Deutschland derzeit nicht infrage kommt“, so der ERCI-Sportdirektor.

Ob der gesuchte Samuelsson-Nachfolger möglichst eine dauerhafte Lösung, sprich über diese Saison hinaus, sein soll, diesbezüglich hält sich Mitchell noch bedeckt. „Zunächst einmal suchen wir einen Trainer bis zum Ende dieser Spielzeit. Sollte dieser dann erfolgreich mit der Mannschaft arbeiten, stünden die Türen für eine weitere Zusammenarbeit sicherlich offen“, erklärt der 50-jährige Deutsch-Kanadier.

Bis „Mister X“ jedoch gefunden ist, wird Mitchell selbst das Panther-Team betreuen. Allzu große Veränderungen in Sachen Spielsystem und Ausrichtung (Mitchell: „Ich werde mit Sicherheit nicht alles umschmeißen. Zum einen hat Tommy Samuelsson in vielen Bereichen gute Arbeit geleistet. Zum anderen macht es auch wenig Sinn, wenn in nächster Zeit ein neuer Coach kommt, der ebenfalls seine Ideen einbringen möchte.“) werde es dabei nicht geben – mit einer Ausnahme: dem Powerplay! „Nachdem wir in diesem Bereich doch erhebliche Probleme hatten, ist es in meinen Augen legitim, dass man dort einige Veränderungen vornimmt“, meint Mitchell. Neben mehreren Optionen beim Spielaufbau habe er der Mannschaft in den bisherigen Übungseinheiten vermittelt, „dass wir in der ’gefährlichen Zone’ wesentlich mehr Scheiben auf’s gegnerische Tor bringen müssen. Ich habe den Jungs gesagt: Wer nicht schießt, der sitzt auf der Bank“. In anderen Bereichen wie Fünf-gegen-Fünf, Fore- oder Back-Checking habe man dagegen „nur an den Details“ gearbeitet.

Was das anstehende Wochenende mit den Partien in Berlin und gegen Düsseldorf betrifft, zeigt sich Mitchell überaus zuversichtlich: „Wir werden auf alle Fälle gut vorbereitet in diese Begegnungen gehen. Die Jungs sind absolut gewillt, eine Reaktion zu zeigen.“ Ein Ende der zuletzt anhaltenden Negativserie (sieben Niederlagen hintereinander) würde freilich auch den Einstand von „Mister X“ erleichtern.

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