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ERC Ingolstadt

25.08.2018

Ryan Garbutt: Jamie Benn wurde für mich zum Vorbild

Kam am Freitag am Innsbrucker Flughafen an, wo er von einem Panther-Mitarbeiter in Empfang und anschließend ins Trainingslager nach Latsch gefahren wurde: Neuzugang Ryan Garbutt.
Bild: erci

Der Panther Neuzugang hat in seiner Karriere bereits 318 NHL-Partien für die Dallas Stars, Chicago Blackhawks und Anaheim Ducks absolviert. Im NR-Interview spricht der 33-jährige Stürmer unter anderem über seine KHL-Erfahrungen in der vergangenen Saison

Am Freitagmittag traf Neuzugang Ryan Garbutt im Trainingslager des ERC Ingolstadt in Latsch (Südtirol) ein. Bereits am Sonntag (18 Uhr) absolviert der 33-jährige kanadische Angreifer sein Panther-Debüt im Testspiel gegen den Klagenfurter AC. Wir haben mit Garbutt gesprochen.

Ryan, wie haben Sie die vergangenen Tage bis zu Ihrer Vertragsunterschrift bei den Panthern erlebt?

Garbutt: Nun, über meinen Agenten habe ich vor rund einer Woche das erste Mal vom Interesse des ERC Ingolstadt gehört. Die Dinge haben sich dann ziemlich schnell entwickelt – auch weil ich Gewissheit haben wollte, wo ich in der kommenden Saison spiele. Als dann alles unter Dach und Fach war, habe ich mich gleich in den Flieger gesetzt, um meine neue Mannschaft und das Trainer-Team so schnell wie möglich kennenzulernen.

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Haben Sie beim Eintreffen in Latsch auch ehemalige Teamkollegen aus früheren Zeiten gesehen?

Garbutt: Nein, nicht wirklich! Gegen den einen oder anderen Akteur habe ich in Nordamerika zwar schon mal gespielt. Aber gemeinsam in einer Mannschaft war mit niemand.

Lassen Sie uns über Ihre vergangene Saison sprechen. Sie waren in der russisch-geprägten KHL für den HC Sotschi, Torpedo Nizhny Novgorod und Slovan Bratislava aktiv. Wie schwer war es, sich auf drei verschiedene Teams innerhalb eines Jahres einzustellen?

Garbutt: Das war in der Tat nicht einfach! Während meiner Zeit in Sotschi bekam ich die Möglichkeit, mich in einem Trainingscamp von Team Canada für die Olympischen Spiele in Südkorea zu empfehlen. Ich wollte diese Chance natürlich unbedingt wahrnehmen, zumal ich zuvor nie für Team Canada gespielt hatte. Nach meiner Zeit in Sotschi ging es dann weiter nach Novgorod, wo ich nicht wirklich von Glück verfolgt war. Ein gebrochener Finger hat mich leider eine gewisse Zeit außer Gefecht gesetzt. Das Ende der Saison habe ich dann in Bratislava verbracht. Dort ist es dann wieder recht ordentlich für mich gelaufen.

Es war zugleich ihr erstes Jahr als Eishockey-Profi in Europa! Was haben Sie in dieser Zeit am meisten gelernt?

Garbutt: Die Art und Weise, wie man sich auf der größeren Eisfläche in Europa bewegen und spielen muss. Im Vergleich zur Spielweise in Nordamerika war das schon eine ziemliche Umstellung. Heute würde ich sagen, dass mich diese Erfahrung zu einem besseren Eishockey-Spieler gemacht hat und mir auch helfen wird, mein künftiges Team, den ERC Ingolstadt, besser zu machen.

Zwischen 2011 und 2017 haben Sie in der NHL für die Dallas Stars, Chicago Blackhawks und Anaheim Ducks 318 Partien absolviert. Wie schwer ist ihnen vor einem Jahr die Entscheidung gefallen, nach Europa zu wechseln?

Garbutt: Nun, nachdem ich zuvor ja viele Jahre in der NHL aktiv war, hätte ich mich in der vergangenen Saison – wie auch schon in der Spielzeit 2016/2017 in Anaheim – über die Minor Leagues wieder ins NHL-Team kämpfen müssen. Ich habe meine Zeit in der National Hockey-League wirklich sehr genossen. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte ich einfach das Gefühl, eine komplett neue Herausforderung zu benötigen. Und mit meinem Wechsel nach Europa habe ich diese gefunden.

Würden Sie sagen, dass ihre Zeit bei den Dallas Stars die beste und erfolgreichste in ihrer Karriere war?

Garbutt: Ja, auf alle Fälle! Ich habe in diesen vier Jahren mit tollen Sturmpartnern zusammengespielt und hatte erstklassige Coaches. Darüber hinaus haben wir auch einmal die Playoffs erreicht. Dass ich dann 2015 von den Stars „gecuttet“ beziehungsweise zu den Blackhawks getradet wurde, ist ein Teil dieses Geschäfts. Es zeigt, wie schwer es ist, in der besten Liga der Welt dauerhaft zu bleiben. Die Spieler werden von Jahr zu Jahr jünger und schneller. Wenn man sich dieser Entwicklung nicht anpasst, hat man ein Problem.

In der NHL hießen ihre Teamkollegen unter anderem Tyler Seguin, Jamie Benn, Patrick Kane oder Ryan Getzlaf. Wem würden Sie das Prädikat „Bester Mitspieler“ verleihen?

Garbutt: Ganz klar Jamie Benn! Kurioserweise war eine Beinverletzung von ihm damals der entscheidende Grund, dass mich die Dallas Stars aus ihrem AHL, Texas Stars, nach oben geholt haben. Ich wurde damals in der vierten Reihe eingesetzt, habe sehr ordentlich gespielt und mir dadurch die Jahre über meinen Platz dort gesichert. Aber nochmals zurück zu Jamie Benn: Als er nach seiner Verletzung zurückgekehrt ist, war es für mich einfach großartig, ihn und seine enormen Fähigkeiten bei jedem Training und Spiel auf dem Eis sowie seine Arbeitseinstellung zu verfolgen. Jamie ist während dieser Zeit zu einem absoluten Vorbild für mich geworden.

Sie hatten nicht nur viele hervorragende Mitspieler, sondern auch das Glück, unter Top-Trainern wie Glen Gulutzan, Lindy Ruff (jeweils Dallas), Joel Quenneville (Chicago), Bruce Boudreau und Randy Carlyle (jeweils Anaheim) arbeiten zu dürfen. Von welchem Coach haben Sie dabei am meisten gelernt?

Garbutt: (überlegt) Ich möchte an dieser Stelle eigentlich gar keinen bestimmten Trainer herausheben. Als Spieler nimmst du in der Regel von jedem Coach etwas Wichtiges mit, dass dich während deiner Karriere zu einem besseren Profi werden lässt. Auch von Jeff Pyle, der sowohl in der ECHL bei den Gwinnett Gladiators als auch AHL bei den Texas Stars mein Trainer war, habe ich sehr viel gelernt. Von dem her bin ich wirklich jedem einzelnen Coach extrem dankbar.

Kommen wir zur Gegenwart: Ihr neuer Verein heißt ERC Ingolstadt! In welcher Rolle sehen Sie sich innerhalb des Panther-Teams?

Garbutt: Grundsätzlich werde ich natürlich dort spielen, wo mich die Trainer einsetzen und ich meiner Mannschaft am meisten helfen kann. Ich habe den Coaches bereits gesagt, dass ich in meiner bisherigen Karriere sowohl als Außenstürmer als auch Center eingesetzt wurde. Im Testspiel am Sonntag gegen Klagenfurt werde ich versuchen, als Mittelstürmer mein Bestes zu geben. Mein erster Eindruck vom Team ist indes sehr positiv. Ich denke, dass wir über eine sehr hart arbeitende, aber zugleich auch talentierte Truppe verfügen, in der jeder von jedem lernen kann.

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