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FC Augsburg

25.03.2020

FCA-Trainer Herrlich zu Corona: "Müssen die Abstände einhalten"

Philipp Max, Fredrik Jensen und Tin Jedvaj (von links) halten auf dem Weg zum Trainingsplatz den nötigen Sicherheitsabstand ein.
Bild: Ulrich Wagner

Plus FCA-Trainer Heiko Herrlich spricht über das Training während der Corona-Krise, wie seine Spieler damit umgehen und wie sehr ihm sein Glaube hilft.

Herr Herrlich, wie erleben Sie gerade die aktuelle Situation inmitten der Corona-Krise?

Heiko Herrlich: Es ist eine eigenartige Situation, denn eigentlich möchtest du als Trainer, der neu zu einer Mannschaft kommt, viele Dinge anschieben, Feuer und Leidenschaft im Training und natürlich in den Spielen im Stadion entfachen. Aber das alles geht jetzt nicht, weil der Gesundheitsschutz selbstverständlich an allererster Stelle steht. Dennoch wollen wir das Beste aus der Situation machen.

Herrlich: "Gesundheitsschutz hat höchste Priorität"

Ist es überhaupt sinnvoll, jetzt schon wieder auf den Platz zurückzukehren, da noch eine Spielpause bis mindestens 30. April droht? Gibt es vielleicht ein Umdenken, wieder auf individuelles Training umzustellen?

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Herrlich: Jeder Fußballer möchte doch den Ball am Fuß haben und den Rasen spüren. Läufe, Kraft- und Stabilisationstraining gehören natürlich auch dazu, doch am Ende ist es wichtig, das richtige Gefühl auf dem Platz zu haben, Laufwege und Automatismen einzuspielen. Wir passen unser Training und die Inhalte immer wieder an die aktuellen Gegebenheiten an. Auch mit einer Verschiebung eines möglichen Starttermins wissen wir noch nicht, wann es genau weitergeben wird. Daher kann ich jetzt auch noch nicht sagen, wie wir in den nächsten Wochen trainieren werden.

Heiko Herrlich hat als Trainer mit dem FC Augsburg wegen des Coronavirus' noch kein Spiel bestreiten können.
Bild: Ulrich Wagner

Wie gestalten Sie die Einheiten?

Herrlich: Der Gesundheitsschutz hat höchste Priorität. Daher trainieren wir in Gruppen zu unterschiedlichen Zeiten auf unterschiedlichen Plätzen und wir achten penibel darauf, dass Abstände eingehalten werden und es zu keinen Situationen kommt, in denen die Distanz zwischen den Spielern zu gering wird. Wir machen Übungsformen, keine Spielformen, Zweikämpfe sind also tabu. Aber auch mit Passformen und Läufen mit Ball kann man intensiv und im Detail trainieren. Darüber hinaus nutzen wir verschiedene Räumlichkeiten im Stadion als Kabinen, reinigen und desinfizieren diese nach jeder Gruppe, um so den bestmöglichen Schutz vor einer Ansteckung zu bieten.

Wie erleben Sie Ihre Spieler? Stellen Sie auch bei ihnen Angst oder Sorgen fest?

Herrlich: Die Spieler nehmen die Situation an. Auch für sie ist es eine außergewöhnliche Situation, die sie noch nie erlebt haben. Selbstverständlich machen sie sich auch Sorgen um die Gesundheit und die Gesundheit ihrer Liebsten, die eventuell einer Risikogruppe angehören. Da geht es den Spielern wie mir und wahrscheinlich jedem anderen Menschen auch.

Corona: FCA-Trainer Herrlich plädiert für Solidarität

Ihre sportlichen Planungen wurden durch die Corona-Krise zunichte gemacht. Wie versuchen Sie, die Mannschaft kennenzulernen und auf die wichtige Saisonendphase – falls sie stattfindet – vorzubereiten?

Herrlich: Ich bin ein positiv denkender Mensch und daher sehe ich es nun als Chance an, die Mannschaft und jeden einzelnen Spieler in einer außergewöhnlichen Situation zu erleben und diese gemeinsam mit ihr zu meistern. Das ist eine Herausforderung für jeden von uns, die wir aber gemeinsam angehen. Gerade in der Dynamik, die in der Entwicklung rund um die Ausbreitung des Coronavirus steckt, ist es äußerst schwer für einen Tag X zu planen, von dem man noch nicht weiß, wann er sein wird. Aber auch das werden wir bestmöglich hinbekommen.

Nichts geht mehr gerade in der Augsburger WWK-Arena, der Fußball muss wegen der Corona-Krise pausieren. Wann es weitergeht, ist völlig offen. Für einige Vereine könnte das zu einer ganz gefährlichen Situation führen.
Bild: Ulrich Wagner

Bundesligaprofis und -trainer haben eine privilegierte Stellung. Müssen sie auch in dieser Phase als Vorbild vorweg gehen und zum Beispiel spenden oder auf Gehalt verzichten?

Herrlich: Es gibt viele Menschen in privilegierten Stellungen, nicht nur Fußballer und Trainer. Ich denke, dass es in einer solchen Situation wichtig ist, solidarisch zu sein und gemeinsam zu schauen, wie die Situation gelöst werden kann. Ich bin in ständigem Austausch mit unseren Geschäftsführern Stefan Reuter und Michael Ströll. Aber Sie werden Verständnis haben, wenn ich nicht von den Inhalten dieser Gespräche berichten werde.

FCA-Trainer Herrlich sucht noch eine Wohnung in Augsburg

Sie haben bis zuletzt in Österreich in Kufstein gewohnt. Ist Ihre Familie mit nach Augsburg gekommen?

Herrlich: Aktuell wohne ich noch im Hotel. Ich bin aber bereits auf der Suche nach einer Wohnung in Augsburg.

Der FC Augsburg hat am Montag wieder das Training aufgenommen: Heiko Herrlich gestikuliert auf dem Trainingsgelände.
Bild: Stefan Puchner, dpa

Hilft Ihnen in solchen außergewöhnlichen Situationen wie gerade Ihr Glauben? Wie leben Sie ihn aus?

Herrlich: Der Glaube ist eine sehr persönliche Sache. Mir gibt er Kraft, Dankbarkeit und Demut. Ich reduziere ihn aber nicht auf eine außergewöhnliche Situation wie wir sie gerade aktuell erleben, sondern empfinde ihn tagtäglich als Stütze und habe trotz der Situation ein Gottvertrauen.

Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus in unserem Live-Blog.

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26.03.2020

Bei aller Sympathie für den Fussball im allgemeinen und dem FCA im besonderen - es gibt in ganz Augsburg, vermutlich in ganz Schwaben nur einen Sport/Spielplatz, der geöffnet hat. Mit dem Trick "Betriebsplatz" ist dies wohl möglich. Trotzdem, ein Gschmäckle bleibt.

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