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FC Augsburg

25.01.2020

FCA unterliegt Union Berlin: Auf einmal sind die Punkte weg

Berlins Marcus Ingvartsen trifft zum 2:0 gegen Torwart Tomas Koubek.
Bild: Andreas Gora, dpa

Zweimal passt der FC Augsburg bei der 0:2-Niederlage gegen Union Berlin nicht auf und das nützen die Gastgeber eiskalt aus.

Eigentlich war bis zur Halbzeit für den FC Augsburg im Stadion an der Alten Försterei alles nach Plan gelaufen. Es stand 0:0 zwischen dem FCA und Gastgeber Union Berlin und die Taktik von Trainer Martin Schmidt war aufgegangen. Der heimstarke Aufsteiger, der bis dato 15 seiner 20 Punkte zu Hause geholt hatte, versuchte seinen Größenvorteil (allein sieben Spieler der Startelf waren um die 1,90 Meter groß) wie erwartet mit vielen hohen weiten Bällen zu nutzen, der FCA hielt dagegen, konnte sein Umschaltspiel aber nicht umsetzen.

Dennoch waren  die 2500 Augsburger Fans, die den Gästeblock restlos gefüllt hatten, nicht unzufrieden. Sie hatten in dem mit über 22.000 Zuschauern ausverkauften Kultstadion der Liga viel Kampf und Leidenschaft gesehen, ehrliche Arbeit ihrer Mannschaft eben. Es deutete nichts darauf hin, dass sie 45 Minuten später nach der 0:2-Niederlage enttäuscht die Heimreise antreten mussten.

Daniel Baier: "Wir konnten es einfach nicht verhindern"

„Wir hatten uns für die zweite Halbzeit so viel vorgenommen, wir wollten Läufe in die Tiefe machen, hinter die Abwehrkette kommen. Wir wussten, dass wir im Laufe des Spieles unsere Momente bekommen würden“, beschrieb FCA-Trainer Martin Schmidt seine Vorgaben in der Kabine. Der hatte die großgewachsenen André Hahn und Felix Uduokhai für Fredrik Jensen (Magen-Darm) und Stephan Lichsteiner (auf der Bank) quasi als Wellenbrecher in die Startelf beordert. Was bis dato ganz gut funktioniert hatte.

Doch die taktischen Vorgaben hatten sich nach nicht einmal zwei Minuten in der kalten Köpenicker Luft aufgelöst. Nach einer Ecke verlängerte ausgerechnet Hahn unfreiwillig den Ball mit dem Kopf auf den zweiten Pfosten, dort hatte sich Neven Subotic davongeschlichen und drückte dem Ball zum 1:0 (47.) über die Linie.

An der Alten Försterei: Fans aus Augsburg zünden ein bengalisches Feuer.
Bild: Andreas Gora, dpa

Es war genau das eingetreten, vor dem Schmidt die ganze Woche über gewarnt hatte. „Wir hatten es angesprochen, dass von Anfang weg ein weiter Ball gespielt wird. Daraus entsteht ein Eckball und das Tor. Wir konnten es einfach nicht verhindern“, bilanzierte ein gefrusteter Kapitän Daniel Baier und fügte an: „Es war kein Fußballspiel, in dem du glänzen konntest. Wir haben uns in jeden Zweikampf geworfen und bekommen dann ein Tor aus einer Standardsituation.“

Das erste Bundesliga-Tor von Subotic  nach 1722 Tagen (zuletzt am 9. Mai 2015 für Dortmund beim 2:0 gegen Hertha getroffen) wirkte  bei den Unionern wie ein Dosenöffner, beim FCA wie ein schmerzhafter Tiefschlag. „Die Ecke hat uns den Stift gezogen“, gab Trainer Schmidt unumwunden zu.

Und als dann in der 62. Minute die FCA-Abwehr eine Flanke nur stümperhaft klärte, der Ball zu Marcus Ingvartsen kam und der unhaltbar zum 2:0 einschoss, war klar: Das wird an diesem kalten Nachmittag nichts mehr. Zwar baten die FCA-Spieler die gut leitende Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, das Tor doch auf eine mögliche Abseitsstellung zu überprüfen, doch der Union-Spieler, der sich in der Nähe von Torhüter Koubek aufgehalten hatte, hatte sich passiv verhalten und auch nicht die Sicht versperrt.

Berlins Christian Gentner im Zweikampf mit Rani Khedira vom FC Augsburg.
Bild: Andreas Gora, dpa

Und plötzlich war diese elektrisierende Kulisse da, die die Unioner Spieler trotz ihrer beschränkten fußballerischen Mittel wieder einmal zu einer kämpferischen Leistung trug, an der auch schon Dortmund und Gladbach verzweifelten. Klubs mit ganz anderen Ambitionen wie der FCA. Da wurde um jeden Zentimeter Rasen gekämpft, sich nicht gescheut, spielerische Ansätze mit taktischen Fouls zu unterbinden.

Es dauerte bis in die Schlussphase, ehe sich der FCA erholt hatte. Angetrieben von den eingewechselten Neuzugang Eduard Löwen und Alfred Finnbogason zeigten die Gäste nun phasenweise, warum sie in der Vorwoche gegen Borussia Dortmund nach einer Stunde mit 3:1 geführt hatten, ehe sie noch 3:5 verloren. Das war aber auch Stefan Reuter zu wenig und zu spät: „Wir haben erst hinten heraus in den letzten 20 Minuten angefangen, Fußball zu spielen.“

FC Augsburg steht wieder unter Druck

Und trotzdem, hätten der sonst so treffsichere Florian Niederlechner und der von seiner Schulterverletzung wieder genesene Finnbogason in der 89. und 90. Minute ihren Job etwas konzentrierter erledigt, das Spiel hätte in der Schlussphase noch kippen können. Doch das wäre selbst FCA-Trainer Schmidt zu viel gewesen: „Heute hat die letzte Überzeugung , die Gier in der Box, der Wille das Spiel mit aller Gewalt gewinnen zu wollen, gefehlt. Deshalb hatten wir den Ausgleich auch nicht verdient.“

Nach einer soliden Vorrunde mit 23 Punkten, steht der FCA nun nach zwei Niederlagen in Folge vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Werder Bremen wieder unter Druck. Nicht überraschend für Kapitän Daniel Baier, der dafür wirbt, einen realistischen Blick auf die Lage zu werfen. „Für uns  ist es keine Selbstverständlichkeit, jedes Wochenende ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Wir müssen gegen jede Mannschaft an das Limit gehen. Kämpferisch ist uns das heute  gelungen, spielerisch nach vorne nicht.“

Hier finden Sie unsere Einzelkritik: Miese Noten für den FCA: Die Spieler in der Einzelkritik

Lesen Sie auch die Stimmen zum Spiel: FCA-Niederlage in Berlin: "Union hat seine Chancen gemacht, wir nicht"

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27.01.2020

Bremen hat auch durch das ein oder andere "Gaga" Tor (so schreibt es ein bekanntes deutsches Tagblatt) verloren.
Lustig ist jetzt nur, das es nächste Woche vermutlich nicht Bremen sein wird die durch "Gaga" Tore verlieren werden!!! Was allerdings nicht alleine am Torhüter liegt. Ich glaube die Bremer reiben sich schon die Hände nach den erhofften drei Punkten!

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26.01.2020

Ich lese immer nur Koubek. Der FCA kam von der ersten Minute an nie ins Spiel, verlor fast jedes Kopfballduell und die Mehrzahl der Zweikämpfe. Die Abwehr war zunehmend verunsichert, das Umschaltspiel funktionierte nicht und die Stürmer blieben trotz über 20 Torschüssen völlig harmlos.
Last not least sah sich der Trainer offensichtlich außer Stande, taktisch oder durch Auswechslungen etwas am Spielverlauf zu ändern. Aber zum Glück haben wir ja einen Torhüter, der sich gut als Sündenbock eignet.

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26.01.2020

Zu Wolfgang L, übrigens ist es Aufgabe eines guten Keepers, die Abwehr zu organisieren und zusammen zu halten und das ist das Letzte, wozu K in der Lage ist. Aber nochmal, nicht er ist schuld an den schlechten Abwehrleistungen, sondern derjenige, der darauf besteht, dass er eingesetzt wird und mit diesem Verhalten schon seit Jahren das Leistungsprinzip unterläuft.

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26.01.2020

Der Torwart kann sicher nichts dafür, dass die ganze Mannschaft nichts auf die Reihe bekommen hat.
Er hat auch keine Schuld, dass wir nicht gewonnen haben.
Aber er hätte vielleicht den einen Punkt festhalten können.
Das sollte man von einem Bundesligatorwart auch mal erwarten dürfen.
Die Spieler verdienen auch in Augsburg gutes Geld, daher sollten sie auch mit berechtigter Kritik umgehen können.
Scheuklappen auf und weiter so bringt auch keine Punkte.



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26.01.2020

Wolfgang L, natürlich hat der Torwart nicht alleine Schuld, aber er ist neben dem Kapitän das psychologische Rückgrat einer Mannschaft. Und wenn man eines über Koubek sicher nicht sagen kann, so ist es, dass er der Mannschaft Sicherheit und Zuverlässigkeit signalisiert.

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25.01.2020

Jetzt kritisiert wieder jeder den Torwart, dabei wissen wir doch seit Beginn der Saison, dass Koubek höchstens in die 3. Liga passt. Und keiner traut sich etwas über denjenigen zu sagen, der Koubek für 7 Millionen geholt hat, der ihn als ausgezeichneten Torwart bezeichnet und dafür sorgt, dass er ständig aufgestellt wird. Es ist übrigens derselbe, der schon Baum und Giefer viel zu lange gehalten und damit die Krise ausgelöst hat.

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25.01.2020

Fortsetzung: Das fängt beim Eigensinn eines Herrn Richter an und hört beim Torwart auf.

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25.01.2020

Der einzige plausible Grund das Koubek immer noch im FCA- Tor steht, trotz seinen mangelhaften Leistungen in dieser Saison ist seine bezahlte Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro ( Quelle: Transfermarkt). Man will ja nicht zugeben in´s Klo gegriffen zu haben.

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25.01.2020

Es sollte endlich mal nach Leistung aufgestellt werden. Das gilt auch für den ein oder anderen Feldspieler.
Die Dinge sollten man beim Namen genannt werden.
Das fängt beim Eigensinn eines H

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25.01.2020

Phasenweise war es eine erbärmliche Vorstellung sämtlicher Spieler.
Und dann kommt noch dieses Tor zum 1:0 dazu.
Ich weiß, es ist unmodern beim Eckball beide Pfosten mit Feldspielern zu besetzen. Da kassiert man heutzutage schon lieber ein mehr als dämliches Gegentor. Und wenn dann auch noch der Torwart bei dieser Szene völlig orientierungslos umherirrt.....
Was erhoffen sich die Verantwortlichen eigentlich von Koubek? Dass er mit fast 28 Jahren noch ausbaufähig ist?
Gibt es für ihn wegen seiner mehr als fragwürdigen Ablösesumme keine Fehlerquote?
Nein? Dann machen wir jetzt also die nächsten 4 Jahre so weiter?
Das kann ja heiter werden.....

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25.01.2020

Die Aufstellung von Koubek und Hahn hat sich auch diesmal als Fehler erwiesen. Wann reagiert der Trainer endlich ? Warum läßt
man Luthe nicht ran? Er zeigte sich körperlicher schlanker und fit im Gegensatz zu Koubek.

Willi Dietrich

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25.01.2020

T T Trainer und Torwart sind klare Fehlbesetzung.
Da muss man kein Experte sein. Die armen 2500 Fans die nach Berlin gereist sind.

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25.01.2020

Jetzt muss ich mich doch noch zum Torwart äußern:
Es ist nicht das erste Mal, dass Koubek wie angewurzelt dasteht und den Ball ohne jegliche Reaktion an sich vorbeistreifen (manchmal auch -kullern) sieht.

Ich kann wirklich nicht verstehen, wie Trainer und Manager nicht endlich einmal eine „andere Variante“ versuchen. Durch die Fehlleistungen Koubeks wurde schon so manches Spiel verloren. Das kann sich der FCA schlicht nicht leisten.

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25.01.2020

Unverständlich war für mich die Hereinnahme von Hahn, das wurde dann auch überdeutlich denn es fehlte die.Struktur im Aufbau. Löwen den man deshalb geholt hat saß auf der Bank. Das erste Gegentor geht an die Adresse Koubek,. Beim 2:0 halfen wir auch kräftig mit. Unsere Abschlussschwäche verhinderte dann ein besseres Ergebnis .

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25.01.2020

Koubek wurde nicht, auch nicht ansatzweise behindert, er hat wieder einmal der Mannschaft einen Bärendienst erwiesen und schwer gepatzt. Bitte Herr Reuter, Herr Schmidt oder ein Teamverantwortlicer, erklären Sie mir bitte , warum er immer wieder im Tor steht, obwohl er nicht Bundesligatauglich ist....wie lange soll das noch gehen? Mit diesem 0:1 war es bereits um uns geschehen, zumal auch der letzte Biss und die Leidenschaft fehlte....wir sind nahezu wieder, wie im Sommer, gefühlt bei Null angekommen, dies macht Angst.

Nobby - Die Stimme der Rosenau

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25.01.2020

Naja Vargas und Richter hatten heute leider auch nicht ihren besten Tag, da hätte man in beiden Fällen reagieren müssen und das auch jeweils früher. Schade, hoffentlich geht bald wieder mehr als diese fußballerische Magerkost !

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25.01.2020

Mit dem Torwart bist du die Lachnummer der Liga

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25.01.2020

Koubek leitet Niederlage ein. Wann sieht unsere Führung es endlich ein, dass dieser Torwart in entscheidenden Moment meistens patzt.
Es bringt nichts einen Torwart zu haben auf den ich ich nicht 100 Prozent verlassen kann. Fehler passieren klar. In dieser Situation war der Ball ca. 2 m von ihm entfernt ohne Chance hinzukommen. Trotzdem wollte er hinkommen und verwurstelte sich mit seinen Vordermännern obwohl er eigentlich auf der Linie bleiben muss. Folge entscheidender Moment war er wieder nicht auf seinen Posten. Reagiert endlich. Ich sehe schwarz nach solchen Niederlagen wie heute. Mannschaft schlecht eingestellt.

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25.01.2020

Wie gewonnen, so zerronnen. Schwache Leistung des FCA.
Man hat den Eindruck, dass Martin Schmidt nun wieder von vorn anfangen muss.

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