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FC Augsburg

22.10.2019

Trainer Schmidt über FCA: "Wissen, was wir aneinander haben"

FCA-Trainer Martin Schmidt (links) fühlt sich wohl in Augsburg.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Nach dem 2:2 gegen den FC Bayern kann Trainer Martin Schmidt etwas entspannter mit seinem Team nach Wolfsburg fahren. Ein Ort, an den er keine guten Erinnerungen hat.

Welche Anspannung sich bei Stefan Reuter und Martin Schmidt zuletzt angestaut haben muss, zeigte sich wenige Sekunden nach dem 2:2 ihres Klubs gegen FC Bayern München. Da fielen sich der Sport-Geschäftsführer und der Trainer des FC Augsburg in die Arme, herzten sich und freuten sich, als wenn sie im Lotto sechs Richtige plus Zusatzzahl getippten hätten.

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Martin Schmidt wurde beim FC Augsburg bereits angezählt

Dieser Punktgewinn und vor allem das leidenschaftliche Auftreten ihrer Spieler haben die beiden Hauptverantwortlichen des Bundesligisten nach 14 Tagen Bangen in ihrem Tun bestätigt. Es scheint, als hätte sich Reuter im April mit seiner Wahl von Martin Schmidt als Nachfolger des freigestellten Manuel Baum doch nicht vertan und es scheint, als hätte Schmidt mit seiner Unterschrift unter dem Vertrag bis Juni 2021 doch alles richtig gemacht.

Nach dem 1:5-Debakel in Gladbach war die Liaison schon mächtig angezweifelt worden. 0:3 hieß es nach 13 Minuten, 0:4 zur Halbzeit. Es prasselte massive Kritik auf Reuter und Schmidt ein. Der FCA hatte dort alle Tugenden missen lassen, die ihn in die neunte Saison in Folge in der Bundesliga getragen hatte: Leidenschaft, Kampfbereitschaft und Zusammenhalt. "Wir müssen alles tun, damit wir wieder den FCA-Geist reinbringen", hatte Stefan Reuter danach gefordert. Am Samstag war er wieder da.

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"Diese ersten 20 Minuten in Gladbach, die wir uns nie mehr leisten dürfen, hat allem so einen Beigeschmack gegeben, dass ein Teil der Kritik auch berechtigt war", gab Martin Schmidt am späten Samstagnachmittag in der WWK-Arena zu.

Natürlich hatten Schmidt und sein Team Glück, dass die Bayern ihre Torchancen großzügig liegen ließen, doch das Glück musste sich der FCA erst erarbeiten. Und das tat das Team an diesem Tag – für sich, aber auch für seinen Trainer. "Wenn man Fehler macht, dann kommt Kritik, wichtig ist sie anzunehmen und im nächsten Spiel ein Zeichen zu setzen. Das hat das Team gemacht und das heißt, dass das Paket so auch gut ist", freute sich Schmidt über die Bestätigung seiner Person durch seine Spieler. Allerdings steht das ganze Gebilde, und das weiß auch Schmidt, weiter auf einem fragilen Fundament.

FCA
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Bild: Urich Wagner

Die nächste Nagelprobe folgt am Sonntag (15.30 Uhr/Sky), wenn der FCA beim VfL Wolfsburg gastiert. Wolfsburg ist in allen elf Pflichtspielen in dieser Saison noch ungeschlagen. Dort hatte der FCA am letzten Spieltag der vergangenen Saison eine 1:8-Packung erhalten. Die hohe Niederlage plagt Schmidt immer noch wie ein Stachel in der Fingerkuppe. Denn dort war Schmidt im Februar 2018 von seinem zweiten Trainer-Job zurückgetreten.

Vom FCA wird eine Reaktion auf das 1:8 gegen Wolfsburg erwartet

Eine besondere Dienstreise also für ihn? "Das Einzige, was da einen Ton reinbringt, ist die Tatsache, dass von uns eine Reaktion auf das 1:8 erwartet wird." Sein Rücktritt sei hingegen eine uralte Geschichte.

Und doch ist es eine, die viel über den Menschen Martin Schmidt sagt. Der 52-jährige Schweizer hütete als Kind im Wallis Kühe, arbeitete als KfZ-Mechaniker, fuhr Skirennen. Dort in den Bergen findet er die Ruhe und dorthin führt er seine Mannschaften auch gerne, um sie zusammenzuschweißen.

Diesen Zusammenhalt, diese Vertrautheit braucht er bei seiner Arbeit. Und die hatte er in seinen fünf Monaten beim VfL, dem Werksklub mit seinen festen Hierarchien, Strukturen und Dienstwegen, mit seiner oft kühlen Atmosphäre, nie gespürt. Die Zusammenarbeit mit dem damaligen Sportdirektor Olaf Rebbe und dem damaligen Vorstand gestaltete sich schwierig. "Es gibt manchmal im Leben Konstellationen, die nicht passen. Dann kann man auch dahinterstehen und sagen, ich gehe einen anderen Weg", sagt Schmidt.

Beim FCA hingegen spürt er diese Nähe. "Die Konstellation hier ist sensationell, ich fühle mich unheimlich wohl hier", sagt er. Er habe einen kurzen Draht zur sportlichen Leitung und auch zum Präsidenten. Schmidt sagt: "Das ist ganz anders, als in einen Klub zu arbeiten, der an einem Konzern angehängt ist." Deshalb hatte er auch nach der Pleite in Gladbach keine Angst um seinen Job: "Ich habe auch die letzten zwei Wochen, die sehr unruhig waren, in aller Ruhe arbeiten können. Die wissen, was wir machen und was wir aneinander haben." Es sei wie beim FSV Mainz. Den hatte er 2016 in die Europa League geführt.

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