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Es herrscht doch keine heile Welt in den Stadien

Kommentar Von Andrea Bogenreuther
07.11.2021

Kaum sind die Fans zurück in den Stadien, konfrontieren sie die Klubs mit den unangenehmen Themen des Profifußballs. Darauf würden diese am liebsten gar nicht reagieren.

So skurril es ist: Je höher in der Republik die Corona-Zahlen steigen, desto voller sind die Fußballstadien. So meldete die Allianz-Arena für die Partie FC Bayern gegen SC Freiburg erstmals nach fast eineinhalb Jahren wieder ausverkauftes Haus. 75.000 füllten die Ränge bis auf den letzten Platz, lagen sich beim Jubeln in den Armen und hüpften auf den Tribünen dem Münchner Sieg entgegen.

Bis zum Sitzplatz im Stadion wird der Impfpass bis zu dreimal kontrolliert

Natürlich ist zu ergänzen, dass die Stadien zu den derzeit wohl am gründlichsten auf die Corona-Regeln geprüften Räume gehören. An den sorgfältigen Kontrollen der Impfpass-App samt Abgleichung mit dem Personalausweis könnte sich so manche Gaststätte ein Beispiel nehmen. Persönlicher Topwert: dreimaliges Überprüfen des Impfschutzes vom Eintritt ins Stadion bis zum Sitzplatz. Das heißt natürlich nicht, dass bei krimineller Energie und Vorzeigen falscher Zertifikate das Virus dort nicht doch Einzug halten kann.

Trotz monatelangem Ausgesperrtsein haben Fußballfans ihre Anliegen nicht vergessen

Und bei all der Freude über die Rückkehr des Publikums in die Fußballstadien: Heile Welt ist das noch lange nicht. Nicht nur wegen Corona. Denn die Fans haben trotz ihres monatelangen Ausgesperrtseins die Probleme des Profifußballs nicht vergessen. Mit ihrer Rückkehr kommen auch die unangenehmen Themen zurück. Jene, mit denen sich die Klubs ohne Publikum nicht so beschäftigen mussten.

Kritik an Bayerns Geschäftsverbindungen zum Sponsor in Katar

Im Fall des FC Bayern entrollte sich die Kritik aus der Südkurve in Form eines meterhohen Transparents, das die Vereinsbosse Kahn und Hainer beim Waschen von blutverschmierter Kleidung zeigte. Dazu Kahns kleiner Geldkoffer mit der Aufschrift „You can rely on us“ (Ihr könnt euch auf uns verlassen), der keinen Zweifel ließ, wie moralisch verwerflich die Fans die Geschäftsverbindungen zum Sponsor in Katar finden. Einem arabischen Emirat, das zwar die Fußball-WM im nächsten Winter austrägt, sich beim Thema Menschenrechte aber taub stellt.

Julian Nagelsmann windet sich wie eine Blindschleiche

In der Pressekonferenz darauf angesprochen, wand sich Bayern-Coach Nagelsmann wie eine Blindschleiche. Er sehe, dass etwas hängt, doch während des Spiels habe er gar keine Zeit, sich alle Banner anzuschauen, verwies er für ihn ungewöhnlich schmallippig auf den „Dialog“, in dem sich sein Verein befinde. Weich gespülte Aussagen aus der eben nicht so heilen Welt des Fußballs.

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