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Corona-Krise

08.04.2020

Andreas Rettig warnt vor Bevorzugung von Fußball-Profis bei Corona-Tests

Andreas Rettig erwartet keine Insolvenzen von Bundesligaklubs wegen der Corona-Krise.
Bild: Christian Charisius, dpa

Exklusiv Der Ex-DFL-Manager Andreas Rettig spricht sich für Gleichbehandlung von Fußball-Profis bei Corona-Tests aus. Er erwartet zudem keine Insolvenzen von Bundesligaklubs.

Der Fußballmanager Andreas Rettig warnt vor einer Bevorzugung der Bundesligavereine bei Coronavirus-Tests bei einer möglichen Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Regelmäßige Überprüfungen von Bundesligaspielern während möglicherweise erkrankte Bundesbürger auf Tests warten müssten, seien ein schwieriger Balance-Akt, sagte der ehemalige DFL- und FC-St. Pauli-Manager gegenüber unserer Redaktion. „Dieser Weg wäre schwierig zu vermitteln, wenn das Gefühl entstünde, dass Tests für den Fußball zu Lasten der Bevölkerung gehen“, betonte Rettig. „Da hoffe ich, dass die neue Medizin-Kommission der DFL zu einem Ergebnis kommt, das nicht zu Lasten der Bevölkerung geht.“

Corona-Krise: Ex-DFL-Manager erwartet keine Insolvenzen von Bundesligaklubs

Der frühere DFL-Geschäftsführer erwartet keine Insolvenzen von Bundeliga-Vereinen durch die Folgen der Coronavirus-Krise. „Die Vereine haben in den letzten Jahren genügend Kapital aufgebaut, deswegen glaube und hoffe ich nicht, dass ein Klub über die Klinge springen muss“, sagte Rettig unserer Redaktion. Die Situation sei dennoch ernst: „Kein Unternehmen – weder in unserem Land noch weltweit – war auf diese Krise vorbereitet“, sagte Rettig. „Wenn die größten Erlösbringer wegbrechen - und im Profi-Fußball sind das nun mal die Einnahmen aus dem TV und dem Sponsoring - dann verkraftet das kein Unternehmen“, betonte er. Aber die wirtschaftlichen Kennzahlen seien nicht so schlecht, dass er das Aus für Vereine erwarte.

Rettig hält die Krise der Bundesligavereine im Vergleich zu den anderen Problemen für die deutsche Volkswirtschaft in der Coronavirus-Krise für überschaubar: „Der Fußball hat in unserem Land einen hohen Stellenwert, es gibt etwa 20 Millionen Fußballinteressierte, die an jedem Wochenende sich für die Spiele interessieren“, sagte Rettig. „Aber man darf den Fußball auch nicht überhöhen, gerade was die wirtschaftlichen Dinge angeht“, betonte er. „Bei einem Gesamtumsatz von knapp fünf Milliarden Euro ist das, was der Profifußball leistet, gesamtwirtschaftlich zu vernachlässigen“, fügte er hinzu.

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Auch der Fußball soll in Zeiten des Coronavirus Solidarität zeigen

Andere Sportarten hätten unter der Coronavirus-Krise mehr zu leiden: „Das ist etwas, was einen als Sportfan bedrückt: die größere Perspektivlosigkeit dieser Sportarten, die zuletzt schon schwer zu kämpfen hatten weil der Fußball eine alles überstrahlende Rolle gespielt hat“, betonte er. „Ich hoffe: Wenn alles zur Normalität übergegangen ist, sollte es einen sportartübergreifenden Solidaritätsgedanken geben, der der besonderen Bedeutung des Sports im Allgemeinen für die Gesellschaft Rechnung trägt.“

Auch im Fußball sollte man die anderen Sportarten nicht vergessen, hier sei aber vor allem die Politik gefordert. „Der Profi-Fußball sollte sich erst einmal selbst helfen“, betonte der ehemalige DFL-Geschäftsführer. Welchen Weg man dabei gehe, sollten nun die Experten vorschlagen. „Aber ich bin mir sicher, dass es bei der DFL ein großes Verantwortungsbewusstsein gibt“, betonte Rettig. „Wenn man zu dem Ergebnis kommt, dass der Abwägungsprozess Geisterspiele nicht rechtfertigt, dann wird man das auch nicht machen.“

Das vollständige Interview mit Andreas Rettig lesen Sie hier: Ex-DFL-Chef Rettig: Profi-Fußball soll andere Sportarten unterstützen

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