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WM-Teilnehmer

15.06.2014

Frankreich: Endlich raus aus Zizous Schatten

Karim Benzema will mit der französischen Nationalmannschaft die Schmach von der WM 2010 vergessen machen.
Bild: Franck Fife

Frankreich startet heute gegen Honduras in die WM 2014. Für die Franzosen soll es der erste Schritt zur Wiedergutmachung für das Fiasko bei der WM 2010 sein.

Jedes große Fußball-Land hat seinen Tiefpunkt: Brasilien das Achtelfinal-Aus 1990 in Italien gegen den Erzfeind Argentinien, Deutschland seine Schmach von Córdoba 1978 gegen den Intimus Österreich – warum also sollte die Grandé Nation da hinterherhinken? Obgleich der Auftritt Frankreichs bei der WM 2010 in Südafrika neben dem sportlichen Offenbarungseid an Peinlichkeit wohl nicht mehr zu überbieten ist.

Was war passiert? Zunächst warf Trainer Raymond Domenech Nicolas Anelka aus dem Kader, weil ihn der Stürmer in der Pause bei der 0:2-Pleite gegen Mexiko nonchalant als Zögling einer Dame des horizontalen Gewerbes bezeichnet haben soll. Drei Tage später boykottierte die Mannschaft im WM-Quartier im Knysna eine Trainingseinheit aus Protest gegen die Demission Anelkas. Das abschließende 1:2 gegen Südafrika samt Vorrunden-Aus rundete die Blamage für die Équipe Tricolore ab. „Le fiasco de Knysna“ war geboren.

Tiefpunkt bei der WM 2010

Verbandspräsident Jean-Pierre Escalette trat zurück und die als Rädelsführer des Boykotts ausgemachten Patrice Evra (5 Spiele) und Franck Ribéry (3) sowie Anelka (18) wurden gesperrt. Fast schon überflüssig zu sagen, dass Domenech sein Traineramt ebenso los war.

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Von den „Les Miserables“ der WM 2010 ist nur noch Manchester–Profi Evra übrig. Anelka ist nach einem faschischtischen Skandal-Jubel aktuell ohne Arbeitgeber und Bayern-Profi Franck Ribéry verpasst die WM wegen einer Rückenverletzung. Dabei war gerade Europas Fußballer des Jahres der große Hoffnungsträger für Brasilien. Trainer Didier Deschamps, der nach der EM 2012 auf Laurent Blanc folgte, muss sich nun überlegen, wie er den Ausfall seines Superstars kompensiert. Talente wie Linksverteidiger Lucas Digne (20, Paris St. Germain), Stratege Paul Pogba (21, Juventus Turin) oder Innenverteidiger Raphael Varane (21, Real Madrid) vereinen jugendliches Draufgängertum mit dem Attribut, dass sie sich bereits in jungen Jahren bei europäischen Topclubs durchgesetzt haben. Doch die Franzosen brauchen einen Capitaine. So war es beim EM-Sieg 1984, als Michel Platini führte. So war es beim WM-Triumph 1998 und dem EM-Titel 2000, als Zinedine Zidane den Regisseur gab.

Unser Tipp Der Ausfall von Ribéry schockt Frankreich. Aus im Achtelfinale.

Tor Landreau (SC Bastia), Lloris (Tottenham Hotspur), Ruffier (AS Saint-Etienne)

Abwehr Debuchy (Newcastle), Digne (Paris St. Germain), Evra (Manchester United), Koscielny (FC Arsenal), Mangala (FC Porto), Sagna (FC Arsenal), Sakho (FC Liverpool), Varane (Real Madrid)

Mittelfeld Cabaye, Matuidi (beide Paris St. Germain), Cabella (Montpellier), Schneiderlin (FC Southampton), Mavuba (OSC Lille), Pogba (Juventus Turin), Sissoko (Newcastle United), Valbuena (Olympique Marseille)

Sturm Benzema (Real Madrid), Giroud (FC Arsenal), Griezmann (Real San Sebastian), Remy (Newcastle United)

WM-Teilnahmen 14

WM-Bilanz 54 Spiele (25 Siege, 11 Unentschieden, 18 Niederlagen)

Meiste WM-Spiele Fabien Barthez, Thierry Henry (beide 17)

Meiste WM-Tore Just Fontaine (13)

Anzahl registrierter Fußballer 1,8 Millionen

Größtes Stadion Stade de France in St. Denis bei Paris (81 338 Zuschauer)

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