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FC Ingolstadt
28.10.2018

Vom Pechvogel zum Retter

Erleichterung: Die Mitspieler freuen sich mit Marvin Matip (links) über den späten 1:1-Ausgleich gegen den MSV Duisburg.
Foto: Roland Geier

Marvin Matip erzielt erst ein Eigentor, dann in der Nachspielzeit das 1:1 für den FC Ingolstadt gegen den MSV Duisburg. Wie die Spieler die Partie bewerten.

Erst ein Eigentor geschossen, dann in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt. Marvin Matip stand beim 1:1 des FC Ingolstadt gegen den MSV Duisburg im Fokus und erlebte sämtliche Gefühlswelten, die der Fußball zu bieten hat.

Als Matip zum ersten Mal traf – er köpfte den Ball nach einer Flanke von Ahmet Engin unhaltbar für FCI-Keeper Philipp Heerwagen ins eigene Tor (79.) – herrschte Weltuntergangsstimmung bei den Schanzern. Die siebte Niederlage hintereinander drohte, selbst gegen den punktgleichen Vorletzten Duisburg stand eine Pleite bevor. Ausgerechnet Matip, werden sich viele gedacht haben. Der 33-Jährige war in die Kritik geraten, nachdem er die eigenen Anhänger nach dem 0:4-Debakel in Sandhausen nach Becherwürfen aus dem Fanblock als „Asoziale“ bezeichnet hatte und zuletzt auch sportlich fehlerhaft agierte. Ausgerechnet Matip werden sich auch später viele gedacht haben, als der Kapitän in der Nachspielzeit das erlösende 1:1 köpfte und bei Mitspielern und Verantwortlichen wahre Jubelstürme auslöste. „So ein verrücktes Spiel habe ich noch nicht wirklich erlebt“, sagte Matip, dem bereits wieder zum Scherzen zumute war. „Mit Galgenhumor könnte man sagen, dass es der Gegner nicht geschafft hat, ein Tor gegen uns zu machen.“ Ein Satz, der ohne seinen späten Ausgleichstreffer freilich so nie gefallen wäre. „Es freut mich sehr, dass Marvin uns nach seinem Eigentor, das passieren kann, den Punkt rettet“, sagte FCI-Coach Alexander Nouri.

Dass sich der FCI über den einen Zähler freuen durfte, hatte er allerdings auch einer gehörigen Portion Glück zu verdanken. Stefan Kutschke hatte beim Angriff, der zum Tor führen sollte, einen Gegenspieler unterlaufen und damit zu Fall gebracht. Doch die Pfeife von Schiedsrichter Thorben Siewer blieb stumm. „Ganz zu unrecht waren die Beschwerden der Duisburger nicht“, gab Kutschke zu. Sowohl Trainer Torsten Lieberknecht als auch viele MSV-Spieler stürmten nach dem Schlusspfiff auf den Unparteiischen zu. „Jeder im Stadion hat auf einen Pfiff gewartet, wir auch“, echauffierte sich Lieberknecht. „Wir müssen mit der Entscheidung leben, aber sie schmerzt sehr. Ich erwarte eine Entschuldigung vom Schiedsrichter.“

Den Ingolstädtern wird das egal sein. „Der Ausgleich war unglaublich wichtig“, sagte Robin Krauße. „Jeder wusste, um was es ging. Alle sind an ihre Grenzen gegangen. Darauf lässt sich aufbauen.“ Kutschke stellte den Willen der Mannschaft heraus und betonte das Herz und die Leidenschaft, die das Team gezeigt habe. „Es war ein ekliges, nickliges Spiel mit vielen Zweikämpfen und wenig Fußball“, meinte Matip. Damit fasste der Kapitän das Spiel gut zusammen, denn sowohl Ingolstadt als auch Duisburg lieferten genügend Gründe für ihre derzeitigen Tabellenplätze.

Benschop und Lezcano schaffen es nicht in den Kader

Nouri hatte Sonny Kittel und Thomas Pledl auf die Bank verbannt. Charlison Benschop und Dario Lezcano schafften es nicht in den Kader. Gemeinsam mit den verletzten Spielern und Präsident Peter Jackwerth gesellten sie sich in die Fankurve und feuerten die Kollegen an. Fußballerische Schmankerl bekamen sie nicht zu sehen. Nach Standards erzeugten Phil Neumann (FCI/30.) und Gerrit Nauber (MSV/43.) etwas Gefahr. In der zweiten Hälfte hatten die Schanzer mehr vom Spiel. Doch Osayamen Osawe (60., 83.) und Kittel (76.) vergaben gute Möglichkeiten. Somit traf an diesem Tag lediglich Marvin Matip ins Tor. „Der späte Punktgewinn gibt uns ein gutes Gefühl“, sagte der Kapitän, „diesen Schwung müssen mir nun mitnehmen.“

FC Ingolstadt Heerwagen – Neumann, Matip, Gimber – Krauße (82. Leipertz) – Ananou, Otavio (76. Gaus) – Röcher, Kerschbaumer (71. Kittel) – Osawe, Kutschke. MSV Duisburg Mesenhöler – Wiegel, Bomheuer, Nauber, Wolze – Fröde – Schnellhardt, Taschtschi – Regäsel (87. Hajri), Stoppelkamp (69. Engin) – Iljutcenko (74. Sukuta-Pasu).

Schiedsrichter Thorben Siewer (Drolshagen) – Zuschauer 6564 Tore 0:1 Matip (79./Eigentor), 1:1 Matip (90.+2).

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