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FC Ingolstadt

31.01.2020

Frederic Ananou: 400 Tage Leidenszeit

Eine lange Leidenszeit ist vorbei: Frederic Ananou absolvierte im Jahr 2019 kein Pflichtspiel, kehrte in Duisburg zurück. Heute trifft er mit dem FC Ingolstadt auf den 1. FC Kaiserslautern.

Plus Frederic Ananou hat im Jahr 2019 wegen einer komplexen Schulterverletzung kein Spiel bestritten. Der 22-Jährige hat sich zurückgekämpft und ist wieder fit. 

Frederic Ananou ist einfach nur „happy“. Glücklich darüber, endlich wieder Fußball spielen zu können. 90 Minuten stand er am vergangenen Samstag auf dem Rasen, als sich der FC Ingolstadt beim MSV Duisburg ein 1:1 erkämpfte. Ananou sprintete, er passte, er führte Zweikämpfe. Alles Dinge, die der Profi lange Zeit nicht machen konnte. 400 Tage war es her, als der 22-Jährige zuvor in einem Pflichtspiel zum Einsatz kam.

400 Tage sind im Fußball eine verdammt lange Zeit. Als Ananou letztmals aufgelaufen war, verlor der FCI am 17. Dezember 2018 daheim gegen Jahn Regensburg mit 1:2. Die Schanzer spielen noch in der 2. Liga. Trainer ist Jens Keller, die Teamkollegen heißen Sonny Kittel oder Dario Lezcano. In besagter Partie verletzt sich Ananou an der Schulter. Keiner – er selbst eingeschlossen – wird damit gerechnet haben, welch lange Leidenszeit ihm bevorsteht. Die Schulterverletzung erweist sich als derart komplex, dass sie das Saisonaus bedeutet. Der Defensivspieler muss tatenlos zusehen, wie der FC Ingolstadt in die 3. Liga absteigt, zwei weitere Trainer den Verein verlassen und ein Großteil der Mannschaft ausgetauscht wird. Für Ananou, der im Januar 2018 von Roda Kerkrade nach Oberbayern gewechselt ist, kommt es noch schlimmer. Einer ersten Operation im vorderen Bereich der Schulter folgt im Juni eine zweite im hinteren. Ein Pflichtspiel kann er das gesamte Jahr 2019 nicht bestreiten.

FC Ingolstadt: Ananou wird langsam aufgebaut

Ananou wirkt nachdenklich, wenn er auf seine Leidenszeit zurückblickt. „Das war natürlich eine sehr schwierige Phase.“ Familie, Freunde und seine Freundin hätten hinter ihm gestanden und ihm sehr geholfen. Weil der Verein zustimmt, absolviert er die ersten Wochen der Reha in seiner Heimat nahe Köln. Zurück in Ingolstadt, kann er trotz seiner maladen Schulter an seiner Fitness arbeiten, absolviert Lauf- und Fahrradeinheiten. Schon Mitte September kehrt er ins Mannschaftstraining zurück. Doch der Weg zurück ist noch lang und steinig. Ananou wird im Training zunächst nicht voll belastet, sondern langsam aufgebaut. Sobald Zweikämpfe zu führen sind, setzt er aus. Als er Fortschritte macht, hat der 22-Jährige genug vom Warten. Er fühlt sich fit, will wieder spielen. Doch Trainer Jeff Saibene lässt ihn nicht, führt viele Gespräche mit seinem Schützling. „Das war ein schwieriges Thema“, sagt Saibene. „Freddy ist sehr ungeduldig, ihm ging es nicht schnell genug. Ich habe ihm oft gesagt, dass er nichts überstürzen soll.“ Jetzt, wo er wieder spielen darf, zeigt sich Ananou nachsichtig. „Es wurde der richtige Zeitpunkt abgewartet, mich wieder reinzuwerfen“, sagt er. Für Saibene sei die Situation nicht leicht gewesen. „Weil ich lange verletzt war, konnte er mich nie in einem Spiel bewerten.“

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FC Ingolstadt: Saibene leistet Überzeugungsarbeit

Ananou fühlte sich fit, durfte aber nicht ran. Kamen da Wechselgedanken auf? „Ich fühle mich sehr wohl in Ingolstadt und wollte keine voreilige Entscheidung wegen eines Transfers treffen“, sagt er zwar. Dennoch spielte ein Weggang in seinen Überlegungen durchaus eine Rolle. Sportdirektor Michael Henke und Saibene sprachen Ananou aber Mut zu und überzeugten ihn von einem Verbleib.

Es hat sich ausgezahlt, schließlich stand der Verteidiger gleich im ersten Pflichtspiel in Duisburg 90 Minuten auf dem Platz – und überzeugte seinen Trainer. Saibene: „Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Es hat mich beeindruckt, dass er trotz seiner langen Pause auch in der Schlussphase noch Akzente gesetzt hat.“ Der Trainer wird daher auch im Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen den 1. FC Kaiserslautern auf Ananou setzen. Die Frage ist, ob rechts oder links in der Viererkette.

Gegen die Pfälzer freut sich Ananou auf das Wiedersehen mit seinem ehemaligen U-19-Coach beim 1. FC Köln Boris Schommers, der inzwischen Kaiserslautern trainiert. Und darauf, einfach nur Fußball spielen zu können. Die Probleme mit der Schulter hat Ananou hinter sich gelassen. „Der Glaube an die Schulter ist voll da“, sagt er. Was anderes sei auch gar nicht möglich. „95 Prozent Einsatz bringen mir und der Mannschaft nichts.“

Zum Spiel

Der FCI muss auf die gesperrten Maximilian Beister und Peter Kurzweg sowie die verletzten Tobias Schröck und Gordon Büch verzichten. Der zuletzt kranke Marcel Gaus erhielt von Saibene eine Einsatzgarantie. Offen ist, ob er im Mittelfeld oder als linker Verteidiger spielt.

Mögliche Aufstellungen

FC Ingolstadt Buntic – Ananou, Paulsen, Antonitsch, Gaus – Kaya, Krauße, Thalhammer, Elva – Kutschke, Eckert Ayensa.

1. FC Kaiserslautern Grill – D. Schad, K. Kraus, Hainault, Hercher – Bachmann – Sickinger, Zuck – Kühlwetter, Skarlatidis – Pick.

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