Newsticker
Ampel-Bündnis will Olaf Scholz schon in Nikolauswoche zum Kanzler wählen
  1. Startseite
  2. Touren
  3. Wandertouren
  4. Wandern in und um Augsburg: Auf den Spuren des Wassers

Wandern in und um Augsburg: Auf den Spuren des Wassers

Wandertour durch Augsburg: Während Sie dem Wasser folgen, gibt es beim Wandern viel zu sehen.
6 Bilder
Wandertour durch Augsburg: Während Sie dem Wasser folgen, gibt es beim Wandern viel zu sehen.
Foto: Fridtjof Atterdal

Auf einer Wanderung in und um Augsburg gibt es viel zu sehen: Mit seinen Wassertürmen, Kanälen, Brunnen und Wasserkraftwerken ist Augsburg UNESCO-Welterbe. Wandern Sie auf den Spuren des Wassers.

Mit seinen Wassertürmen, Kanälen, Brunnen und Wasserkraftwerken ist Augsburg UNESCO-Welterbe. Die Schätze für die Bewerbung zusammengetragen hat Martin Kluger, Leiter des Augsburger Context-Verlags. An seiner Seite spazieren wir durch ein halbes Jahrtausend Wasserbaukunst.

Wanderung durch Augsburg: Die Wandertour beginnt am Wasserwerk am Roten Tor direkt neben der Augsburger Puppenkiste

Das Wasserwerk ist eines der Sahnestücke, verrät Kluger. Hier im ehemaligen Werkhof der Brunnenmeister sieht man gleich drei Wassertürme, zwei Brunnenmeisterhäuser und das Aquädukt – ein wohl weltweit einzigartiges Ensemble. Von hier aus folgen wir dem Stadtgraben und dann dem Schwallech in die Altstadt. Immer wieder sieht man kleine Häuschen direkt über dem Kanal. In ihnen waren früher die Wasserräder untergebracht, die die Handwerksbetriebe der Stadt am Laufen hielten. Wasser war das „Erdöl des Mittelalters“ heißt es. Das Wort „Schwal“ kommt von Schwellen und geht auf einen steinernen „Spalter“ am Brücklein vor St. Ursula zurück, an dem der Kanal aufgespalten wird in den Hinteren- und den Mittleren Lech. Die Kanäle laufen für gut einen Kilometer parallel durch die Altstadt. Nur wenige Meter entfernt fließt auch der Vordere Lech – wie drei Finger liegen die Kanäle zwischen den Häusern. Der Spaziergang folgt jetzt auf Kopfsteinpflaster dem Mittleren und dem Hinteren Lech. Bei den Straßennamen haben es sich die Augsburger einfach gemacht – sie heißen wie die Kanäle.

Am Lech wandern Sie zum Brechthaus

Am Ende vom Mittleren Lech stoßen wir auf das Kulturhaus Kresslesmühle – wie der Name sagt, ist hier früher ein Müller seinem Handwerk nachgegangen. Unter dem Bauwerk rauscht der Mittlere Lech. Von hier ist es nur ein kurzes Stück bis zum Brechthaus. Man mag sich vorstellen, wie die junge Familie Brecht dort unter dem Lärm gelitten hat, ging doch in diesem Haus ein Feilenhauer seinem Handwerk nach, wie Kluger zu berichten weiß. Für unseren Wasserspaziergang bietet das Haus einen weiteren Höhepunkt – denn hier vereinigen sich der Mittlere und der Hintere Lech und strömen nun als Stadtbach weiter. Ein paar Meter vor dieser Stelle mündet der Vordere in den Mittleren Lech. Wo heute im Kino „Liliom“ Filme gezeigt werden, befand sich das das bis 1879 zweitwichtigste Wasserwerk der Stadt

30 Meter höher versorgte ein Wasserturm die ­Augsburger mit Trinkwasser

1626 wurden hier jene wasserradgetriebenen Kolbenpumpen eingebaut, die den Augsburger Brunnenmeistern europaweit Ruhm einbrachten. Auch eine Wasserbrücke kann man hier bestaunen – der Innere Stadtgraben überquert auf der „Zirbelnuss-Kanal-Brücke“ den Stadtbach. Wer gut zu Fuß ist, kann den kurzen Abstecher über die Schwedenstiege nehmen und den schönen Ausblick von oben auf den Graben genießen – mit Kinderwagen geht man besser noch ein Stück die Straße entlang. Am Stephingergraben, ein Stück über die Wiese, bekommt man einen Eindruck, wie gewaltig die Augsburger Stadtmauer mit ihren Schießscharten den Belagerern während des 30-jährigen Krieges Widerstand geleistet haben muss. Über den Äußeren Stadtgraben geht es zurück in Richtung Lechviertel. Die Wasserfläche, auf der man heute an der Kahnfahrt mit Ruderboten seine Runden drehen kann, zeigt eindrucksvoll die Ausmaße des Schutzgrabens, der einmal rund um die Reichsstadt angelegt war.

Der von Stadtbaumeister Elias Holl errichtete Wasserturm an der Grenze zur Jakobervorstadt ist gerade erst neu gestrichen worden und erstrahlt jetzt wieder im originalen Farbton. Über das Jakobertor geht es zum Vogeltor, wo noch einmal 400 Jahre Wasserbaugeschichte zusammenkommen. Als im 15. Jahrhundert die Jakobervorstadt mit in die Stadtmauer einbezogen wurde, entstand an dieser Stelle die Abzweigung für den Äußeren Stadtgraben. Es sind noch Überreste eines alten Wasserwerks zu sehen, an dieser Stelle steht der sechste erhaltene Augsburger Wasserturm. Hier endet der Wasserspaziergang – mit dem Bus der City-Galerie kann man wieder in die Innenstadt zurückfahren oder in wenigen Minuten laufen.