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Soziales

14.02.2018

Führungswechsel bei der Arbeiterwohlfahrt

Matthias Fahrenbruch übernimmt die Nachfolge von Josefine Kotter, die nach 39 Dienstjahren bei der AWO in den Ruhestand geht.
Bild: Ulrike Walburg

Die „Frau der ersten Stunde“ Josefine Kotter übergibt nach 39 Dienstjahren die Leitung des Pflegedienstes an Matthias Fahrenbruch. Der Nachfolger übernimmt eine Wirkstätte mit gewaltigem Aufgabenspektrum

Die Zeit des Loslassens sei gekommen. „Der Zeitpunkt ist von langer Hand geplant und gut vorbereitet“, sagt Josefine Kotter. Ihre Nachfolge sei gesichert. Josefine Kotter übergibt nach 39 Dienstjahren als Pflegedienstleitung der Arbeiterwohlfahrt Sozialstation Wertingen/ Höchstädt die Verantwortung an ihren Nachfolger Matthias Fahrenbruch. „Es ist an der Zeit, die Verantwortung an jüngere Kollegen weiterzugeben,“ betont die langjährige Pflegedienstleiterin im Rahmen einer kleinen Feierstunde in den Geschäftsräumen am Marienfeld. Als „Frau der ersten Stunde war sie maßgeblich an der Entwicklung des Pflegedienstes beteiligt,“ erinnert sich Marianne Birzele.

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Während der emotionalen Abschiedsfeier wird sie von guten Wünschen der Mitarbeiter begleitet. Mit Blumen und persönlichen Wünschen für die Zukunft verabschieden sich Kollegen und Mitarbeiter und bedanken sich für die tolle Zusammenarbeit bei der bisherigen Leiterin. „Alles hat ein End’, dass jedes End’ am End’ auch ein neuer Anfang sei“ heißt es in einem eigens getexteten Gedicht.

Kotter verabschiedet sich in den Ruhestand mit einem Rückblick auf die Jahre ihrer Tätigkeit. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester und Tätigkeit als Operationsschwester im Wertinger Krankenhaus, habe sie vor 39 Jahren mit nur wenigen Mitarbeiterinnen „klein angefangen“ die AWO Sozialstation Wertingen aufzubauen. Damals habe es in Höchstädt bereits als „Modellstation“ eine Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt gegeben. Mit den Jahren ist parallel die Nachfrage im Altlandkreis für ambulante Pflegedienstleistungen und die Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt zur gemeinsamen Sozialstation Wertingen/Höchstädt gewachsen. „Heute beschäftigen wir sechzig Mitarbeiter und betreuen 210 Patienten“ zieht Kotter Resümee über fast vier Jahrzehnte. Im vergangenen Jahr seien von der Sozialstation fast 75000 Hausbesuche für Alte Menschen und Menschen mit besonderen Bedürfnissen im Altlandkreis durchgeführt worden. Menschen mit Demenz, nach einem Schlaganfall oder mit anderen körperlichen Einschränkungen nahmen die ambulante Pflege in Anspruch.

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Voraussetzung für „Erstattungsfähige Leistungen“ der ambulanten Versorgung zu Lasten der Krankenkassen und der Pflegekasse ist die ärztliche Verordnung und einen durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK), eingestuften und anerkannten Pflegegrad von eins bis fünf. Die Inanspruchnahme von ambulanter Pflegeleistung auf privater Basis ist immer möglich.

Zu den ambulanten Pflegeleistungen gehören die „Grundpflege“ und die „Behandlungspflege.“ Dazu gehört die Körperpflege mit waschen und duschen und das Verabreichen von Spritzen, Verbänden und das Messen von Blutzucker. Täglich seien ausgebildete Pflegekräfte in fünfzehn verschiedenen Pflegetouren im Altlandkreis von Lauterbach bis Blindheim unterwegs. Fast 600 „Beratungseinsätze“ seien im vergangenen Jahr in Anspruch genommen worden. Pfleger geben dabei im häuslichen Umfeld praktische Beratungsunterstützung mit praktischen Tipps für die Alltagsbewältigung.

Fast 13000 Essen auf Rädern wurden im vergangenen Jahr ausgeliefert. „Das Essen wird täglich frisch gekocht und warm ausgeliefert,“ so Kotter. Diesen Service kann jeder Interessent bestellen.

Wie im häuslichen Umfeld können die Bewohner der „Sinfonie“ auch im „Betreuten Wohnen“ ambulante Pflege in Anspruch nehmen. Josefine Kotter bekräftigt jedoch: „Das Betreute Wohnen ist kein Pflegeheim.“ Die Sozialstation Wertingen/Höchstädt stehe in einem Betreuungsvertrag mit dieser Wohnanlage. In diesem Betreuungsvertrag sind bestimmte Leistungen für die Bewohner des Betreuten Wohnens der Sinfonie festgeschrieben, wie die tägliche „Gesundmeldeanlage.“ Täglich zeige ein „Anwesenheitslicht“ die Verrichtung von regelmäßigen Gewohnheiten an. Dieses Licht zeigt an, ob Bewohner zur gewohnten Zeit Licht in ihrem Bad betätigen. „Wenn bei uns das Licht ausgeht, wissen wir, dem Patienten geht es gut,“ berichtet Fahrenbruch. Donnerstags werden die Bewohner zu einer Einkaufstour in die Wertinger Innenstadt gefahren. „Wer möchte, kann sich auch den Einkauf bringen lassen,“ sagt Fahrenbruch. Einmal in der Woche findet ein Gymnastik- und Gedächtnistraining statt. Zu verschiedenen Anlässen finden gesellige Veranstaltungen statt, wie an Ostern ein Osterfrühstück oder in der Vorweihnachtszeit eine Adventsveranstaltung. In diesem Jahr haben sich die Bewohner der „Sinfonie“ gegen eine Faschingsveranstaltung, zugunsten einer anderen Veranstaltung im Jahreskreislauf entschieden.

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