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10.08.2017

Was sticht uns, und was hilft dagegen?

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Die Bienen in Holzheim sind gesund und munter. Weltweit gehen die Populationen jedoch dramatisch zurück. Die kleinen Tierchen stechen nur selten. Am häufigsten kommt im Landkreis Dillingen die „Carnicabiene“ vor, die sehr sanftmütig sind und kaum jemals Menschen angreifen. Etwas aggerssiver ist die seltener vorkommende „Nigrabiene“.
Bild: Filippa Mörz

Natur Experten erklären, welche Insektenarten es im Landkreis Dillingen gibt, wie man sich vor Stichen schützen kann und diese am besten behandelt. Ein Geheimtipp ist beispielsweise Rosenöl

Sobald es die Temperaturen in diesem Sommer zulassen, gibt es kein Halten mehr: Das Mittagessen muss nach draußen auf die Terrasse verlagert werden. Der Sonnenschirm wird aufgespannt und die Sitzpolster für die Stühle aus dem Gartenhäuschen geholt. Alles ist bereit, das Essen kann beginnen. Doch schon nach kurzer Zeit haben sich einige kleine Gäste ungebeten dazugesellt und stören das Treiben. Es summt und brummt um den Tisch herum.

In der Regel handelt es sich hierbei um Wespen, erklärt Michael Winkler aus Eppisburg, Bienenfachwart des Lehrbienenstands Holzheim. „Den Bienen sind unsere Speisen und Getränke nicht süß genug“, sagt er. Die Wespen hingegen werden von den Gerüchen der Nahrungsmittel angelockt. Viele würden versuchen, die Wespen durch heftiges Umherschlagen zu vertreiben, doch das sei genau der falsche Weg, weiß Winkler. „Dadurch fühlt sich das Insekt bedroht und sticht“, sagt Winkler.

Zu den aggressiveren Wespenarten hier zählen die sogenannte „gemeine Wespe“ und die deutsche Wespe, erläutert er. In der Region gibt es auch noch die „Solitär–“ und „Feldwespen“, diese seien laut Michael Winkler jedoch nicht gefährlich für den Menschen, da ihr Stachel zu weich sei, um zuzustechen. Unterscheiden könne man diese beiden Arten von den anderen Wespen an deren Farbe und Größe. Solitärwespen seien hauptsächlich braun oder schwarz, die aggressiveren Faltenwespen hingegen gelb. Feldwespen sind zwar auch gelb, jedoch sei ihr Körper kleiner als der anderer Wespen, sagt Winkler. Die im Landkreis Dillingen am häufigsten vorkommende Bienenart, sei die „Carnicabiene“, die der Bienenfachwart als sehr sanftmütig beschreibt. Sie steche, im Gegensatz zu der eher selten auftretenden „Nigrabiene“, kaum. Im Landkreis Dillingen gibt es auch Hornissen. Diese sind um einiges größer als Wespen und Bienen, besitzen einen größeren Stachel und auch mehr Gift, sagt Michael Winkler. Viele Menschen hätten große Angst vor ihnen, doch das sei völlig unbegründet, sagt Winkler: „Hornissen sind sehr friedlich und stechen so gut wie nie.“ Sollte es doch zu einem Stich kommen, hätte dieser aber die gleichen Auswirkungen wie ein Wespenstich, sagt Winkler. Lediglich der Einstich könne größere Schmerzen bereiten, da der Stachel einer Hornisse größer ist. Bei Hummeln müsste man sich gar keine Sorgen machen, gestochen zu werden. „Diese wissen nicht einmal, dass sie einen Stachel besitzen“, sagt Michael Winkler.

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Am häufigsten werde der Mensch von der Mücke gestochen, sagt Uta–Maria Kastner vom Gesundheitsamt Dillingen. Die Mücken ernähren sich vom Blut des Menschen, erklärt sie. Angezogen werden die Mücken durch den Schweißgeruch. Hauptsächlich gibt es hier die „heimische Stechmücke“. Doch vereinzelt trete auch die „asiatische Tigermücke“ auf. Diese könne theoretisch Tropenviren übertragen, doch dies sei noch in keinem Fall in der Region nachgewiesen worden, sagt Kastner.

Stiche der heimischen Insekten seien zwar nicht gefährlich für den Menschen, aber dennoch unangenehm, sagt der Dermatologe Viktor Heimbuch aus Wertingen. Bei einem Stich tritt das Insektengift unter die Haut des Menschen und verursacht Schwellungen, Rötungen und Juckreiz, erläutert Heimbuch. Die Stiche sollte man am besten mit kalten Kompressen kühlen oder mit Alkohol behandeln, rät der Hautarzt. „Man sollte sich auf keinen Fall am Stich kratzen“, sagt er. Dadurch könnten Bakterien in die offene Stelle treten und eine sogenannte „Erisybel“, eine Wundrose, bilden. „Das verschlimmert den Juckreiz enorm“, so Viktor Heimbuch.

Um sich vor Mücken zu schützen, schlägt Uta–Maria Kastner vor, abends lange Kleidung zu tragen und am Fenster Fliegengitter anzubringen. Auch Hautarzt Heimbuch hat einen Tipp: „Die Haut mit Rosenöl einreiben hilft, die Insekten fernzuhalten.“ Wenn man von einer Biene oder Wespe verfolgt werde, sollte man Ruhe bewahren und schnelle Bewegungen vermeiden, rät Michael Winkler. „Außerdem sollte man darauf achten, dass man nicht in der Flugbahn einer Biene steht“, sagt er.

Besonders viele Mücken gebe es an stehenden Gewässern, sagt Kastner: „Dort sind ihre Brutstätten.“ Bei stehenden Gewässern kann es sich aber auch um Pfützen, Regentonnen oder Gießkannen handeln. Je nach Niederschlagsmenge in einem Jahr, variiert die Anzahl der Mücken, erklärt Kastner. Die Wespen dagegen halten sich an ganz anderen Orten auf. „Die gemeine und die deutsche Wespe sind Höhlenbauer“, sagt Michael Winkler. Daher könne man sie beispielsweise in Maulwurfshügeln oder Rollladenkästen finden. Die sächsische Wespe baue ihre Nester hingegen häufig in Dachböden und die mittlere Wespe in Hecken, teilt der Eppisburger mit. Eine Hornisse wählt keinen speziellen Ort für ihr Nest. So könne man dies beispielsweise in Hohlräumen oder an einer Hauswand finden, sagt Winkler. Unterscheiden könne man ein Hornissennest von dem einer Wespe daran, dass dieses grober strukturiert ist.

Insgesamt sei die Anzahl der Insekten in der Region aber eher abnehmend, sagt Michael Winkler. „Es hängt von dem Wetter ab, ob es in einem Jahr viele Insekten gibt oder nicht“, meint er. Ideal für die Vermehrung seien milde Temperaturen und viel Niederschlag, erklärt Uta–Maria Kastner.

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