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Landkreis Dillingen

27.02.2018

Wer kümmert sich um unsere Wälder?

Zurzeit wird ein Forstliches Gutachten erstellt. Dabei wird die Situation der Waldverjüngung erfasst, mit Meterstab und Wäscheklammern.

Unter anderem in Wittislingen fällt mit der Auftaktveranstaltung der Startschuss für eine Inventur zwischen vielen Bäumen.

Winterstiefel an, Mütze über die Ohren und Schal und Handschuhe nicht vergessen – zurzeit trauen sich die meisten nur in voller Montur nach draußen. Denn der eisige Wind lässt unsere Knie schlottern. Trotzdem sieht man in den Wäldern in letzter Zeit häufig ein paar Menschen durch den Schnee stapfen, die lange Stäbe in die Erde stecken und Wäscheklammern an kleinen Bäumen befestigen. Doch was genau machen die da?

Alle Jahre wieder. „Alle drei Jahre wieder müsste man eher sagen“, meint Gerhard Steger, stellvertretender Bereichsleiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wertingen. Denn alle drei Jahre wird auf gesetzlicher Grundlage ein Forstliches Gutachten zur Situation der Waldverjüngung erstellt. Dazu findet vorerst eine Auftaktveranstaltung statt, welche gleichzeitig auch der Startschuss für die landkreisweite Inventur junger Waldbäume.

Die Bestandsaufname, die im Zeitraum von März bis April durchgeführt wird, liefert die Daten für das Forstliche Gutachten. Die Vegetationsgutachten sind für die Jagdvorstände, Eigenjagdbesitzer und Revierinhaber sowie für die zuständigen unteren Jagdbehörden eine wichtige Entscheidungshilfe bei der Erstellung der Abschusspläne. Denn ein tragbarer Wildbestand unterstütze die Waldeigentümer beim Aufbau stabiler, klimatoleranter Mischwälder. „Da Wild nicht gezählt werden kann, nehmen wir die Vegetation auf und untersuchen sie auf ihre Verbisssituation“, erklärt Steger.

Es wird bewertet, ob der Verbiss in den jeweiligen Hegegemeinschaften für den Wald tragbar ist oder nicht. Denn ein hoher Schalenwildverbiss kann zu großen Schäden führen, und es ist wichtig den Wald vor den Folgen zu schützen. „Es kann dazu führen, dass die Pflanzen nicht selber wachsen können“, sagt Steger. Anhand der Verbisssituation könne man den Einfluss des Wildes auf den Wald gut abschätzen. „Wir geben also eine Empfehlung ab, ob das Wild mehr werden soll oder weniger“.

Das nähere Vorgehen bei der Bestandsaufnahme wurde nun unter anderem in Wittislingen den zuständigen Mitarbeitern der Forstverwaltung erläutert.

Anhand einer Karte zeigt Gerhard Steger, wie der gesamte Landkreis zuerst systematisch in ein Raster eingeteilt wird. Die jeweils einem Rasterpunkt, gekennzeichnet durch eine lange rot-weiße Stange, nächstgelegene geeignete Verjüngungsfläche wird ausgewählt und aufgenommen.

Pro Hegegemeinschaft – hier im Landkreis sind es insgesamt sechs – werden zwischen 30 und 40 Aufnahmeflächen erfasst. „Bei der Inventur werden junge Bäume größer oder gleich 20 Zentimeter auf Art, Höhe und Verbissspuren durch sogenanntes Schalenwild untersucht“, erklärt Steger. Hier im Landkreis seien es hauptsächlich Rehe. Insgesamt wird der Zustand von 15 Trieben und Knospen rund um den jeweiligen Aufnahmepunkt untersucht und mit Wäscheklammern etikettiert. „Die erhobenen Daten werden zusammengefasst, ausgewertet und statistisch heruntergebrochen“, erzählt Steger weiter.

In Hegegemeinschaften, in denen der Verbiss beim letzten Gutachten als „zu hoch“ oder „deutlich zu hoch“ eingestuft wurde, erhalten alle Jagdreviere eine sogenannte „ergänzende Revierweise Aussage“, welche Auskunft über das konkrete Jagdrevier gibt.

Weitere Infos unter:

www.forst.bayern.de (Rubrik Jagd)

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