Im Juli hatten die Wertinger Grünen einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, der für reichlich Diskussionen sorgte. Die Stadt solle die Stelle eines „Klimamanagers“ schaffen. Der- oder diejenige hätte fortan die Aufgabe, sich sowohl bei der Kommune als auch den Bürgern als Experte anzubieten, wo auch immer es Potenziale für mehr Klima- und Umweltschutz in Wertingen gibt. Die Stadtverwaltung äußerte den Wunsch, zunächst die räumlichen wie finanziellen Möglichkeiten für eine solche Stelle ausloten zu dürfen, bevor sie vom Stadtrat beschlossen werde.
Was bei dieser Einschätzung herauskam, präsentierte Wertingens Geschäftsleiter Dieter Nägele nun in der jüngsten Sitzung des Stadtrates: Es gebe leider keine nennenswerten Leerstände in der Wertinger Innenstadt. Damit könne seiner Einschätzung nach ein zentral gelegenes Büro als Anlaufstelle für die Wertinger Bürger nicht eingerichtet werden. Für die Schaffung einer neuen Stelle gebe es für die Kommune die Möglichkeit, sich 65 Prozent des Gehaltes über drei Jahre erstatten zu lassen.
Eine externe Firma mit dem Klimaschutzkonzept für Wertingen beauftragen
Es gebe allerdings eine weitere „interessante“ Fördermöglichkeit: Der Landkreis gelte als Gegend mit besonderem Handlungsbedarf. Ergo könne die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes mit bis zu 100.000 Euro gefördert werden. Man habe sich in Absprache mit den ursprünglichen Antragsstellern – also den Grünen – auf diese Variante geeinigt. Ein „externer Klimaschutzmanager“ solle ein Klimakonzept erstellen, welches auf die „speziellen, umweltklimatischen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Stadt Wertingen eingeht“. Ein solches Klimakonzept wäre das zweite im ganzen Landkreis, bisher hat ein solches nur Lauingen. Die Zielrichtung des Klimaschutzkonzeptes solle durch den Bau- und Umweltausschuss definiert werden. Grünen-Stadträtin Hertha Stauch nannte die Beschlussfassung einen „gangbaren, nachvollziehbaren Kompromiss“.
Zu diesem Antrag hatten zahlreiche Stadträte etwas zu sagen. Johann Bröll von der konservativen Ortsteilliste CSW stellte klar, dass er den Antrag „grundsätzlich“ unterstütze. Allerdings habe man sich bei der Elektromobilität und deren Infrastruktur in der Vergangenheit schon ähnliche Expertise eingeholt – mit dürftigem Ergebnis. „Ich habe nicht den Eindruck, dass wir in diesem Bereich besser dastehen als andere Kommunen.“ Man müsse also bei der jetzigen Vergabe darauf achten, dass ein echter Gegenwert mit dem Klimaschutzkonzept für Wertingen entstehe.
Bauverwaltung wird zuarbeiten müssen
Der ursprüngliche Antrag der Grünen habe ihm persönlich sehr gut gefallen, sagte der Fraktionschef der Freien Wähler, Frieder Brändle. „Die Idee, eine leicht erreichbare Anlaufstelle für alle möglichen Umwelt-Fragen zu haben, fand ich sehr interessant“, so Brändle.
Sein Parteikollege Markus Müller fand den Antrag in seiner zur Abstimmung vorliegenden Fassung gut. „So verpflichten wir uns nicht dauerhaft“, so Müller. Die Lösung sei „charmant“, weil das Thema wichtig sei, für die Stadt aber auch stets die Kostenseite beachtet werden müsse.
Bürgermeister Willy Lehmeier erläuterte vor der Abstimmung, wie er sich den nun eingeschlagenen Weg vorstellt. „Wir werden bei einem Planungsbüro genau schauen, was die schon alles geleistet haben, und wo“, so der Rathauschef. Die örtliche Expertise müsse dabei, gerade in der Anfangsphase, von der Bauverwaltung kommen. „Wir werden da einiges zuarbeiten müssen“, so Lehmeier. Auf Nachfrage von Tobias Kolb bestätigte die Verwaltung zudem, dass eine Fördermöglichkeit nur dann besteht, wenn auch wirklich ein Klimaschutzkonzept vorgelegt werden kann. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.