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Corona-Krise

13.03.2020

Brauerbund-Chef: "Der pH-Wert von Bier ist schädlich für das Coronavirus"

Georg Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der gleichnamigen Weißbier-Brauerei, ist Präsident des Bayerischen Brauer-Bundes.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Exklusiv Georg Schneider ist Präsident des Bayerischen Brauerbunds. Er rechnet wegen des Coronavirus mit einem starken Rückgang des Bierkonsums.

Geht der Bierkonsum durch die Corona-Pandemie spürbar zurück, wenn die Menschen weniger und vielleicht bald gar nicht mehr in Lokale gehen?

Georg Schneider: Es ist davon auszugehen, dass der Bierkonsum stark zurückgeht. Die Gastronomie ist ein wichtiger Absatzkanal für Bier. Wenn diese von den Menschen nicht mehr aufgesucht wird, schlägt das direkt auf den Bierverkauf durch.

Trinken die Menschen dann eben mehr Bier zu Hause?

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Schneider: Tendenziell wird zu Hause weniger konsumiert. Da Bier ein Getränk ist, das die Geselligkeit fördert und sehr gerne in Gesellschaft getrunken wird, ist der Rat, soziale Kontakte möglichst zu vermeiden, nicht förderlich für den Bierabsatz.

Haben Sie Erkenntnisse, dass sich Bürger Biervorräte angelegt haben? Gibt es Bier-Hamsterkäufe wie Nudel- oder Klopapier-Hamsterkäufe?

Schneider: Systematische Hamsterkäufe wie bei Hygieneartikeln sehen wir bei Bier nicht, wenngleich die Getränkebevorratung in manchen Regionen auf kleinem Niveau zugenommen hat. Letztendlich ist es ja auch eine Frage des Platzes in der Wohnung.

Wie anfällig sind Brauereien für das Coronavirus? Wie hält man den Betrieb aufrecht, wenn ein Mitarbeiter erkrankt ist?

Schneider: Brauereien sind genauso anfällig wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen. Bei Erkrankung von Schlüsselmitarbeitern können die Produktion und der Vertrieb gefährdet sein. Das Coronavirus kann jedoch nicht in das Produkt gelangen oder über das Produkt übertragen werden. Der pH-Wert von Bier und der Alkoholgehalt sind für das Coronavirus schädlich.

Ist bei einer Ausweitung der Corona-Epidemie die Bierversorgung in Bayern gefährdet? Sollte man sich jetzt noch einmal zur Sicherheit kräftig eindecken?

Schneider: Die Frage ist hier nicht, ob genügend Bier da ist, sondern wie es zum Konsumenten kommt. Bei einer weiteren Ausbreitung des Virus ist dann nicht nur die Bierversorgung gefährdet. Wenn das gesamte öffentliche Leben lahmgelegt werden sollte, ist so ziemlich jede Versorgung gefährdet. Die Strategien der Pandemiebekämpfung in Deutschland zielen aber genau darauf ab, dass dies nicht der Fall sein wird.

Zur Person: Georg Schneider ist geschäftsführender Gesellschafter der bekannten Schneider Weisse G. Schneider & Sohn GmbH. Die mittelständische Brauerei hat ihren Sitz im niederbayerischen Kelheim an der Donau. Früher hat das Unternehmen auch in München gebraut. Doch die Sudstätte wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seit 2016 ist Georg Schneider Präsident des Bayerischen Brauerbunds.

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