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1300 Flüge abgesagt

09.11.2019

Lufthansa-Streik läuft: Gestrichene Flüge, Sonderflugplan, Eurowings

Beim Lufthansa-Streik im November 2019 fallen am Donnerstag und Freitag viele Flüge aus. Wir informieren rund um Rechte, betroffene Flüge, Eurowings und den Sonderflugplan.
Bild: B. Roessler, dpa (Archiv)

Der Lufthansa-Streik im November 2019 hat auch heute am Samstag noch Auswirkungen. Hier finden Sie die Infos rund um gestrichene Flüge, Sonderflugplan und Eurowings.

Der Lufthansa-Streik hat am Donnerstag um 0 Uhr begonnen und ging am Freitag weiter. Der Streik sollte 48 Stunden lang laufen, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Ufo mitteilte. Am Freitag gab es 600 gestrichene Flüge, am Donnerstag waren es bereits 700. Insgesamt sind rund 200.000 Passagiere betroffen. Die Lufthansa hatte am Mittwoch noch versucht, den Streik juristisch zu stoppen, war vor Gericht aber gescheitert.

Auch zu Beginn des Wochenendes sind noch Flüge augefallen. An die 20 Verbindungen seien für Samstag annulliert worden, sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Airport. Zahlreiche Lufthansa-Flüge starteten oder landeten demnach teilweise mit mehreren Stunden Verspätung. Die Airline teilte auf Anfrage mit, es könne nach dem Streik zu vereinzelten Flugausfällen oder Verspätungen kommen. Das liege daran, dass Maschinen und Crews noch nicht an den richtigen Einsatzorten seien, hatte ein Sprecher vorab gesagt.

Der Grund für den Streik der Flugbegleiter im November 2019 ist ein Tarifkonflikt. Am Donnerstag kündigte die Lufthansa an, doch durch eine Schlichtung eine Lösung suchen zu wollen. Gewerkschaft und Konzern haben Stillschweigen für Gespräche vereinbart. Man wolle inhaltlich voran zu kommen. Ufo teilte mit, über das Wochenende an den Gesprächen teilzunehmen. Der aktuelle Streik werde zwar nicht abgebrochen, aber auch nicht auf andere Flugbetriebe ausgeweitet.

Lufthansa Streik: So ist die Situation an den Flughäfen

Am Donnerstag blieb es an den Terminals der Flughäfen Frankfurt und München ruhig. Es gab keine Warteschlange an den Schaltern, da sich Betroffene wohl schon vorher informiert hatten. Auch am Freitag blieb es an den Terminals zunächst ruhig. Am Frankfurter Flughafen hat die Lufthansa am frühen Morgen 415 von 1362 Flüge gestrichen, erklärte ein Sprecher des Flughafens. Ein Sprecher des Flughafenbetreiber Fraport erklärte, man rechne damit, dass es am Samstag lange Wartezeiten für Passagiere gebe. Denn dann, wenn de rStreik beendet ist, würde man mehr Fluggäste als sonst erwarten. Die Kunden stellen sich auf den Streik ein - deshalb hätten viele ihren Flug auf den Samstag umgebucht. Am Samstag sollten Passagiere deshalb mehr Zeit einplanen.

In München fallen laut eine Lufthansa-Sprecherin über beide Streik-Tage 500 Flüge aus. Am Donnerstag sind in München bereits 260 Flüge gestrichen worden. Trotzdem hätten sich auch in München bisher keine langen Schlangen gebildet.

Welche Flüge werden gestrichen? Gibt es auch einen Eurowings-Streik? Wie lässt sich der Sonderflugplan aufrufen? Welche Rechte haben Fluggäste? Hier bekommen Sie die Antworten.

Wann findet der Flugbegleiter-Streik statt?

Der Streik bei der Lufthansa hat am Donnerstag, 7. November 2019, um 0 Uhr begonnen. Er läuft 48 Stunden lang bis einschließlich Freitag, 8. November 2019.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo kündigt einen Streik an.

Gestrichene Flüge beim Lufthansa-Streik 2019: Welche Flüge fallen aus?

Ufo-Vize Daniel Flohr hatte Anfang der Woche angekündigt: "Wie schon bei den letzten Warnstreiks wird der gesamte Konzern von dieser erneuten Arbeitskampfwelle betroffen sein." Weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns seien jederzeit möglich. Konkret wurden von der Lufthansa am Donnerstag 700 und am Freitag weitere 600 Flüge gestrichen.

Lufthansa-Streik am Donnerstag und Freitag: Gibt es auch einen Eurowings-Streik?

Grundsätzlich erlaubt das deutsche Tarifrecht die Arbeitsniederlegungen auch bei den Lufthansa-Flugbetrieben Eurowings Deutschland, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress. Nachdem das Unternehmen Schlichtungsgespräche angekündigt hatte, teilte die Gewerkschaft Ufo am Donnerstag aber mit, den Streik nicht auf diese Flugbetriebe ausweiten zu wollen.

Sonderflugplan: Lufthansa-Kunden können Notfallplan mit Flugstatus prüfen

Am Mittwochnachmittag wurde der Sonderflugplan von der Lufthansa veröffentlicht, der sich über die Website www.lufthansa.com aufrufen lässt. Betroffene können über den Punkt "Flugstatus" mit ihrer Flugnummer Informationen zu ihrer Verbindung abrufen.

Lufthansa-Hotline für aktuelle Informationen

Wer auf der Website nicht die nötigen Infos findet, kann die kostenlose Hotline der Lufthansa nutzen:

  • Deutschland: +49(0)69 86 799 799
  • Großbritannien: +44 800 358 0538
  • Frankreich: 0805 98 0097
  • Spanien: 900 901 465
  • Italien: 800 089 775
  • Russland: 8800 3334 265

Lufthansa-Streik im November 2019: Rechte der betroffenen Fluggäste

Fällt ein Flug streikbedingt aus oder verspätet sich um mehr als drei Stunden, muss die Fluggesellschaft Reisenden nach Einschätzung des Reiserechtlers Paul Degott eine alternative Beförderung zum Ziel anbieten - zum Beispiel durch eine Umbuchung auf einen anderen Flug.

Die Lufthansa hat bereits angekündigt, dass Betroffene ihr Ticket für Donnerstag oder Freitag kostenlos auf einen Termin innerhalb der nächsten zehn Tage umbuchen können. Bei Flügen innerhalb von Deutschland sei über die Lufthansa-Website auch eine Umbuchung auf die Deutsche Bahn möglich.

Streik bei der Lufthansa aktuell: Gibt es eine Entschädigung bei Flugausfall?

Wird der Flug definitiv annulliert oder ist mehr als fünf Stunden verspätet, können Reisende ihr Ticket zurückgeben und das Geld dafür einfordern. Eine Entschädigung nach EU-Fluggastrechte-Verordnung steht Reisenden in so einem Fall nicht zu. Denn bei einem Streik handelt es sich laut Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs um höhere Gewalt.

Welche Regeln gelten für Pauschalurlauber?

Bei Pauschalreisen gilt: Der Reiseveranstalter muss sich um alternative Beförderung kümmern. Ab mehr als vierstündiger Verspätung am Ankunftsort können Urlauber den Reisepreis laut Degott nachträglich anteilig mindern. Verkürzt sich ein Kurzurlaub durch den Streik erheblich, kann der Gast die Reise auch stornieren. Er bekommt dann den Reisepreis zurück. (mit dpa)

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