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Osram-Konzernumbau
01.12.2020

Osram-Chef Olaf Berlien muss Ende Februar gehen

Osram-Chef Olaf Berlien ist auf dem Absprung.
Foto: Sven Hoppe, dpa (Archiv)

Der neue Osram-Eigentümer AMS besetzt die Spitzenposten mit eigenen Leuten. Nun kann das österreichische Unternehmen durchregieren.

Nun muss er doch gehen. Osram-Chef Olaf Berlien wird nach der nächsten Hauptversammlung Ende Februar sein Amt abgeben, so hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Konzerns. Ziel sei es, die Vorstandsbesetzung an die neue Führungsstruktur als Teil des AMS-Konzerns anzupassen. „Der Aufsichtsrat wird daher mit dem Vorstandsvorsitzenden Olaf Berlien einvernehmlich die Auflösung seines Vertrages zum 28. Februar 2021 besprechen.“ Mit anderen Worten: Nachdem der wesentlich kleinere AMS-Konzern die Osram-Übernahme mit dem von den Aktionären angenommenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag Anfang November vollendete, wird nun auch auf personeller Ebene dafür gesorgt, dass AMS-Chef Alexander Everke vollen Zugriff auf die neue, weisungsabhängige Tochter bekommt.

Osram-Umbau: Was Berliens Worte jetzt noch gelten, muss sich zeigen

Beobachter hatten diesen Schritt erwartet. Zu Beginn der sich über Monte hinziehenden Übernahmeschlacht war Berlien ein entschiedener Gegner der Pläne von Everke. Doch als immer klarer war, dass der Widerstand kaum durchzuhalten war, schwenkte auch der Osram-Chef um – und gab sich fortan absolut loyal zum kommenden neuen Eigentümer aus Österreich. Noch Ende Oktober sagte Berlien in einem Exklusiv-Interview mit unserer Redaktion, die Chemie zwischen ihm und Everke sei sehr gut: „Wir befinden uns in engem Kontakt, ja telefonieren täglich. Wir duzen uns und gehen auch mal ein Bier zusammen trinken.“

So viel Professionalität dürfte sich für Berlien, der noch einen Vertrag für zweieinhalb weitere Jahre hatte, auszahlen. Die Frage ist, wie viel nun andere Aussagen von Berlien, der angeblich hoch motiviert war und noch tausend Ideen für Osram hatte, wert sind. Er äußerte sich damals auch zu den Plänen des Unternehmens. Konkret sagte er, dass an Gerüchte, AMS wolle den Konzern zerschlagen, nichts dran sei, die Autosparte werde nicht verkauft. Auch für den Standort Schwabmünchen, in dem von 300 Mitarbeitern LED-Teile in einem Reinraum gefertigt werden, versicherte er, dass kein Personalabbau geplant sei. Doch über die weiteren Pläne von AMS ist auch die Arbeitnehmerseite bei Osram bislang nicht informiert.

Ingo Bank wird der Nachfolger von Olaf Berlien bei Osram

Berliens Nachfolge soll Ingo Bank übernehmen. Der ehemalige Finanzvorstand von Osram bekleidet dieses Amt derzeit bei AMS. Die Aufgaben bei Osram übernimmt er zusätzlich. Zudem bekommt Osram auch einen neuen Aufsichtsratsvorsitzenden. Peter Bauer wird dieses Amt Mitte Dezember niederlegen. Als Nachfolger ist Thomas Stockmeier vorgesehen, der im Vorstand von AMS sitzt. Ein anderer Ex-Osram-Manager hat bereits einen neuen Job. Stefan Kampmann, früherer Technikvorstand, hatte am gestrigen Dienstag seinen ersten Arbeitstag in gleicher Funktion beim Anlagenbauer Voith.

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