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Neue HIV-Behandlung
27.07.2017

Hoffnung trotz Aids: Neunjähriges Mädchen lebt seit Jahren ohne Symptome

Einer neuen Studie zufolge gibt es neue Hoffnung für die Aids-Forschung: Ein Mädchen lebt seit fast neun Jahren ohne HIV-Symptome.
Foto: Arne Dedert/Symbolbild (dpa)

Auf der Konferenz der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS) in Paris wurde der außergewöhnlicher Fall einer jungen Patientin mit HIV vorgestellt.

Anlässlich einer Konferenz der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS) in Paris hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erschreckende Zahlen zum HI-Virus veröffentlicht. In Kliniken in Guinea, Kenia, Malawi und im Kongo, die von der Hilfsorganisation unterstützt und betrieben werden, sterben 30 bis 40 Prozent der HIV-Patienten. Demnach verläuft Aids wohl aus Sicht von Ärzte ohne Grenzen in mehreren afrikanischen Ländern noch zu häufig tödlich.

Laut einer aktuellen Studie in Zusammenarbeit mit der Universität Johannesburg schöpfen Wissenschaftler allerdings nun neue Hoffnung im Kampf gegen Aids: Die am Montag in Paris vorgestellte Studie zeigt ein mit dem HI-Virus geborenes Mädchen aus Südafrika, das seit fast neun Jahren keinerlei Krankheitsanzeichen haben soll, obwohl es seit einer HIV-Behandlung in den ersten Lebensmonaten keine Medikamente mehr nimmt. Es ist erst der dritte Fall einer sogenannten Langzeit-Remission - dem Ausbleiben von Symptomen - bei Kindern.

Mädchen ohne Symptome: Neue Hoffnung für HIV-Patienten

Der Fall "verstärkt unsere Hoffnung, dass wir HIV-infizierten Kindern die Last einer lebenslangen Therapie ersparen können, wenn wir sie frühzeitig über einen kurzen Zeitraum behandeln", sagte der Leiter des US-Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, als Initiator der Studie.

Mitautorin Avy Violari von der Witwatersrand Universität in Johannesburg, fügte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP hinzu, ein Rückschlag sei zwar jederzeit möglich. Dennoch hoffe sie auf eine dauerhafte "funktionelle" Heilung des Mädchens, was bedeutet, dass das Virus in seinem Körper so geschwächt ist, dass es sich nicht mehr vermehren kann und das Mädchen symptomfrei bleibt.

Das Mädchen wurde wohl schon im zweiten Monat mit sogenannten antiretroviralen Medikamenten behandelt. Im Rahmen der Studie wurde die Behandlung nach neun Monaten bewusst eingestellt, nachdem sichergestellt wurde, dass in dem Körper des Mädchens keine Spuren des HI-Virus mehr entdeckt werden konnten. Acht Jahre und neun Monate später ist die Lage unverändert, obwohl das Mädchen seitdem keine Aids-Medikamente mehr nimmt.

Ähnliche Aids-Fälle ohne Symptome in Frankreich und Südafrika

Vor der Patientin aus Südafrika gab es erst zwei Fälle von Langzeit-Remissionen bei Kindern: Im ersten Fall des "Mississippi-Babys" tauchte das Virus allerdings im Jahr 2014 wieder auf, nachdem die Kleine rund zwei Jahre lang als "funktionell" geheilt gegolten hatte. Seitdem erhält das Mädchen wieder Medikamente.

Auch ein Mädchen aus Frankreich kann nach Angaben des Forschers Asier Sáez-Cirión seit 14 Jahren symptomfrei mit ihrer Erkrankung leben. Der Fall wurde 2015 bekannt. Die junge Französin wurde seit dem dritten Lebensmonat und bis zum sechsten Lebensjahr medikamentös behandelt, bis die Familie wohl entschied, die Behandlung einzustellen. In beiden Fällen wurde die Behandlung von den Familien auf eigene Faust abgebrochen - im Fall der jungen Südafrikanerin erfolgte der Abbruch unter ärztlicher Kontrolle.

Aids ist bis heute unheilbar und es gibt auch noch keinen Impfstoff. HIV-Medikamente können eine Vermehrung der Viren im Körper verhindern, sie weisen aber eine Reihe von Nebenwirkungen auf und müssen ein Leben lang eingenommen werden. afp/dpa

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