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Testosteron-Studie
05.05.2017

Testosteron kann wohl Denkprozesse bei Männern einschränken

Das Sexualhormon Testosteron ist dafür verantwortlich, dass geistige Reflexionen reduziert werden und Männer weniger überlegt handeln. Das behauptet jedenfalls eine Studie.
Foto: Symbolbild: Arno Burgi, dpa (picture alliance)

Bei der bisher größten Studie über Testosteron wurde die Auswirkung des Sexualhormons beim Mann untersucht. Offenbar wirkt es sich direkt auf Denkprozesse aus.

Das Sexualhormon Testosteron ist an erster Stelle dafür zuständig, die Fortpflanzung sicherzustellen. Das führt bei nicht-menschlichen Lebewesen zu sogenanntem "reproduktiven" Verhalten. Die Folge: Geschlechtsverkehr und Machtkämpfe unter männlichen Vertretern der Spezies. Auch Aggressionen und geringe Impulskontrollen werden mit Testosteron in Verbindung gebracht. Eine neue Studie beschäftigt sich mit einem grundlegenden Prozess: Nachdenken.

Das ist das Sexualhormon Testosteron

Testosteron wird laut den Wissenschaftlern in der Nebenniere in den Hoden und in geringen Mengen sogar in den Eierstöcken produziert. Bei externen Stimulationen -eine attraktive Frau beispielsweise- wird das Sexualhormon in den Blutkreislauf und damit auch ins Gehirn freigegeben. Die neuropsychologischen Prozesse, die durch Testosteron ausgelöst werden, seien jedoch noch zu wenig erforscht, schreiben Forscher des California Institute of Technology in einer Mitteilung auf der Website des "Caltech". Sie haben beim Fachblatt "Psychological Science" einen Studienbericht eingereicht, der aufzeigt, wie kognitive Reflexion - also bewusstes Überlegen oder Nachdenken - bei Menschen durch Testosteron beeinträchtigt wird.

Bislang größte Studie über Testosteron

Bei der Studie handelt es sich um die größte Studie über Testosteron, die es je gab. 243 Männer nahmen als Probanden teil. Sie erhielten entweder Testosteron oder ein Placebo, bevor sie am sogenannten Cognitive Reflection Test (CRT), also einer Analyse der geistigen Fähigkeiten beim Nachdenken, teilnahmen. Der Test untersuchte, inwiefern die Probanden in der Lage waren, falsche intuitive Einschätzungen durch Überlegungen zu enthüllen.

Die Studie konnte nachweisen, dass die Probanden, die zuvor Testosteron bekommen hatten, im CRT schlechter abschnitten. Dabei blieben die Abweichungen von der Placebo-Gruppe auch bei Unterschieden in Alter, Laune, mathematischen Fähigkeiten und dem Einfluss von 14 anderen Hormonen konstant. Deshalb gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich Testosteron auch auf das komplexe menschliche System von Urteilskraft und Entscheidungsfähigkeit auswirkt. sh

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