1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. 1,5 Millionen Euro: Landkreis entlastet die Gemeinden

Aichach-Friedberg

17.01.2019

1,5 Millionen Euro: Landkreis entlastet die Gemeinden

In diesem Jahr wird die Erweiterung des Landratsamtes in Aichach geplant, in den nächsten Jahren wird gebaut. Deshalb fallen die Hauptkosten auch erst in de kommenden Jahren an. Archivbild
Bild: Erich Echter

Ganz so rosig, wie im November noch gedacht, sieht es mit den Finanzen nun doch nicht aus. Warum Landrat Klaus Metzger die Kreisumlage dennoch senken will.

Sprudelnde Steuerquellen, Rekordeinnahmen, wenig Investitionen: also alles eitel Sonnenschein beim Kreishaushalt 2019 – dieses Bild vermittelte noch im November der erste Etatentwurf im Kreistag. Seither hat sich der Himmel etwas eingetrübt. Die finanzielle Großwetterlage im Wittelsbacher Land ist zwar immer noch positiv, aber nicht mehr ganz so strahlend. Genau genommen geht es um knapp vier Millionen Euro, die der Kreis zusätzlich braucht. Trotzdem will Landrat Klaus Metzger die Gemeinden erneut entlasten.

Die Erwartungen waren Ende vergangenen Jahres hoch. Denn Kämmerer Josef Grimmeiß präsentierte einen ersten Haushaltsentwurf, der am Ende möglichst noch ein Sümmchen für den Sparstrumpf vorsah. Angesichts dessen forderte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann für die Gemeindechefs im Landkreis eine deutliche Senkung der Kreisumlage. Dabei handelt es sich um den prozentualen Anteil des Landkreises an den Steuereinnahmen der 24 Kommunen. Wie viel sich der Kreis von den Gemeinden holt, legt der Kreistag fest. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte der Kreis die Umlage gesenkt: insgesamt von 49,95 auf 49 Prozent.

Große Projekte werden diesmal nicht angepackt

Seit November hat sich die finanzielle Situation indes erheblich verändert. Das betont Landrat Metzger in einem Schreiben an die Kreisräte, das er am Mittwoch auch an die Landkreisbürgermeister schickte. Ursache ist nicht ein einzelner dicker Brocken. Kämmerer Josef Grimmeiß sprach gestern von einer „Summe vieler Einzelfaktoren.“ Ein Beispiel ist das Defizit der Kliniken an der Paar. Gerechnet hatte man im November mit etwa drei Millionen Euro. Es werde nun „etwas höher“ ausfallen, aber noch unter vier Millionen Euro liegen, so Grimmeiß. Unter anderem steigen auch die Personalkosten und Ausgaben für die Jugendhilfe. Am Gesamthaushalt sind die Veränderungen nur bedingt abzulesen. Im Verwaltungsbereich rechnet man anstelle mit knapp 126 nun mit rund 125 Millionen Euro, im Investitionsbereich anstelle mit 17,3 nun mit 18,7 Millionen Euro. Große neue Investitionen werden heuer nicht angepackt, nur laufende Projekte abgeschlossen und neue geplant, wie die Vinzenz-Palotti-Schule in Friedberg oder die Erweiterung des Landratsamts in Aichach. Die Veränderungen haben dazu geführt, dass der Landkreis, anstelle Geld auf die Seite legen zu können, 3,7 Millionen Euro aus dem Sparstrumpf nehmen muss. Der ist mit 9,5 Millionen Euro zwar recht gut gefüllt, wobei allein 6,5 Millionen vom vergangenen Jahr übrig geblieben sind. Doch, so betont der Landrat im Brief an die Kommunalpolitiker, schon 2020 wird der Finanzierungsbedarf auf 15, ein Jahr später dann auf knapp 18 Millionen Euro geschätzt. Die Rücklagen reichten dafür nicht aus, stellt der Landrat fest, der noch dazu einen Anstieg der laufenden Ausgaben erwartet. Gegenüber unserer Zeitung betonte Metzger gestern: „Es tut uns zwar nicht gut, die Kreisumlage zu senken.“ Dennoch schlägt er sie zum dritten Mal in Folge vor: und zwar gleich um einen ganzen Punkt auf 48 Prozent. Der Verzicht würde den Landkreis rund 1,5 Millionen Euro kosten. Kämmerer Grimmeiß erwartet, wenn es der Kreistag so beschließt, von den Kommunen dann noch 71,5 Millionen Euro.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Im nächsten Jahr will Metzger nicht über die Umlage diskutieren

Metzger bezeichnet die Senkung als Signal an die „kommunale Familie“. Denn er sehe den Bedarf der Kommunen mit ihren Ausgaben für Kinderbetreuung und Infrastruktur, während die Baupreise durch die Decke gingen. Mit 48 Prozent hat die Umlage nach Ansicht Metzgers aber ein „passables Niveau“ erreicht. Das will er in den nächsten Jahren stabil halten, wenn der Finanzbedarf des Kreises erheblich ansteige. Eine Debatte über die Umlagenhöhe soll es, geht es nach dem Landrat, die nächsten Jahre deshalb nicht mehr geben. Er spricht von Berechenbarkeit, die allen das Leben leichter mache. (mit cli)

Lesen Sie dazu den Artikel: Kosten steigen: Kreis gibt 20 Millionen für Personal aus

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_DSC1119(3).tif
Aichach-Griesbeckerzell

Zeller Geschichten: So interessant erzählt Hermann Winkler von früher

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen