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Sielenbach

20.05.2020

Abschied vom Sielenbacher Rathaus: Martin Echter hat alle Ziele erreicht

Eine Auswahl der Veränderungen in der Gemeinde Sielenbach sind auf dieser Schautafel im Rathaus dokumentiert, die unser Archivfoto zeigt.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Martin Echter war 18 Jahre lang Bürgermeister von Sielenbach. Er ist zufrieden damit, jetzt abzutreten. Was ihm vor seinem Amtsantritt Kopfzerbrechen bereitete.

Sie waren zum Teil Jahrzehnte im Amt und haben ihre Gemeinden geprägt. Zum 1. Mai haben gleich zehn von 16 Bürgermeistern im Aichacher Land aufgehört. In einer Serie verabschieden wir die langjährigen Bürgermeister und erkundigen uns, wie ihre Nachfolger die ersten Tage im Amt erlebt haben.

Eine Last ist von den Schultern Martin Echters gefallen. 18 Jahre lang war er ehrenamtlicher Bürgermeister Sielenbachs. Sein Leben ist zwar deutlich ruhiger geworden, zu tun hat der 69-Jährige aber noch genug: Er arbeitet in seinem Planungsbüro, unterstützt seinen Nachfolger Heinz Geiling bei Bedarf und sitzt für die Unabhängigen im Kreisrat. „Ich bin noch nicht ganz draußen“, sagt Echter und lacht.

Als Bürgermeister aufzuhören, sei der richtige Zeitpunkt gewesen, ist er überzeugt. „Ich bin glücklich.“ Dazu trägt auch bei, dass er seinem Nachfolger die Gemeinde mit gutem Gewissen übergeben konnte. „Ich habe keine Altlasten hinterlassen.“ Gerade die finanzielle Situation der Gemeinde mit der hohen Verschuldung hatte Echter damals als neu gewähltem Bürgermeister viel Kopfzerbrechen bereitet. Wie sehr ihn das belastet hat, zeigt dieser Satz Echters: „Wenn meine Frau nicht dahintergestanden wäre, hätte ich nach einem Vierteljahr alles abgegeben.“

Sielenbach: Viele Bauprojekte in der Gemeinde

In Echters erste Amtsjahre fielen die Flurneuordnung und die Dorferneuerung im Hauptort Sielenbach und dem Ortsteil Tödtenried, die bereits sein Vorgänger Thomas Wörle angestoßen hatte. Rund 7,5 Millionen Euro kosteten die Maßnahmen, in deren Rahmen unter anderem ein Wegenetz aufgebaut, Kapellen saniert oder der neue Dorfplatz mit Eisstockplatz angelegt worden war.

 

Voll in seinem Element war Echter, der Bautechniker und Maurermeister, bei den vielen Bauprojekten der Gemeinde. In seiner Doppelfunktion als Bürgermeister und Planer überwachte er unter anderem den – schuldenfreien – Neubau des Rathauses, der Gemeinschaftshalle oder des Kinderhauses Sonnenschein. Auch das Familiensozialwohnhaus, das heuer fertig wird, plante Echter.

Bürgermeister Martin Echter ärgerte sich öfter über die Bürokratie

Rund 150 Bauplätze wies die Gemeinde während seiner Amtszeit aus. Der 69-Jährige sagt selbst: „Das ist viel für Sielenbach.“ Zusammen mit dem Gemeinderat ging er die Erweiterung des Gewerbegebietes an, damit Firmen sich ansiedeln konnten. Was ihn noch immer freut: „Alle Gemeinderäte haben immer mitgezogen.“

Worüber er sich öfter ärgerte, war die Bürokratie. „Die hat sich in den 18 Jahren verdreifacht.“ Und Echter befürchtet, dass die Bürokratie in den nächsten Jahren noch zunehmen wird.

Sielenbach steht schuldenfrei da

Am Schwierigsten fand er immer den Grunderwerb für die neuen Baugebiete, weil er dafür mit verschiedenen Personen verhandeln musste. Letztlich hätten die Leute aber immer gut mitgezogen, sagt Echter. Die Bestätigung, dass die Sielenbacher mit seiner Führung zufrieden waren, fand er bei den Wahlen, bei denen er beide Male mit durchschnittlich gut 95 Prozent als Bürgermeister wiedergewählt worden war. Ihm ist klar: „Allen kann man es nie recht machen.“

 

Heute steht die Gemeinde Sielenbach schuldenfrei da, und es stehen momentan auch keine größeren Baumaßnahmen an. Dank Biogas, Windkraft und Photovoltaik spielt das Sonnendorf in Sachen Öko-Energie ganz vorne mit. Echter ist stolz auf das Erreichte: „Ich habe alles geschafft, was ich machen wollte.“ Da ist es kein Wunder, dass er sagt: „Ich bin rundherum zufrieden, und kann es mir nicht besser vorstellen.“

Wie es dem neuen Bürgermeister von Sielenbach in seinem Amt geht lesen Sie hier:

Ebenfalls aus der Reihe "Abschied vom Rathaus":

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