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Aichach

30.05.2020

Bei der neuen Krippe in Aichach geht es zügig voran

So soll die neue Kinderkrippe an der Flurstraße in Aichach aussehen.
Bild: Oliver Stuke, PRPM Architekten (Entwurf)

Plus Für die neue Krippe in der Flurstraße in Aichach liegt in Rekordzeit die Baugenehmigung vor. Die Kosten sind aber deutlich gestiegen.

Sie ist das einzige neue Projekt der Stadt Aichach, das wegen der noch unklaren Auswirkungen der Corona-Pandemie nicht auf Eis gelegt wurde: die neue Kinderkrippe auf dem Neusiedl-Grundstück an der Flurstraße. Über die Notwendigkeit der drei Gruppen, die dort entstehen sollen, herrschte im Stadtrat auch bei den Haushaltsberatungen Ende April Einigkeit. Wie zügig das Projekt voranschreitet, erfuhren die Stadtratsmitglieder am Donnerstagabend von Architekt Oliver Stuke vom Büro PRPM Architekten aus München.

Das Büro hat mit dem Bauamt die Eingabeplanung ausgearbeitet. Weil wegen der Corona-Pandemie keine Sitzungen möglich waren, hat Bürgermeister Klaus Habermann mit einer dringlichen Anordnung den Auftrag für PRPM, die Eingabeplanung und die Heizvariante – eine kleine Photovoltaikanlage kombiniert mit einer Gastherme und dezentraler Lüftung – abgesegnet. Die Heizvarianten untersuchte das Büro Haid.

Der Bauantrag ist mittlerweile genehmigt. Stuke betonte, er habe noch nie erlebt, dass es in nur vier Monaten zur erteilten Baugenehmigung komme, sagte er. Der Stadtrat hatte Ende Januar den Modulbau beschlossen, nachdem die Pläne für ein Kinderhaus im Nähsaal auf dem Neusa-Gelände geplatzt waren. Der Bau soll auch die teuren Miet-Container bei der Krippe am Holzgartenweg ablösen. Die neue Krippe wird auf dem 1260 Quadratmeter großen Neusiedl-Grundstück in Holzständerbauweise aus Modulen errichtet.

Neue Krippe in Aichach: Montage der Module dauert etwa eine Woche

Wie Stuke erläuterte, wird sie auf Einzelfundamenten und Stahlträgern ruhen. Die Fläche werde so nicht komplett versiegelt, und theoretisch sei es möglich, die Krippe später einmal zu versetzen, so der Architekt. Vorher ist eine geringfügige Geländemodellierung notwendig. Die Dachfläche wird begrünt, das ganze Gebäude soll eine Holzverschalung bekommen. Die Module werden in einer Zimmerei vorproduziert. Vor Ort werden sie dann in etwa einer Woche montiert.Wie Stuke erläuterte, wird derzeit die Baubeschreibung erstellt, die als Grundlage für die eine Teil-Funktionalausschreibung dient. Ende August soll möglichst der Auftrag an einen Zimmerer erteilt werden, der Rohbau könnte dann noch in diesem Jahr stehen. Bis Februar oder März soll die Krippe fertig sein.

Weil eine Kita auf dem Neusa-Gelände (rechts) noch nicht eingerichtet werden kann, plant die Stadt Aichach heuer als Ersatz eine Krippe auf dem Neusiedl-Grundstück (Bildmitte).
Bild: Oliver Stuke, PRPM Architekten (Entwurf)

Die Baukosten, die im Januar mit rund 1,1 Millionen Euro beziffert waren, liegen nun bei 1,48 Millionen Euro brutto. Der Grund: Damit die Krippe von der Regierung von Schwaben gefördert wird, musste das Raumprogramm etwas verändert werden: Ein Elternwarteraum musste vergrößert werden, Lagerflächen ebenso. Weil mehr Raum entsteht, seien auch die Kosten gestiegen, erläuterte Bauamtsleiterin Carola Küspert. Bürgermeister Klaus Habermann stellte fest: „Wir sind unwahrscheinlich gut unterwegs.“ Die Stadt hoffe auf eine baldige Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Fördergeber.

Wo die Eltern an der Aichacher Krippe parken sollen

Während Helmut Beck (CSU) und Kristina Kolb-Djoka (SPD) sich über den zügigen Fortschritt freuten, störte sich Erol Duman vom Bündnis Zukunft Aichach (BZA) an den Planungskosten. Er fragte, ob man für die Krippe nicht die Planung für den Umbau des Neusa-Nähsaals hätte verwenden können und warum ein anderer Planer für die Kita beauftragt wurde. Habermann sagte dazu, der Umbau des Neusa-Gebäudes sei ein völlig anderes Projekt. Dieter Saliger wollte wissen, wo die Eltern parken sollen. Dafür soll nach Absprache mit dem Landratsamt der bestehende öffentliche Parkplatz an der Flurstraße genutzt werden, so Stuke. Lothar Bahn von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) fragte, wie die zusätzlichen Kosten von 400.000 Euro abgedeckt werden. Das soll laut Kämmerer Wilhelm Rottenkolber im Rahmen des angekündigten Nachtragshaushalts geschehen. Marion Zott (Grüne) regte an, die Außenanlagen naturnah zu gestalten. Das sei eventuell kostengünstiger.

Der Stadtrat fasste einstimmig den Durchführungsbeschluss und stimmte auch der Ausschreibung zu.

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