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Aichach-Friedberg

30.06.2020

Corona-Reihentests: Keine Infizierten in den Seniorenheimen

Im Labor werden zum Nachweis einer Infektion Abstriche aus dem Nasen-Rachen-Raum auf das Sars-CoV-2-Virus getestet.
Bild: Oliver Berg/dpa/dpa-tmn

Plus Der Freistaat weitet seine Corona-Tests aus. Im Kreis Aichach-Friedberg wurden Mitarbeiter und Bewohner von fünf Heimen getestet. Was zwei Heimleiter dazu sagen.

In mehreren Seniorenheimen im Landkreis Aichach-Friedberg finden derzeit Corona-Reihentests statt. Das bestätigte ein Sprecher des Bayerisches Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), das die Tests in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsamt durchführt. Der Test ist freiwillig, und Bewohner wie Mitarbeiter können selbst entscheiden, ob sie das Angebot nutzen wollen.

Nach Auskunft des Landratsamts gibt es im Wittelsbacher Land 14 stationäre Pflegeeinrichtungen und drei ambulant betreute Wohngemeinschaften. In diesen Häusern leben insgesamt rund 950 Bewohner, die von etwa 570 Mitarbeitern betreut werden. Wie das LGL mitteilt, haben mobile Teams der Taskforce Infektiologie zuletzt zehn Einrichtungen besucht und die Verantwortlichen beraten. In fünf Häusern gab es bislang Reihentests von Bewohnern und Mitarbeitern. Welche Seniorenheime das sind, wollte der Sprecher des LGL aus rechtlichen Gründen nicht sagen. Bisher gab es keine positiven Tests.

Freistaat zahlt Corona-Tests in Aichach-Friedbergs Seniorenheimen

Bei dem Test wird ein Abstrich des Rachen- oder des Nasensekrets genommen und auf Erreger untersucht. Unter anderem die Arbeiterwohlfahrt ( AWO), die in Schwaben 25 Seniorenheime betreibt, hatte erst kürzlich vehement regelmäßige und flächendeckende Reihentests in allen stationären Pflegeeinrichtungen gefordert. Der Freistaat hat den Weg dafür mit einem Corona-Testkonzept freigemacht, in dem unter anderem die Kostenfrage geregelt wird. Wie der LGL-Sprecher betont, werden die laufenden Tests in den Seniorenheimen aktuell vom Freistaat bezahlt.

 

Dass das Wittelsbacher Land zu den ersten Landkreisen zählt, in denen derartige Reihentests durchgeführt werden, hat einen Grund: Die Auswahl der Orte erfolgte zu dem Zeitpunkt, als die Sieben-Tage-Inzidenz, also der Grenzwert von 35 Corona-Infizierten pro 100.000 Einwohner, im Landkreis nach den rund 100 positiven Tests auf dem Spargelhof Lohner in Inchenhofen zwischenzeitlich überschritten war.

Corona-Test in Seniorenheimen zeigt aktuellen Stand

In den Pflegeheimen im Landkreis wird dieses neue Testangebot offenbar positiv aufgenommen. In der Heilig-Geist-Spitalstiftung in Aichach werden derzeit 74 Bewohner von knapp 70 Mitarbeitern betreut. Wie Heimleiter Hans Eberle berichtet, gab es dort bereits eine Beratung des LGL, die Reihentestung ist für nächste Woche geplant. Eberle weiß zwar, dass diese Art Test nur eine Momentaufnahme darstellt, sagt aber: „Zumindest haben wir an diesem Tag dann mal einen Stand X.“ Seiner Ansicht nach wäre ein Antikörpertest vermutlich sinnvoller, aber dieser werde vom Freistaat nicht bezahlt. Der Antikörpertest kann Aufschluss darüber geben, ob der Getestete bereits Covid-19 hatte und daher eventuell immun ist. Bisher gab es im Spital keinen einzigen Corona-Infizierten.

 

Auch im Karl-Sommer-Stift in Friedberg mit 53 Bewohnern und etwa 50 Mitarbeitern hat sich glücklicherweise niemand angesteckt. Einrichtungsleiter Jakob Alaskiewitsch befürwortet die Reihentests ebenfalls. Dass sie in seinem Heim nicht angeboten werden, liegt laut Alaskiewitsch daran, dass es dort ohnehin immer wieder Tests auf Covid-19 bei Bewohnern und Mitarbeitern gibt. Als Anregung hat der Heimleiter den LGL-Mitarbeitern verstärkte Tests des Personals nach dem Urlaub mit auf den Weg gegeben. Schließlich seien in den Heimen auch viele ausländische Mitarbeiter tätig, die in ihren Ferien logischerweise oft ihre Heimat besuchten.

Heime in Aichach-Friedberg können Corona-Tests selbst organisieren

Nach Auskunft des LGL-Sprechers setzt der Freistaat insbesondere auf vorbeugende und regelmäßige freiwillige Tests der Beschäftigten und der neu eingestellten Mitarbeiter. Die Tests könnten die Heime auch selbst organisieren. Dazu heißt es: „Die Heime können die freiwilligen Tests für die Beschäftigten zum Beispiel auch über Heimärzte oder niedergelassene Ärzte durchführen lassen, wenn das Pflegepersonal damit nicht beauftragt werden soll. Das Gesundheitsamt muss bei diesen Tests nicht vor Ort sein.“

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