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Ein Jubiläum, drei Ausstellungen

10.05.2015

Drei Sonderausstellungen widmen sich den Wittelsbachern 

Die Kaiserin in Bronze vor dem Jagdschloss in Unterwittelsbach lässt sich im Sisi-Schloss bereitwillig mit Besuchern fotografieren.
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Die Kaiserin in Bronze vor dem Jagdschloss in Unterwittelsbach lässt sich im Sisi-Schloss bereitwillig mit Besuchern fotografieren.
Bild: Erich Echter

Vor 900 Jahren zog der Adel von Scheyern nach Oberwittelsbach. Ein Jubiläum, das Aichach mit Ausstellungen in Sisi-Schloss, Stadtmuseum und Wittelsbacher Museum würdigt.

900 Jahre ist es her, dass die Grafen von Scheyern ihren Hauptsitz auf die Burg Wittelsbach verlegten und sich fortan „Wittelsbacher“ nannten. 738 Jahre lang, von 1180 bis 1918 regierten die Wittelsbacher in Bayern. Die Wurzeln des Herrschergeschlechts liegen im Aichacher Ortsteil Oberwittelsbach, wo einst die Stammburg stand. „Es macht uns stolz, dass wir Namensgeber sind“, sagt Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. Um die Wittelsbacher, ihre Stammburg und ihre Beziehung zu Aichach drehen sich anlässlich des Jubiläums Ausstellungen in drei Museen der Stadt. Jede Ausstellung hat einen anderen Schwerpunkt. Geöffnet sind sie ab heute.

Seit 900 Jahren ist der Name der Wittelsbacher mit Aichach verbunden. „Ein herausragendes Jubiläum, das wir entsprechend begehen wollen“, sagt Habermann. Begonnen hat die Stadt damit schon im vergangenen Jahr. Anlässlich des „Wittelsbacher Jahres“ fand im Aichacher Ortsteil Oberwittelsbach eine Sternwallfahrt statt und im Schlosspark im Ortsteil Unterwittelsbach das historische Scheibenschießen zu Ehren von Herzog Max in Bayern. In diesem Jahr nun geht die Stadt mit den Veranstaltungen in die Vollen.

Verschiedene Vorträge drehen sich um die Wittelsbacher und Aichach und drei Museen widmen sich dem Thema.

Die größte Ausstellung ist im Sisi-Schloss, der früheren Sommerresidenz von Herzog Max in Bayern, zu sehen. Angeblich hat der Herzog in Unterwittelsbach stets die Ruhe abseits der aufreibenden Staatsgeschäfte genossen. Es ist überliefert, dass Herzog Max das Wasserschloss liebevoll seine „Burg“ nannte. Seine berühmte Tochter Sisi, die spätere Kaiserin von Österreich, hat ihre Kindheit zeitweise in Unterwittelsbach mit Reiten und Spielen verbracht. Sisi, um die sich jedes Jahr Sonderausstellungen im Schloss in Unterwittelsbach drehen, spielt in diesem Jahr nicht die Hauptrolle. Sie ist aber trotzdem präsent. Im Foyer im zweiten Stock sitzt sie zusammen mit ihrem Lieblingshund lässig auf einer Bank vor dem Schloss und scheint nur darauf zu warten, sich mit Besuchern fotografieren zu lassen. „Ein kleines Highlight“, freut sich Kastellanin Brigitte Neumaier. Sie hat das Konzept für die Ausstellung entworfen und ihre Kontakte genutzt, um hochkarätige Leihgaben zu bekommen. Habermann: „Das zeigt, dass wir in der Szene ein Image haben.“

Unterstützt wie immer von der Regio Augsburg ist es die 16. Sonderausstellung im Sisi-Schloss. Rund 190000 Besucher waren es insgesamt seit der ersten Ausstellung im Jahr 2000. Der Bürgermeister ist zuversichtlich, in diesem Jahr die Zahl 200000 zu knacken.

Unter dem Titel „Herzog – König – Kaiserin Sisi“ wird im Schloss die engste Verwandtschaft der Kaiserin von Österreich gezeigt. Dazu gehören viele persönliche Gegenstände, wie die knöchelhohen und mit Eisen beschlagenen Wanderschuhe von Ludwig Wilhelm, Herzog in Bayern. Außerdem sind unter anderem handgeschriebene Briefe, Urkunden, Büsten und Uniformen ausgestellt. Auch der „Märchenkönig“ Ludwig II., zu seiner Zeit einer der bekanntesten Wittelsbacher, darf nicht fehlen. Von ihm ist unter anderem seine Totenmaske sowie der Gipsabdruck seiner rechten Hand zu sehen.

Der herzoglichen Familie in Bayern, der Elisabeth entstammte, ist eine eigene Etage im zweiten Stock mit vielen persönlichen Gegenständen gewidmet. Im ersten Stock geht es um die Mitglieder der Linie von Bayern. Ein eigens für die Ausstellung gedrehter Film, der etwa zehn Minuten dauert, gibt eine kleine Einführung in die Ausstellung. Als spreche die Kaiserin persönlich, verrät Neumaier.

Im Stadtmuseum Aichach liegt der Schwerpunkt auf der engen Beziehung zwischen der altbayerischen Herzogstadt an der Paar und dem Geschlecht, das vom 13. bis ins 20. Jahrhundert Bayern regierte. Museumsleiter Christoph Lang hat keine klassische Sonderausstellung konzipiert. „Die wesentlichen Exponate sind in die Dauerausstellung integriert“, erklärt er. Unter dem Motto „Gute Zeiten, schlechte Zeiten – Aichach und die Wittelsbacher“ können sich Besucher mithilfe eines Audio-Guides auf die Spuren der Wittelsbacher begeben.

27 Stationen sind auf dem Audio-Guide besprochen. Die Texte dafür haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Stadtmuseums, Franz Friedl, Horst Lechner und Gottfried Hecht, geschrieben. Besprochen haben das Band Ursula und Wolfgang Göb aus Aichach. Eine Leihgabe sind zwei Stiftertafeln aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, die sonst in der Pfarrkirche in Kühbach hängen.

Im Wittelsbacher Museum im Unteren Tor dreht sich alles um „Die Stammburg der Wittelsbacher – Archäologie und Rekonstruktion“. In einer Dauerausstellung werden in dem Museum Fundstücke präsentiert, die bei archäologischen Grabungen zutage kamen. Zu sehen ist zum Beispiel eine historische Mörtelmischmaschine. Neben der Baugeschichte der Burg in Oberwittelsbach und den Umständen ihrer Zerstörung geht die Ausstellung auch auf das Leben in der mittelalterlichen Burg ein. Während der Sonderausstellung zeigt eine 3-D-Animation einen Rekonstruktionsversuch der Stammburg. In einem Ausstellungsraum wird ein Film über die Wittelsbacher gezeigt. (mit ech) 

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