1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. FOS und BOS in Friedberg brauchen mehr Platz

Aichach-Friedberg

04.06.2019

FOS und BOS in Friedberg brauchen mehr Platz

Die FOS (Bild) und die BOS in Friedberg brauchen mehr Platz. Um die Erweiterung ging es in der Sitzung des Kreissozialausschusses.
Bild: Brigitte Glas (Archiv)

FOS und BOS brauchen mehr Platz. Der Kreiskämmerer rechnet mit 1600 Quadratmetern Mehrbedarf. Die Kostenschätzung sorgt für kritische Nachfragen der Kreisräte.

Der Landkreis ist bei der Modernisierung und beim Ausbau seiner Schulen weiterhin stark gefordert. Erst vor knapp drei Wochen war im Bauausschuss des Kreistags bekannt geworden, dass die neue Vinzenz-Pallotti-Förderschule plus Sporthalle und Freisportanlagen in Friedberg rund 33 Millionen Euro kosten soll – vier Millionen Euro mehr als im Haushalt veranschlagt. Nun stand in einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Sozialausschuss schon das nächste Großprojekt an: Die Berufliche Oberschule Friedberg, unter deren Dach BOS und FOS zusammengefasst sind, braucht mehr Platz.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Von jetzt 20 auf insgesamt 36 Klassenzimmer und damit um rund 1600 Quadratmeter muss sie erweitert werden. Die Kosten dafür dürften einer ersten, groben Kostenschätzung zufolge circa zehn bis elf Millionen Euro betragen. Im Zuge der Haushaltsberatungen war noch von einer Hausnummer von 3,7 Millionen Euro die Rede gewesen.

Gründe für den Platzbedarf reichen bis ins Jahr 2000 zurück

Kämmerer Josef Grimmeiß schlüsselte detailliert auf, warum es für die Erweiterung aus seiner Sicht gute Gründe gibt. Im Schuljahr 2000/2001 war die FOS Friedberg ohne die Ausbildungsrichtung Soziales gestartet. Diese kam während der Bauphase hinzu, woraufhin der Bau lediglich um sechs Klassenräume erweitert wurde. Auch später gab es gravierende Veränderungen: Ab 2007 wurde die „FOS 13“ angeboten, 2011 startete die BOS, 2015 kam eine Vorklasse der FOS dazu und im vergangenen Jahr wurde der Ausbildungszweig Gesundheit für FOS und BOS eingeführt. Ende 2018 wurde bekannt, dass die BOS Seminarschule für Gesundheit wird. Außerdem erhält sie das Schulprofil Inklusion, wobei das den Raumbedarf nur geringfügig erhöht. Bisher behilft sich die Schule mit Containern für acht Klassen und einigem an Improvisation.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Grimmeiß betonte am Ende seiner Ausführungen, die die stellvertretende Schulleiterin Hermine Scroggie aufmerksam verfolgte: „Ich bin überzeugt, dass es hier keinen Spielraum nach unten gibt.“ Er halte den Raumbedarf für „hinreichend belegt“. Natürlich könne es sein, dass eine 13. Klasse womöglich nicht zustande komme. „Aber es kommt meist noch etwas dazu.“

Landrat: „Das ist kein Luxus-Raumprogramm“

Auch Landrat Klaus Metzger betonte, das alles sei nicht in den vergangenen beiden Jahren aufgelaufen, sondern habe seinen Ursprung bereits im Jahr 2000. „Wir sind aufgefordert, einen Status für die Schule zu schaffen, in dem sie vernünftig weiterarbeiten kann.“ Metzger unterstrich: „Das ist kein Luxus-Raumprogramm.“

Dennoch gab es kritische Anmerkungen der Ausschuss-Mitglieder. Merings Bürgermeister Hans-Dieter Kandler (SPD) sagte, niemand zwinge den Landkreis zu vier Jahrgangsklassen für den Gesundheitszweig. Er forderte, sich auf Schüler aus dem Wittelsbacher Land zu beschränken, und monierte: „Wir müssen nicht ganz Schwaben beschulen.“ Landrat Metzger und einige Ausschussmitglieder erinnerten jedoch daran, dass der Gesundheitszweig sehr wohl ein Angebot zumindest für die Region Augsburg sei. Schließlich sei vereinbart worden, die Ausbildungszweige in der Region aufzuteilen. SPD-FraktionschefRoland Fuchs machte deutlich: „Unsere Begeisterung ist nicht überwältigend.“ Aber nun sei man es der Bildungsregion schuldig, den einst beschlossenen Auftrag zu erfüllen.

Erweiterung soll in Holzbauweise erfolgen

Rupert Reitberger (CSU) erinnerte daran, dass es erklärter Wille gewesen sei, etwa das Personal für die Kliniken an der Paar im Zusammenhang mit dem Projekt „Gesundheitsregion plus“ selbst auszubilden. Auch Metzger sprach von „dem Thema der Zukunft“ und ergänzte: „Wenn wir bei dem Thema nicht die Weichen für die Zukunft stellen, holt uns das schneller ein, als wir uns das alle vorstellen können.“ Eva Ziegler (Unabhängige) stimmte dennoch gegen den zusätzlichen Raumbedarf: „Diese enorme Kostenexplosion packe ich heute einfach nicht.“ Wie im Bauausschuss besprochen, soll die Schule in Holzbauweise erweitert werden (Gegenstimme: Hans-Dieter Kandler).

Nicht nur die BOS in Friedberg erhält das Schulprofil Inklusion, sondern auch die Realschule in Aichach. Der Landkreis rechnet hier mit geringen Kosten und einem zusätzlich nötigen Zimmer. Im November hatte der Sozialausschuss den Entwurf eines Raumprogramms für die Sanierung und eine Erweiterung des Nebengebäudes anerkannt.

Lesen Sie dazu den Kommentar Von guten Schulen haben alle etwas

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren