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Essen

10.08.2018

Für eine Dasingerin ist Backen wie Yoga

Sabrina Grießhaber-Ruzicka und ihr fünfmonatiger Sohn Nico fühlen sich in der heimischen Küche wohl. Hier entstehen all ihre Back-Kunstwerke.
Bild: Christine Hornischer

Sabrina Grießhaber-Ruzicka unterstützt seit vier Jahren „Zuckerguss“, das Backmagazin unserer Zeitung. Darin präsentiert sie ein italienisch-sommerliches Rezept

Von Christine Hornischer

Dasing Was wären ein Geburtstag ohne Kuchen, ein Fest ohne Torte und eine Adventszeit ohne Plätzchen? Backen drückt Feierlichkeit, Fürsorge, Gemütlichkeit, Zuneigung und Wertschätzung aus. Die Frauen in ihrer Familie – die Oma, die Mutter und die Tante – haben bei Sabrina Grießhaber-Ruzicka die Liebe zum Backen geweckt, von ihnen lernte sie das nötige Fingerspitzengefühl. Durch die gemeinsamen Backerlebnisse hat die junge Frau aus Dachau, die seit sieben Jahren in Dasing lebt, erfahren, wie schön es ist, Traditionen zu leben und zu bewahren: Wie bestgehütete Rezepturen von einer Generation zur nächsten wandern und sich auch dort größter Beliebtheit erfreuen.

Und so ist es auch zu erklären, dass sie ihre Rezepte für ihre Lieblingstorten seit vier Jahren dem „Zuckerguss“, dem Rezeptmagazin unserer Zeitung, weitergibt. „Ich freue mich schon immer auf die nächste Ausgabe“, verrät die 32-Jährige. Im aktuellen Magazin hat sie ein italienisches Rezept mit Schoko-Vanillecreme, Erdbeersauce und Amarettini veröffentlicht (Rezept siehe unten). „Zuppa delizia“ heißt die leckere Torte im Glas, die mit Früchten und Schokoladenstäbchen garniert wird.

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„Ich habe schon immer gerne gebacken. Als ich früher von der Schule heimkam, habe ich meiner Oma über die Schulter geschaut, wie sie Eierlikörkuchen gebacken hat. Von da an war mein Interesse geweckt“, erzählt Sabrina Grießhaber-Ruzicka. Die Speditionskauffrau arbeitet mit ihrem Mann Thomas in der eigenen Spedition in Augsburg. „Noch heute nenne ich den Kuchen meiner Oma Ameisenkuchen, weil der mit seinen Schokoteilchen an Ameisen erinnert“, sagt die Mutter des fünfmonatigen Nico schmunzelnd. „Bevor Nico auf der Welt war, habe ich noch öfter gebacken“, erzählt sie. Mit dem Kleinen fehlt einfach die nötige Zeit davor.

Nur am Wochenende, wenn ihr Mann Thomas sich um den kleinen Nico kümmern kann, dann kann Sabrina wieder ihre „Auszeit“ nehmen. Denn das ist das Backen für sie. „Backen ist mein Yoga. Wenn ich backe, bin ich voll bei der Sache, da hab ich sonst nix anderes im Kopf“, sagt sie. Ihren Backstil bezeichnet sie selbst als traditionell-experimentell. Zwar verlässt sie sich gerne auf die alten Kochbücher von der Mama und der Oma, „doch die Rezepte von früher variiere ich mit neuen Ideen aus dem Internet und mixe sie, so dass was ganz Neues herauskommt“.

Für besondere Gelegenheiten und als beliebtes Mitbringsel in der Verwandtschaft, im Bekanntschafts- und Freundeskreis oder auch bei den Speditions-Mitarbeitern backt die sympathische junge Frau in der Regel eine Torte pro Wochenende. Dabei versucht sie, die Auswahl abzuwechseln, saisonale Früchte einzusetzen und immer wieder etwas Neues auszuprobieren. „Jetzt ist gerade die Erdbeer-Zeit vorbei, und es kommen die Pfirsiche“, erklärt sie. Bei Torten bevorzugt sie Sahnetorten. „Und mein Mann liebt meine Schwarzwälder Kirschtorte. Aber ausgerechnet er erwischt dann immer einen Kirschkern“, erzählt sie lachend.

„Ich würde am liebsten Tag und Nacht backen. Hier kann ich kreativ sein und vieles ausprobieren und das schönste Geschenk ist für mich, wenn meine Backwaren allen schmecken“, zieht die Hobby-Bäckerin Bilanz. Nur zu gerne erinnert sie sich an die Biskuittorte mit Kaffeebuttercreme der Oma väterlicherseits. „Ich probiere sie immer wieder, aber nachdem ich kein Rezept habe, wird sie nie ganz wie die von Oma.“

Ob schöne Kindheitserlebnisse oder pure Leidenschaft also – Backen macht Sabrina Grießhaber-Ruzicka einfach Spaß. Die blonde Frau backt auch mehrstöckige Torten, nur die Figuren oder das ganze „Chichi“ auf ihren Werken mag sie nicht so. „Da bin ich eher pragmatisch und baue auf den guten Geschmack, nicht aufs Aussehen“, sagt die 32-Jährige. Und der Erfolg gibt ihr recht: Alle, die ihre Torten probiert haben, sind begeistert.

Ein Blick aus dem Fenster verrät andere Dinge außer Backwaren, die Sabrina Grießhaber-Ruzicka erfreuen: Die elf Hühner, davon drei große Brahmas, die sich im großen Garten ihres Lebens freuen, der Hund, der schon auf sein Leckerli wartet und die Galloway-Rinder, die sich auf dem Nachbarhof tummeln. „Unsere Brahmas sind tiefenentspannt“, verrät die junge Bäckerin.

Amaretti-Erdbeer-Traum auf Italienisch

Rezept für 6 Dessertgläser (à 160 ml)

Zutaten

Für die Erdbeersauce: 150 g Erdbeerpüree, 1 1/2 EL Zucker, 1 gestrichener TL Pektin, 3 EL Zitronensaft, 2 EL Weinbrand

Für die Biskuitmasse: 1 Ei, 30 g Zucker, Salz, 20 g Mehl, 15 g Speisestärke, 1 Messerspitze Backpulver, etwas abgeriebene unbehandelte Zitronenschale, 1 Messerspitze Vanillemark

Für die Amaretti: 1 Eiweiß, 100 g Zucker, 70 g blanchierte gemahlene Mandeln, 2 bis 3 Tropfen Bittermandelöl, Puderzucker zum Bestäuben

Für die Vanille- und Schokoladencreme: ¼ l Milch, 50 g Zucker, ½ Vanilleschote, 3 Eigelb, 25 g Mehl, 30 g Zartbitter-Orangenschokolade, 30 g weiße Kuvertüre, 30 g geschlagene Sahne

Für die Espressotränke: 1 TL Zucker, 50 ml Espresso, 20 ml Orangenlikör (z. B. Cointreau)

Zum Garnieren: Früchte und Schokostäbchen

1. Für die Erdbeersauce das Erdbeerpüree mit dem Zucker, dem Pektin und dem Zitronensaft in einem Topf mischen und kurz aufkochen lassen. Mit Frischhaltefolie abdecken und auskühlen lassen. Weinbrand unterrühren und die Sauce etwa 4 Stunden kühl stellen.

2. Für die Biskuitmasse den Ofen auf 210 Grad vorheizen. Das Ei trennen. Eiweiß mit Zucker und 1 Prise Salz zu einem cremigen Eischnee schlagen. Mehl, Stärke und Backpulver mischen. Das Eigelb unter den Eischnee rühren. Zitronenschale und Vanillemark unterrühren. Mehlmischung dauf sieben und unterheben. Die Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech zu einem Rechteck von 20 x 15 cm verstreichen. Im Ofen auf der mittleren Schiene 5 bis 6 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen.

3. Für die Amaretti alle Zutaten (bis auf den Puderzucker) zu einer glatten Masse verrühren. In einen Spritzbeutel mit mittlerer Lochtülle füllen und 6 Kreise (à etwa 7 cm Durchmesser) auf ein mit Backpapier belegtes Backblech spritzen. Durch ein Sieb mit Puderzucker bestäuben und 20 Minuten trocknen lassen. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Amaretti mit den Fingern etwas andrücken, sodass die Oberfläche uneben wird und im Ofen auf der mittleren Schiene 10 bis 12 Minuten backen.

4. Für die Cremes Milch mit Zucker und Vanilleschote aufkochen. Die Eigelbe mit 3 EL Milch vermischen und das Mehl dazugeben. Die Schote entfernen und die heiße Milch mit der Mehlmischung binden. Den Pudding auf zwei Schüsseln verteilen. Unter eine Cremehälfte die Schokolade, unter die andere Hälfte die weiße Kuvertüre rühren. Mit Frischhaltefolie zudecken und kühl stellen. Die geschlagene Sahne unter die kaltgestellt Schokoladencreme heben.

5. Für die Espressotränke den Zucker im warmen Espresso auflösen und den Likör dazugeben. Die Zuppa delizia in Gläser schichten: Zuerst weiße Creme, dann Biskuitteig (je nach Größe der Gläser ausstechen), etwas Espressotränke, gefolgt von 1 bis 1 ½ EL Erdbeersauce. Die dunkle Creme mithilfe eines Spritzbeutels als Tupfen daraufsetzen.

Auf jedes Glas 1 Amaretti legen und mit Früchten und Schokoladenstäbchen garnieren

Service

Die neue Spezialausgabe des Magazins „Zuckerguss“ enthält 70 leckere Dessert-Rezepte unserer Leserinnen und Leser.

Thema des Magazins ist diesmal „Süßes zum Nachtisch“ – Klassiker wie Panna Cotta oder Crème Brûlée sind dabei ebenso enthalten wie verschiedene Tiramisu-Varianten, Ertrunkene Kapuziner, Kiwi-Bananen-Eis und vieles mehr.

Ein Sonderteil widmet sich Beerenobst und bietet viele interessante Infos sowie originelle Rezepte dazu.

Verkaufsstellen

Das Magazin „Zuckerguss“ ist zum Preis von 6,95 Euro bei allen Servicepartnern unserer Zeitung, bei ausgewählten Buchhandlungen sowie im Onlineshop unter www.augsburger-allgemeine.de/shop erhältlich.

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