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Aichach-Friedberg

16.07.2018

Heimische Firmen wollen Familien unterstützen

Fünf neue Firmen im Familienpakt (von links:) Bernd Stammel (Käuferle), Anja Karge (Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern), Ruth Reisinger (VHS), Kevin Kobras (Real) und Landrat Klaus Metzger.
Bild: Manfred Zeiselmair

Neun Unternehmen aus dem Landkreis Aichach-Friedberg haben sich schon dem Familienpakt Bayern angeschlossen

Das eine ist eine leistungsgerechte Bezahlung, das andere eine familienfreundliche Arbeitskultur: Umfragen zufolge ist diese für Arbeitnehmer eines der Hauptkriterien bei der Wahl des Arbeitsplatzes. Eine wichtige Rolle spielen flexible Arbeitszeiten, Teilzeitmöglichkeit, Jobsharing, Homeoffice, Kinderbetreuung, Image des Arbeitgebers, Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die Länge des Arbeitsweges.

Auch Unternehmer beschäftigen sich zunehmend mit dieser Thematik. Das zeigte sich bei einem Abend für Firmenchefs aus dem Landkreis, die dem Familienpakt Bayern beigetreten sind. Anja Karge, Assistentin der Geschäftsführung der Vermarktungsgesellschaft für Bio-Bauern in Pöttmes, spricht für kleine und mittelständische Unternehmer in Bayern, die mit familienfreundlicher Personalpolitik bestrebt sind, Fachkräfte in der Region zu halten: „Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ Das Unternehmen ist eines von neun Neumitgliedern, die sich dem Familienpakt angeschlossen haben. In der Feierstunde im Landratsamt begrüßte Markus Gruber, Ministerialdirektor im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, fünf familienfreundliche Unternehmen. In Vertretung von Bayerns neuer Familienministerin Kerstin Schreyer überreichte er neben einer Urkunde die Plakette, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestätigen, und betonte, dass die Firmen das nun nach außen sichtbar machen könnten.

Auf die Möglichkeiten, eine familienfreundliche Personalpolitik zu gestalten, ging Julia Gschrey von der Servicestelle Familienpakt ein. Sie stellte die Voraussetzungen und den Nutzen dar und betonte die Vorteile der kostenlosen Mitgliedschaft. Im Anschluss stellte Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg, mit Stefeanie Pöschel die Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg vor und deren Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege. Anja Karge aus Pöttmes sieht mit der Mitgliedschaft bessere Chancen, Fachkräfte zu finden. Sie hoffe, so einen höheren Bekanntheitsgrad der Familienfreundlichkeit ihres Unternehmens zu erreichen, das 25 Mitarbeiter beschäftige. Derzeit suche man händeringend einen Agraringenieur in leitender Stellung und eine Fakturakraft. Karge will mit der Familienpakt-Plakette nicht nur ein Zeichen nach außen setzen: „Unsere Mitgliedschaft soll die Beschäftigten auch intern in dem Bewusstsein bestärken, dass wir für sie da sind“.

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Auch Landrat Klaus Metzger ist mit dem Landratsamt dem Familienpakt beigetreten. Um ein hohes Maß an Arbeitsplatzzufriedenheit zu schaffen, biete seinen Angaben zufolge alleine das Landratsamt über 80 verschiedene Arbeitszeitmodelle an. Für Bernd Stammel, Technischer Leiter bei der Firma Käuferle Stahlbau in Aichach mit knapp 200 Beschäftigten, soll der Familienpakt „ein Ansporn für jeden Unternehmer sein, für seine Mitarbeiter was zu tun“. In seinem Betrieb setze man seit Jahren auf flexible Arbeitszeiten, interessante und immer wechselnde Arbeitsabläufe, Einzelarbeitsplätze und Werksdurchläufe. Die Zufriedenheit der Mitarbeiter sei ein wichtiger Aspekt bei der gemeinsam anzustrebenden guten Arbeitsqualität: „Wir setzen auf Sozialverträglichkeit und wollen dies mit unserer Mitgliedschaft auch zeigen.“ Kevin Kobras, Stellvertretender Betriebsleiter der Firma Real Gebäudereinigung in Ried, will mit seiner Mitgliedschaft ein Zeichen setzen. Für sein Familienunternehmen mit 85 Beschäftigten ist ein familienfreundliches Arbeitsklima unverzichtbar. Deshalb sei es schön, dies seiner Kundschaft mit dem Logo zeigen zu können. Für Kobras bedeutet das, nicht nur flexible Arbeitszeiten anzubieten, sondern in Notlagen auch mal einen zinslosen Kredit oder einen Firmenwagen zur Verfügung zu stellen.

Dass Unternehmen seit jeher ihre Erfahrungen mit familiengerechter Arbeitszeit gemacht haben, betont Umberto von Beck-Peccoz, Geschäftsführer der Brauerei Kühbach: „Wer als Unternehmer selbst kleine Kinder hat, gleichzeitig aber auf seine Ehefrau als Führungskraft nicht verzichten kann, wird auch für seine Beschäftigten familiengerechte Arbeitszeiten anbieten.“

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