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Aichach-Friedberg

18.03.2020

In Aichach-Friedberg gibt es deutlich weniger Einbrüche

Die Zahl der Einbrüche im Landkreis Aichach-Friedberg ist im vergangenen Jahr um 60 Prozent zurückgegangen, meldet die Polizei.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Die Polizei hat ihre Kriminalstatistik 2019 bekannt gegeben. Demnach sank die Gesamtzahl der Straftaten. Doch in manchen Bereichen nahmen sie deutlich zu.

Die gute Nachricht zuerst: Die Zahl der Straftaten im Wittelsbacher Land ist im Jahr 2019 zurückgegangen. 3176 Straftaten registrierte die Polizei. Das bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr um vier Prozent. In diese Werte sind auch Verstöße nach dem Aufenthalts- beziehungsweise Asylverfahrensgesetz eingerechnet, die im Zusammenhang mit der Zuwanderung stehen. Ohne sie bleiben 3021 Straftaten – so wenig wie in den vergangenen zehn Jahren nicht. Während die Straftaten insgesamt zurückgingen, zeigt der Blick auf die verschiedenen Arten von Delikten sehr unterschiedliche Trends.

Die Zahlen aus der Kriminalstatistik stellte das Polizeipräsidium Schwaben-Nord vor. Zu dessen Einsatzgebiet gehören die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Aichach-Friedberg, Augsburg, Dillingen und Donau-Ries.

Aichach-Friedberg: Bei Mord und Totschlag gingen Zahlen nach oben

Mord/Totschlag So berichtet die Polizei von sieben Fällen von Mord und Totschlag im Wittelsbacher Land. Wichtig zu wissen: Auch versuchter Mord und versuchter Totschlag zählen dazu. Im Vorjahr war es ein einziger Fall gewesen.

Im August 2019 kam ein Bewohner der Affinger Asylunterkunft gewaltsam ums Leben. Ein Mitbewohner ist wegen Mordes angeklagt.Die Verhandlung am Landgericht beginnt voraussichtlich Ende Mai.

Am Montag ging am Landgericht der Prozess gegen einen jungen Mann zu Ende, der im April mit einem Baseballschläger im Pöttmeser Ortsteil Wiesenbach seine Mutter und seine Oma fast totgeschlagen hatte. Beide Opfer überlebten schwerst verletzt. Wegen nicht ausschließbarer Schuldunfähigkeit wurde der Mann freigesprochen.Das Gericht ordnete eine dauerhafte Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Da es hier zwei Opfer gab, schlägt dieser Fall in der Statistik auch zweifach zu Buche.

Beinahe tödlich endete auch der Streit eines Paares in Mering im Januar.Nach damaligen Angaben der Polizei ging eine 61-Jährige mit einem Messer auf ihren 68-jährigen Lebensgefährten los und stach ihm mehrmals in den Bauch. Danach ging sie zu einer Nachbarin, berichtete von dem Vorfall und flüchtete. Die Nachbarin verständigte die Polizei. Die Beamten nahmen die 61-Jährige nach rund einer Stunde in der Nähe fest.

Drei weitere Opfer, die allesamt mit dem Leben davonkamen, flossen in die Statistik von 2019 ein, obwohl die Taten schon in den Jahren 2017 und 2018 geschahen. Einer dieser Fälle ereignete sich im August 2017 am Pendlerparkplatz an der Autobahn A8 bei Adelzhausen und sorgte für viel Aufsehen. Ein Unternehmer bot eine Waffe zum Verkauf an. Doch die Übergabe war ein Hinterhalt. Ein 19-Jähriger schoss mit einer Armbrust auf den Verkäufer, traf ihn aber nicht. Als die Männer am Boden kämpften, zog der Unternehmer eine Pistole und schoss dem Angreifer in den Kopf. Der Mann überlebte schwer verletzt. Der Verkäufer musste sich vor dem Landgericht verantworten. Es sprach ihn im Mai 2019 von jeglicher Schuld frei.

In Aichach-Friedberg gab es 2019 deutlich weniger Einbrüche

Einbrüche 2019 verzeichnete die Polizei 60 Prozent weniger Wohnungseinbrüche: 20 waren es im vergangenen Jahr, 49 im Jahr zuvor. In mehr als der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch – ein deutlich höherer Wert als in den Vorjahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 beispielsweise hatte es im Landkreis 104 Wohnungseinbrüche gegeben.

Sexualstraftaten Ihre Zahl stieg um 60 Prozent von 35 auf 56. Darin enthalten sind sieben Vergewaltigungen und ein sexueller Übergriff in besonders schwerem Fall; diese acht Taten wurden aufgeklärt. Auch neun Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern fallen unter diese Rubrik. Die Polizei konnte auch sie aufklären. Insgesamt liegt die Aufklärungsquote bei den Sexualdelikten bei 87,5 Prozent.

Polizei kann zwei Drittel der aktenkundigen Straftaten aufklären

Aufklärungsquote Zwei Drittel aller Straftaten im Landkreis konnte die Polizei aufklären. Mit 66,4 Prozent liegt der Wert hier etwas über dem des Vorjahres (65,3 Prozent).

Häufigkeit Im Verhältnis zur Zahl der Einwohner wurden landkreisweit besonders viele Straftaten in der Gemeinde Eurasburg begangen. Dahinter folgen Aichach, Friedberg und Dasing mit jeweils ähnlichen Werten. Anschließend reihen sich Kühbach und Rehling im Landkreisnorden sowie Mering, Kissing und Schmiechen im Landkreissüden ein. Insgesamt lag im Landkreis die sogenannte Kriminalitätsbelastung – die Zahl der pro 100.000 Einwohner bekannt gewordenen Straftaten – bei 2377. Das sind fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Bereinigt man diese Zahlen rechnerisch um ausländerrechtliche Verstöße, liegt die Kriminalitätsbelastung bei 2261 und damit um sieben Prozent niedriger als im Vorjahr.

Lesen Sie dazu den Kommentar Im Landkreis Aichach-Friedberg lässt es sich sicher leben

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