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Info-Veranstaltung

28.04.2016

Landwirte sind gegen die Osttangente

"Wir haben schon etwas getan, aber es braucht noch mehr", sagte Reinhard Herb, der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) bei der Infoveransaltung in Merching.
Bild: Foto: Brigitte Glas

Bauernverband warnt vor riesigem Flächenverbrauch und Enteignungen. Warum Kreisobmann Reinhard Herb als CSU-Kreisrat für die abgespeckte Variante stimmt

Aichach-Friedberg Etwas überrascht war Reinhard Herb, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV), vom mangelnden Interesse der Landwirte an der Infoveranstaltung über den Bundesverkehrswegeplan (BVWP). Nur gut 50 Zuhörer kamen und Herb sagte: „Ich habe mit wesentlich mehr gerechnet.“ Die da waren, hatten aber eine klare Meinung: Sie wollen keine autobahnähnliche Osttangente durch den Landkreis.

Dabei standen der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz, der Landtagsabgeordnete Peter Tomaschko, Landrat Klaus Metzger und sein Stellvertreter Manfred Losinger für ausführliche Informationen bereit. „Wir haben nicht die CSU eingeladen“, sagte Herb, „die Herren wollten kommen und erklären.“ Vertreter anderer Parteien wäre auch gerne gesehen „wenn sie auf mich zugekommen wären“, so Herb.

Er sprach sich gegen eine vier-spurige Straße aus. „Wir hier im Raum haben überhaupt kein Interesse an neuen Straßen.“ Aber Friedberg, Kissing und Mering St. Afra bräuchten Entlastungsstraßen, also müssten Lösungen gefunden werden. Er verteidigte die Zustimmung im Kreistag, die er und seine Kollegin, Kreisbäuerin Stefanie Koppold-Keis, gegeben haben. Im Beschluss stehe ausdrücklich, die Belange der Landwirtschaft müssten berücksichtigt werden. Die Bauern müssten die Kräfte bündeln: „Je mehr sich wehren, desto mehr Chancen haben wir, die vierspurige Straße zu verhindern.“ Überhaupt keine Straße gefiele ihm allerdings noch besser. Herb kritisierte die Ausgleichsflächenregelung: „Jeder Hektar Ackerland ist genauso viel wert wie Naturschutzfläche.

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Das Argument, die Bauern bräuchten nur nichts hergeben, ziehe nicht, da ein Großteil der Flächen gepachtet sei. In der Diskussion herrschte deshalb gereizte Stimmung. Landrat Metzger rief zur Sachlichkeit auf und stellte klar, dass er bereits Einspruch eingelegt habe, denn was im BVWP steht, sei nicht mit dem Kreistagsbeschluss vereinbar. „Das ist eine Möglichkeit, die keiner haben will, aber wir müssen alle Möglichkeiten offenhalten für die Zukunft.“

Hansjörg Durz erklärte, dass der Bund aus Bundessicht überregionale Lösungen bewertet, Ortsumfahrungen seien da nicht dabei. Diesbezüglich sagte er: „Wir müssen was tun, aber nicht so!“ Jeder könne Einspruch erheben, müsse aber Argumente liefern. „Ich bin dagegen“ reiche nicht. Peter Tomaschko würde „alles dafür tun, dass die Straße nicht vierspurig wird“.

Die Landwirte waren sich einig, dass die Flächenverschwendung so nicht weitergehen könne. Ob eine neue Straße entlastet oder noch mehr Verkehr anzieht, wurde diskutiert.

Der anwesende Bürgermeister von Oberottmarshausen, Gerhard Mößner prognostizierte für seine Gemeinde eine deutliche Mehrbelastung. „Es wird alles kaputt gemacht, egal ob mit zwei oder vier Spuren“, kam es aus dem Publikum. Die Landwirte befürchteten Enteignungen.

Einig sind sich bisher alle Gremien in der Ablehnung der vier Spuren. Herb rief im Namen des BBV auf, Einsprüche zu formulieren. Möglich ist dies noch bis zum 2. Mai per Post oder auf der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums. "Kommentar

Weitere Infos im Internet unter

www.bvwp2030.de und www.keine-osttangente.de

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