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Aichach-Friedberg

20.04.2019

Müll in der Natur: Wo es besonders schlimm ist

Wer mit offenen Augen durch den Landkreis geht und fährt, dem fällt auf, wie viel Müll an den Straßenrändern, auf Feldern und im Gebüsch liegt. So wie zum Beispiel am Rand der Augsburger Straße in Aichach (links oben) oder an vielen anderen Stellen rund um die Ortschaften.
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Wer mit offenen Augen durch den Landkreis geht und fährt, dem fällt auf, wie viel Müll an den Straßenrändern, auf Feldern und im Gebüsch liegt. So wie zum Beispiel am Rand der Augsburger Straße in Aichach (links oben) oder an vielen anderen Stellen rund um die Ortschaften.

Plus Bei Ramadamas sammeln Freiwillige im Landkreis gerade ein, was andere achtlos weggeworfen haben. Was die größten Probleme macht und wo es besonders schlimm ist.

Schnapsflaschen, Kippenschachteln, Kaffeebecher – erstaunlich, was sich an der Augsburger Straße zwischen dem Aichacher Ortsschild und der B300 alles finden lässt. Im Fahrtwind der vorbeirauschenden Autos winken benutzte Tempotücher und Plastiktüten von den Sträuchern. In den Büschen weiter hinten liegt ein alter Autoreifen. Benutzte Arbeitshandschuhe, Kassenzettel, Prospekte – alles verteilt sich am Straßenrand. Nimmt der Unrat in der Landschaft zu? Werfen die Menschen im Wittelsbacher Land immer mehr Müll einfach auf die Straße?

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Die Mitarbeiter im Bereich Abfallrecht im Landratsamt glauben das schon. Immer öfter beauftragen sie Entsorgungsfirmen mit der Beseitigung des Mülls. Es gehen auch mehr Meldungen über wilde Müllablagerungen ein als früher. Das könnte aber an der Meldefunktion der Müll-App liegen, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes. Generell laden die Menschen im Wittelsbacher Land viel Unrat im Wald, an Hecken oder auf Feldwegen ab oder werfen den Müll einfach aus dem Auto auf die Straße. Wer dabei erwischt wird, muss alles selbst wieder wegräumen oder die Entsorgung bezahlen. Außerdem droht ein Bußgeld.

Antje Körting aus Rehling-Oberach ärgert sich über die Müllsünder: „Es ist wirklich traurig, zu sehen, wie sorglos manche Mitmenschen mit unserer kostbaren Natur umgehen“, findet sie. Im Moment lässt sich das Ausmaß der Müllsünden gut beurteilen, weil der Schnee geschmolzen ist und das Straßengrün erst langsam wächst.

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Wer mit offenen Augen durch den Landkreis geht und fährt, dem fällt auf, wie viel Müll an den Straßenrändern, auf Feldern und im Gebüsch liegt. So wie zum Beispiel am Rand der Augsburger Straße in Aichach (links oben) oder an vielen anderen Stellen rund um die Ortschaften.

Müll und Unrat: Hier ist es im Wittelsbacher Land besonders schlimm

Besonders schlimm findet Körting die Situation entlang der Augsburger Straße zwischen dem Affinger Ortsteil Mühlhausen und dem Flughafen. Sie berichtet von leeren Fastfood-Verpackungen, Windeln und Glasflaschen, die hier die Straßengräben säumen. Manchmal wehe der Wind den Unrat auf die Felder. „Da liegen Plastiktüten und Folien, die so alt sind, dass sie zerbröseln, wenn man sie anfasst“, hat Antje Körting festgestellt.

Bei ihren Spaziergängen rund um Rehling sammelt sie regelmäßig etwas Müll ein. Zwischen den Ortsteilen Unterach und Oberach habe sie schon einmal zwei volle Säcke zusammengesucht. Auch andere Menschen räumen hier Müll weg, wie sie vor kurzem beobachtet hat. Doch es könnten mehr sein, wenn es nach ihr ginge. Selbst Möbel würden in der freien Natur entsorgt, berichtet sie.

Von kompletten Fenstern, die an einem Feldweg gefunden wurden, erzählt ein Mitarbeiter des Bauhofes in Pöttmes. Rein gefühlsmäßig nehme der Unrat in der Natur zu, sagt er. Immerhin sei die Situation an der Rudolf-Diesel-Straße in Pöttmes inzwischen etwas besser geworden. Die Mitarbeiter des Bauhofes fahren regelmäßig Bushaltestellen, Spielplätze und Wertstoffsammelstellen ab und räumen dort den Unrat weg. Das gilt auch für wild abgeladenen Müll in der freien Natur. Spezielle Geräte haben die Bauhofmitarbeiter dafür nicht.

So kämpft man in Sielenbach gegen Unrat

Hilfe bekommen sie aber alljährlich von vielen Vereinen, Einrichtungen und engagierten Leuten im gesamten Landkreis. Bei Ramadama-Aktionen machen sie sich einen Tag lang daran, all das wieder einzusammeln, was andere achtlos weggeworfen haben. Belohnt wird die Mühe meist mit einer kleinen Brotzeit.

Die Gartenfreunde Sielenbach nehmen dabei extra auch viele Kinder mit, um sie zu animieren, es später genauso zu machen. Regina Albrecht gehört zu den Sielenbacher Gartenfreunden, die den Unrat anderer aufsammeln. Sie erzählt, dass an die 40 Leute in diesem Frühjahr etwa drei bis vier volle Säcke Müll an den großen Sielenbacher Straßen nach Wollomoos, Laimering und Aichach gesammelt hätten. Vor allem an der Straße nach Laimering seien viele Fastfood-Verpackungen gefunden worden, erinnert sich Regina Albrecht. Überall lagen Zigarettenschachteln, leere Flaschen und Plastikbecher. Im vergangenen Jahr habe sogar eine Autobatterie in der Natur gelegen.

Für die Kreisstraßen sind die Mitarbeiter vom Kreisbauhof und von der Tiefbau-Abteilung im Landratsamt zuständig. Sie haben etwa 20 Kästen Glasflaschen bei ihrer Frühjahrsaktion eingesammelt, wie Wolfgang Müller vom Landratsamt berichtet. Es werde mehr Glas und Kunststoff gefunden als früher, dafür aber weniger Pappe und Papiermüll. Das Problem: Beim Mähen wird Plastik zerkleinert. Das ist sowohl für die Natur ungünstig, als auch für die Lebensdauer der Mäh-Maschinen. Deshalb sammelt der Kreisbauhof besonders oft Unrat ein und hat dadurch einen größeren Personalaufwand.

Laut Landratsamt liegt an befahrenen Straßen besonders viel Müll. Die Kreisstraße AIC 25 zwischen der A8-Auffahrt und dem Chippenham-Ring und die Kreisstraßen AIC 10 und 20 im Bereich der Dasinger Auffahrt zur Autobahn sind besonders belastet.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Wer wirft Müll auf die Straße und warum?

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