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Aichach-Friedberg

21.02.2020

München-Pendler würden in eine Schwebebahn an der A8 steigen

So oder so ähnlich könnte die Magnetschwebebahn zwischen Gersthofen und Pasing aussehen: Ein sogenannter TSB bei einer Testfahrt.
Bild: Firmengruppe Max Bögl

Plus Viele Menschen aus der Region sind laut einer Umfrage offen für neue Verkehrsmittel. Im Fokus steht die Trasse zwischen Gersthofen und Pasing.

Eine Magnetschwebebahn über dem Mittelstreifen der Autobahn A8 zwischen Gersthofen und dem Bahnhof im Münchner Stadtteil Pasing ist eine Zukunftsvision. Aber diese Idee elektrisiert sehr viele Pendler aus der Region. Wie das Milliardenprojekt aussehen könnte.

Wer in der Landeshauptstadt arbeitet und dorthin pendelt, kennt sich mit Staus aus. Viele Menschen würden liebend gerne in so ein innovatives Verkehrsmittel einsteigen und ihr Auto zu Hause oder an einem Parkplatz an einer Haltestelle im Wittelsbacher Land stehen lassen.

Die einmontierte Magnetschwebebahn auf dem Mittelstreifen der Autobahn ist eine Zukunftsvision. Aber auch die nächtliche Impression von der Autobahn A 8 wirkt schon surreal. Sie entstand nahe der Anschlussstelle Dasing.
Bild: Montage Boegl/Leichtle

Die Voraussetzung dafür : Es darf nicht viel länger dauern und nicht teurer sein. Dann ist so ein ÖPNV-Angebot für viele Menschen sehr attraktiv. Das zeigen die Ergebnisse einer Online-Befragung des Lehrstuhls für Verkehrstechnik der Universität der Bundeswehr München im vergangenen Jahr im Auftrag des Landkreises Dachau. Die wurden jetzt vorgestellt. Mit rund 3450 Teilnehmern – darunter 500 aus Aichach-Friedberg, 270 aus Stadt und Kreis Augsburg und 1800 aus dem Kreis Dachau – war die Beteiligung für eine Verkehrsstudie außergewöhnlich hoch. Mehr als die Hälfte aller Teilnehmer (55 Prozent männlich) arbeitet in München, und fast alle sind mehrmals die Woche oder sogar täglich mit dem Auto unterwegs.

A8-Pendler: Bei gleicher Fahrzeit würden 80 Prozent umsteigen

Untersucht wurde zum einen die Akzeptanz verschiedener Transportmittel und zum anderen das Potenzial für drei konkrete Trassen. Klare Favoriten sind aufgrund von Schnelligkeit und kontinuierlicher Beförderung Transportsystem Bögl (TSB) auf der A8 und eine Umlaufseilbahn von Dachau über Karlsfeld zu einer U-Bahn-Station im Münchner Norden.

Die Firma Max Bögl hat ein Konzept für eine Magnetschwebebahn entwickelt. Wie das ÖPNV-System aussehen könnte, zeigt ein Werbefilm des Unternehmens.
Video: Max Bögl Unternehmensgruppe

Für 1875 (rund 55 Prozent) aller Teilnehmer der Befragung hat die Autobahnparallele die höchste Relevanz der drei Trassenvorschläge. Und von diesen wären wiederum über 90 Prozent bereit, so eine Schwebebahn zu nutzen. Aus dieser Gruppe sind derzeit knapp 1025 Menschen nur mit dem Auto unterwegs und weitere 725 mit Auto und zusätzlich mit dem ÖPNV. Weiteres Ergebnis: Bei gleicher Fahrzeit würden über 80 Prozent der Befragten die Fahrt mit einer Magnetschwebebahn über der Autobahn gegenüber der mit dem Auto auf der A8 vorziehen.

Eine schnelle Verbindung nach München zwischen den bestehenden S-Bahn-Ästen S2 (Altomünster, Kreis Dachau) und S3 (Mammendorf, Kreis Fürstenfeldbruck) wird seit Jahrzehnten in den westlichen Umlandkreisen der Metropole gefordert. Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll jetzt ein Doppeldeckerbus auf der A8 zwischen Dasing nach Pasing starten (wir berichteten).

Studie: Zwischen Gersthofen und Pasing ist nur die Schwebebahn sinnvoll

Die von der Uni untersuchten innovativen Verkehrsmittel haben gemein, dass sie kaum Flächen verbrauchen, vollautomatisch und fahrerlos funktionieren und mit Strom betrieben werden. Für eine Verbindung zwischen Augsburg West/Gersthofen und dem Verkehrsknoten Pasing (Luftlinie: 53 Kilometer) ist nur ein Schienen- oder Schwebebahnsystem sinnvoll. Die Fahrzeit liegt bei etwa 45 Minuten. Zwölf Haltestellen mit Park-and-ride-Plätzen könnten vorrangig an den A-8-Auffahrten entstehen. In der Region wäre das in Augsburg West und Ost, Derching (Friedberg), Dasing, Adelzhausen, Odelzhausen, Sulzemoos und im Gewerbepark Gada (Bergkirchen).

Wie berichtet, lässt das Bundesverkehrsministerium den Einsatz von Magnetschwebebahnen im Nahverkehr untersuchen. Zum Einsatz kommen könnte die Technologie am Münchner Flughafen. Hürde sind unter anderem die Kosten: pro Kilometer Fahrweg zwischen 30 Millionen und 50 Millionen Euro. Das wären für die A-8-Trasse im Minimum schon mal 1,6 Milliarden Euro. Für eine massive Kostensteigerung würde dazu sorgen, dass der letzte Abschnitt zwischen Verdistraße und dem Bahnhof Pasing zum Teil untertunnelt werden müsste.

Wenn es um die Magnetschwebebahn entlang der A8 geht, kommt einem Edmund Stoiber in den Sinn. Da war ja mal was... hier aus aktuellem Anlass ein Mitschnitt seiner berühmten sogenannten "Transrapid-Rede"
Video: Testpicture/Youtube

Warum die Schwebebahn zwischen Gersthofen und München eine gute Idee ist - lesen Sie einen Kommentar von Christian Lichtenstern: Schwebebahn an der A8: Diese Idee lässt Pendler träumen

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