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Gemeinderat

17.11.2017

Neuer Mobilfunkmast in Todtenweis geplant

Die Telekom sucht in Todtenweis einen geeigneten Standort für einen Mobilfunkmast.
Bild: Patrick Seeger/dpa

Telekom bittet die Lechrain-Gemeinde um Mitwirkung bei der Standortsuche. Unternehmen spricht von einem privilegierten Vorhaben. Die Räte sind sauer.

Die Behördenfunk-Diskussion im Nachbarort Rehling hatten offenbar die Todtenweiser Gemeinderäte im Hinterkopf, als sie über den Standort einer neuen Mobilfunkantenne diskutierten. Die Deutsche Telekom Technik GmbH hatte am 20. Oktober über die Verwaltungsgemeinschaft Aindling die Gemeinde Todtenweis gebeten, doch „vom Mitwirkungsangebot bei der Standortsuche Gebrauch zu machen“. Für den Vertreter der Telekom, Erwin Walch, wäre es ein Vorteil für alle, wenn der Funkmast zentral liegen würde. „Die drei Antennen mit ihrem jeweiligen Abstrahlwinkel von 120 Grad könnten dann mit möglichst kleiner Leistung senden“, argumentierte der Mann von der Telekom. Viel entscheidender für ihn war jedoch die Tatsache, dass bei geringer Entfernung zum Sender auch jedes einzelne Handy mit geringerer Leistung abstrahlt. „Die Emission vom Handy ist wesentlich höher als die von der Basisstation, und wir haben das Gerät direkt am Ohr.“ Je weiter der Sender weg sei, desto stärker müsse jedes Handy abstrahlen. Und die neuesten Smartphones seien fast immer auf Empfang, egal ob ständig irgendwelche Apps ein Update brauchen, SMS- oder Whatsapp-Nachrichten reinkommen oder nur der Wetterbericht auf den neuesten Stand gebracht werde, erklärte Walch und lieferte ein weiteres technisches Detail: 1500 Mal pro Sekunde prüfe der Sender, damit er stets mit der geringstmöglichen Leistung abstrahle.

Außerdem habe die Bundesnetzagentur in Aindling und Todtenweis (am 1. Juli 2014) die Handystrahlung gemessen. Ergebnis: weit unter jedem Grenzwert. „Gibt es technische Unterschiede zum Behördenfunk? „Nur unwesentlich. Die Codierung und die Frequenz seien ein wenig anders“, antwortete Walch auf die Frage aus dem Gremium.

„Woher kommt die Intention der Telekom, hier einen Mast zu errichten? Der Empfang von D1 ist hier recht gut“, wollte Petra Wackerl wissen. Es gebe bestimmte Anzeichen dafür, dass die Kapazität knapp wird, argumentierte der Telekom-Mann und dann sei da noch der Vorlauf: „Wir brauchen ein Jahr bis eine Station geplant, genehmigt und gebaut ist.“ Walch stellte auf die entsprechende Frage hin auch klar: „Sollten sie seitens der Gemeinde keine Standortvorschläge machen, werden wir uns an Privatleute wenden“, sagte er und erklärte, dass es sich hierbei um ein privilegiertes Bauvorhaben handelt.

Richtig sauer war Manfred Schlecht: „Beim Breitbandausbau hat sich die Telekom nicht beteiligt. Jetzt beim Mobilfunk sind wir komischer Weise wieder interessant.“ Franz Färber plädierte für eine Verschiebung einer Entscheidung bis nach der Bürgerversammlung im Februar: „Die Leute sollten mit eingebunden werden in die Diskussion.“

Noch eine Information hatte Walch für die Entscheidungsträger: Es gebe die Möglichkeit, die Belastung durch Handystrahlung von unabhängigen Gutachtern messen zu lassen und zwar im Jetztzustand, dann mit Prognose, wie es mit neuer Antenne aussehen könnte und mit den tatsächlichen Werten nach deren Bau. Diese Messungen würden zu 90 Prozent bezuschusst. Eine Entscheidung in Sachen neuer D1-Antenne hatte Bürgermeister Carl seinen Räten bereits abgenommen: Todtenweis nimmt das Angebot zur Mitwirkung an. Mit den Gegenstimmen von Manfred Schlecht und Franz Färber beschloss der Rat, sich mit Alternativvorschlägen zu befassen und binnen 60 Tagen welche vorzulegen.

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