Newsticker

USA: Fünf Millionen gemeldete Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Platzwart, Fußballer und Speed-Junkie - so tickt Ralph Bergmeier

Aichach

09.07.2020

Platzwart, Fußballer und Speed-Junkie - so tickt Ralph Bergmeier

Als Skifahrer ist Ralph Bergmeier sehr erfolgreich.
Bild: Reinhold Rummel

Plus Skifahren, Kartsport und Fußball - der Aichacher Ralph Bergmeier hat schon viele Sportarten ausprobiert – mit Erfolg. Warum er mit 32 Jahren unersetzlich ist.

Greenkeeper würde man ihn bei einem Profiklub nennen. In Aichach zeigt man sich da bei der Wortwahl etwas bodenständiger. Darum ist Ralph Bergmeier ganz einfach als Platzwart tätig, nicht allein beim BC Aichach, sondern gelegentlich auch in Ecknach und Mauerbach. Der 32-Jährige arbeitet in einem Lokal in der Aichacher Innenstadt: „Ich bin dort die rechte Hand vom Chef. Und vor drei Jahren habe ich mich daneben noch selbstständig gemacht.“ Seither sorgt er dafür, dass die von ihm betreuten Fußballplätze den Erwartungen entsprechen.

In Zeiten, die von Corona geprägt sind, nimmt diese Tätigkeit weniger Einsatz in Anspruch als gewohnt. Dennoch taucht er auf der Anlage des BCA oft auf, auch auf dem Paarplatz, der ebenso zu seinem Aufgabenbereich gehört: „Es gibt immer was zu tun.“ Die Pflege des Rasens verrichtet er vergleichsweise professionell, dafür hat sich Bergmeier Geräte gekauft, die ein kleines Vermögen verschlungen haben. Einen Besander etwa, also ein Fahrzeug, mit dem man Sand fachgerecht in die Erde befördern kann. Den Rasen zu wässern, gehört zum Aufgabenbereich, sofern es nicht ausreichend regnet.

Volleyballer Thomas Wolf.
20 Bilder
Sportporträts: Die Sportskanonen 2020 in Bildern

Sportporträt: Der Aichacher hat schon fast alle Sportarten ausprobiert

Auch als Sportler hat Ralph Bergmeier schon vieles ausprobiert. Handball etwa oder Volleyball. Die Bandbreite ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass seine Mutter Sportlehrerin war. Dem Kartsport hatte er sich auch verschrieben, und das durchaus mit beachtlichen Erfolgen: „Leider habe ich es nicht zur deutschen Meisterschaft geschafft.“ Vor einigen Jahren hat er sich aus dieser Szene verabschiedet. „Motorsport ist generell ein teurer Sport“, lautet seine Begründung. Dafür Sponsoren zu finden, die nicht nur gelegentlich einen Geldschein aus der Schatulle holen, ist ein schwieriges Unterfangen.

Platzwart, Fußballer und Speed-Junkie - so tickt Ralph Bergmeier

In erster Linie aber kennt man Ralph Bergmeier in Fußballerkreisen. Seit einem Vierteljahrhundert kickt er im Trikot des BC Aichach. Lust, nach einem anderen Klub Ausschau zu halten, verspürte er in all den Jahren nicht – im Gegensatz zu vielen Sportkameraden. „Wir haben eine gute Jugendarbeit hier“, versichert der Aichacher, der sich in seiner Heimatstadt wohlfühlt. Die vielen Nachwuchskicker könnten eine gute Basis für Erfolge des BCA in den kommenden Jahren darstellen, sofern sie denn bereit sind, auch im Erwachsenenalter dem Ballspielclub die Treue zu halten.

Egal ob als Fußballer (links im Trikot des BC Aichach), als Platzwart (Mitte) oder als Skifahrer (rechts) – Ralph Bergmeier weiß, was er tut. Als Kartfahrer hätte er sogar beinahe an den deutschen Meisterschaften teilgenommen. Der Erfolg steht für den 32-Jährigen aber nicht unbedingt an erster Stelle.
Bild: Wilhelm Baudrexl

Für den Aichacher sind Titel nebensächlich

Bergmeier hat sich aus dem Team eins verabschiedet. Berufliche Gründe nennt der Defensivkicker dafür: „Wenn ich was mache, dann mache ich es g’scheit.“ Derzeit hat er nur einmal die Woche Zeit, um zu trainieren. Dass es mal einen Weg zurück in die Erste geben könnte, das will er aber nicht ausschließen. Bis auf Weiteres aber ist die unterste Spielklasse sein sportliches Zuhause, die B-Klasse Aichach/Neuburg. Gleichwohl zeigt der vielseitige Sportler, der sich beispielsweise auch im Tennis versucht hat, keinerlei Anzeichen von Resignation.

20 Leute gehören diesem Kader an, rund die Hälfte kommt zu den Übungseinheiten, sofern es Corona mal wieder gestattet. „Es ist schwierig, aus dem Nichts eine Mannschaft zu generieren“, erklärt der Routinier, der nun gewissermaßen Aufbauhilfe leistet, indem er den Trainer unterstützt. Höhen und Tiefen hat er in all den Jahren bei seinem Heimatverein erlebt: „Der Weg ist positiv.“ Schließlich schielt die Erste wieder in Richtung Bezirksliga.

„Die Titel sind nebensächlich“, meint Bergmeier, wenn die Rede auf seine Erfolge im Skisport kommt, die er als Mitglied des Skiclubs Aichach erreicht hat. „Das war mehr der Spaß für mich.“ Dennoch waren die Leistungen Bergmeiers auf zwei Brettern auch nicht zu verachten. 2019 holte sich der Aichacher sogar den Kreismeistertitel. In diesem Jahr fuhr er als Dritter immerhin auf das Podest. Auch bei den Stadtmeisterschaften ist der 32-Jährige stets vorne dabei. Künftig wird es diese Titelkämpfe allerdings nicht mehr geben, weil das Interesse merklich nachgelassen hat. „Das wäre schade, denn es war immer eine nette Veranstaltung. Aber es rentiert sich einfach nicht mehr, für 50 Leute so einen Aufwand zu betreiben.“ Bei der vorerst letzten städtischen Meisterschaft wurde Bergmeier übrigens Zweiter. Doch aktuell haben für den Aichacher die grünen Rasenflächen Vorrang vor den weißen Skipisten. Als Platzwart ist er dann vor allem im Sommer gefordert.

Bild: Johann Eibl

Sportporträt: Drei Fragen an Ralph Bergmeier

Wen würden Sie gerne einmal kennen lernen?

„Wen ich gerne kennen gelernt hätte, das waren meine Großväter. Das war altersbedingt leider nicht möglich, die waren vor meiner Geburt schon verstorben. Man hat mir später von ihnen erzählt.“

Mit welcher Sportart können Sie gar nichts anfangen?

„Boxen. Ich ziehe den Hut vor denen, aber das ist nicht meine Welt.“

Womit kann man Sie so richtig auf die Palme bringen?

„Es dauert sehr lange, bis man mich auf die Palme bringt. Etwa wenn man partout keine Regeln beachtet und mutwillig dagegen arbeitet. Das sind oft Kleinigkeiten, die in meinen Augen aber zu vermeiden wären.“

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren