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12.05.2015

Raibas legen ihr Warengeschäft zusammen

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Bei der Getreideernte „fließen“ die Körner vom Mähdrescher auf den Transportwagen, der die Ernte dann direkt ins Lagerhaus bringt.

Genossenschaften Bei zwei Versammlungen in Aindling und Rehling stimmen – bis auf ein Mitglied – alle Teilnehmer für Zusammenarbeit der beiden Banken beim Landhandel. Schon bis zur Ernte 2016 soll gemeinsames Bauprojekt stehen

Aindling/Rehling Jetzt sind die letzten Zweifel beseitigt. Die Raiffeisenbanken von Aindling und Rehling können in Motzenhofen (Gemeinde Hollenbach) ein gemeinsames Lagerhaus errichten und ihr landwirtschaftliches Warengeschäft zusammenlegen. Bei den gleichzeitigen Generalversammlungen am Montagabend in beiden Orten erklärten sich die erschienenen Mitglieder mit diesem Projekt einverstanden. In Aindling (252 Teilnehmer) war das Abstimmungsergebnis sogar einstimmig – in Rehling (240 Teilnehmer) gab es lediglich eine Gegenstimme. Noch in der Nacht wurde der Vertrag unter notarieller Aufsicht unterzeichnet. Die weiteren Schritte sollen in Kürze folgen. Schon zur Ernte 2016 soll das neue Lager genutzt werden.

Raiba Aindling Im Gasthaus Moosbräu erläuterte Vorstand Manfred Gerstner die Überlegungen, die dazu führten, dass das Warengeschäft mit Wirkung zum 1. Januar 2015 ausgelagert wird in eine Gesellschaft, die den Namen Raiffeisen-Agrar-Zentrum Lech-Paar GmbH & Co. KG tragen wird. Die Raiffeisenbanken von Aindling und Rehling werden jeweils mit 50 Prozent daran beteiligt sein. Der jährliche Umsatz wurde mit 20 Millionen Euro beziffert. Laut Gerstner sei nicht daran gedacht, auf diese Weise Personal einzusparen. Man wolle vielmehr mit einem Außendienstmitarbeiter einen zusätzlichen Service bieten für das Gebiet zwischen Langweid und Aichach. Gerstner fasste seine Aussagen so zusammen: „Wir wollen Grundlagen schaffen, um langfristig am Markt zu bestehen.“ Das Lose-Dünger-Lager in Aindling bleibt erhalten, investiert wird in eine Düngertankstelle, die Landwirte rund um die Uhr nutzen können. Das Lager in Echsheim wird mangels Nachfrage geschlossen. Die Verkehrsanbindung des 12000 Quadratmeter großen Grundstücks in Motzenhofen nannte Gerstner optimal, die Zufahrt kann über Sainbach (Gemeinde Inchenhofen) oder die Staatsstraße 2047 erfolgen. Außerdem besteht dort die Möglichkeit, in allen Bereichen zu erweitern. Es werden Palettenlager, Büro, ein überdachtes Freilager sowie Hochsilos für Getreidelager entstehen. Pro Stunde können Waren in einer Größenordnung von 150 Tonnen angenommen werden. Die Kostenschätzung für das gesamte Projekt: sechs Millionen Euro. Aufsichtsratsvorsitzender Georg Heinrich erklärte, dass dieses Gremium uneingeschränkt hinter dem Vorhaben stehe.

Raiba Rehling Auch bei der Generalversammlung der Genossenschaft Rehling war die Auslagerung des Warengeschäfts ein Schwerpunktthema, das von Vorstandsmitglied Christian Baumeister ausführlich erläutert wurde. Der Tagesordnungspunkt wurde vom Aichacher Notar Thomas Kilian begleitet. Vor der Abstimmung trug Vorstand Georg Gschossmann das Ausgliederungsgutachten des Genossenschaftsverbandes Bayern vor und die Mitglieder hatten ausreichend Gelegenheit, ihre Fragen zu diesem Projekt und Vorhaben loszuwerden, bevor man zur Abstimmung schritt. Für die Ausgliederung ist nach dem Genossenschaftsrecht eine Zustimmung einer Dreiviertelmehrheit der anwesenden Mitglieder erforderlich. Die Abstimmung der 240 stimmberechtigten Genossenschaftsmitglieder war dann eindeutig, es gab nur eine Gegenstimme und drei Enthaltungen.

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Baumeister erläuterte den Anwesenden noch einmal die wichtigsten Argumente dieser Veränderung auch mit der künftigen Ausrichtung dieses Warengeschäftes. Es gab schon länger Überlegungen, das Warengeschäft am Standort Hollenbach zu stärken, um die Kunden auch marktgerecht bedienen zu können, was aber aufgrund der baulichen Situation mitten in Hollenbach nicht möglich war. Auch die Raiffeisenbank Aindling hatte schon länger überlegt, sich im Warengeschäft neu aufzustellen und möchte auf alle Fälle im landwirtschaftlichen Warenhandel weiter aktiv bleiben, um die Bindung zu den Landwirten zu erhalten. In Aindling stellte sich vor geraumer Zeit schon die Frage nach einem Neubau, mit oder ohne Partner. Auf dieser Basis seien gemeinsame Gespräche entstanden, wie die Stärken beider Banken gezielt gebündelt werden können.

Die Stärken in Rehling liegen im Getreide-, Dünger- und Pflanzenschutzbereich, während Aindling stark aufgestellt ist im Handel mit Heizöl, Diesel und Schmierstoffen. Neben dem neuen Lagerhaus Motzenhofen soll das bestehende Lager in Rehling-Oberach künftig die gesamte Region beim landwirtschaftlichen Warengeschäft abdecken. Ausdrücklich betont wurde bei der Versammlung, dass die Zusammenlegung nichts mit dem Bankengeschäft zu tun habe. Beide Raibas blieben absolut selbstständig.

Rehling bringt in die gemeinsame Firma einen Umsatz von zwölf Millionen Euro und den Standort Oberach ein. Die eingebrachten Wirtschaftsgüter entsprechen einem Wert von 5,4 Millionen Euro. Aindling bringt neben sieben Millionen Euro Umsatz noch eine Million Euro an Wirtschaftsgütern mit ein. Die Differenz zum Rehlinger Gesamtbetrag in Höhe von 4,4 Millionen Euro erbringt Aindling als Geldeinlage. Die steht für den Neubau zur Verfügung.

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