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Aichach-Friedberg

11.12.2020

So geht es Gastronomen im Wittelsbacher Land im zweiten Lockdown

Stefan Fuß vom Goldenen Stern in Friedberg-Rohrbach hat Menü-Boxen für Firmen entwickelt, die diese an ihre Mitarbeiter verteilen können.
Bild: Goldener Stern

Plus Die Corona-Pandemie hat verheerende Auswirkungen auf die Gastronomie. Wirte aus dem Kreis Aichach-Friedberg erzählen, wie sie den zweiten Lockdown überstehen.

Laut dem Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat die Corona-Pandemie verheerende Auswirkungen auf das Gastgewerbe. Auch im Kreis Aichach-Friedberg verzeichnen Lokale nie dagewesene Umsatzeinbrüche. Das Weihnachtsgeschäft fällt aus, die staatlichen Hilfen fließen noch nicht. Mit Weihnachtsmenü und Bratwurst-Drive-In versuchen die Wirte, ihre Kunden zu halten.

Aichach-Friedberg: Geschäft im zweiten Lockdown schlechter

Das italienische Gasthaus Ristorante Da Vinci in Pöttmes hat bereits im ersten Lockdown Essen zum Abholen oder Liefern angeboten. Wirt Vincenzo Alberti, genannt Vinci, erzählt, der erste Lockdown sei sehr gut gelaufen. "Wir mussten keine Kurzarbeit anmelden und hatten fast dieselben Einnahmen wie davor", sagt Alberti. Im zweiten Lockdown seien die Einnahmen dagegen um 40 Prozent gesunken. Alberti freut sich allerdings weiterhin über die Unterstützung seiner Gäste. "Ich danke meinen Kunden, dass ich weiter meine Leute beschäftigen kann", sagt Alberti. Er vermutet, dass viele Menschen selbst in Kurzarbeit sind und sich nicht so oft leisten können, Essen zu bestellen.

Auch beim Gambrinuskeller in Friedberg läuft das Geschäft im zweiten Lockdown viel schlechter als beim ersten. „Ich kann es mir gar nicht erklären, meine aber, dass viele Leute aufgrund des kalten Wetters jetzt lieber zu Hause bleiben und selbst kochen“, sagt der Inhaber Andrea Massoud.

Enten sind beim Tavernwirt in Sulzbach (Aichach) beliebt

Christiane Hodes vom Tavernwirt im Aichacher Stadtteil Sulzbach dagegen erzählt, bei ihnen laufe das To-go-Geschäft auch im zweiten Lockdown gut. "Man musste sich halt drauf einstellen, dass es kalt ist", sagt sie. Statt die Speisen durch das Fenster abzugeben, können die Gäste jetzt in das Lokal kommen. Damit nicht zu viele Kunden auf einmal warten, geben sie die Speisen im Fünf-Minuten-Takt raus.

Für die Zeit des Lockdowns haben sich die Wirtsleute spezielle Aktionen überlegt. Der Burgerabend kam laut Hodes gut an und die ganze Ente zum Vorbestellen sei im Tavernwirt "der Renner". Hodes denkt, das liege daran, dass sich Leute selten selbst Ente braten. "Bisher sind unsere Weihnachtsbestellungen fast nur Enten", erzählt sie. Für die Feiertage bietet das Lokal eine kleine Karte an, aus der die Gäste im Vorhinein etwas bestellen können.

Bratwurst-Drive-In beim Goldenen Stern Rohrbach

Auch beim Goldenen Stern in Rohrbach wurde der To-go-Betrieb im zweiten Lockdown sofort wieder aufgenommen. "Zudem haben wir einen kleinen Markt aufgebaut, wo man sich etwas mitnehmen kann. Das läuft sehr gut. Auch Gutscheine und Geschenkkisten werden viel nachgefragt“, sagt der Wirt Stefan Fuß. Für die Weihnachtszeit hat sich der Goldene Stern etwas Besonderes ausgedacht.

An den Adventssonntagen gibt es von 16 bis 20 Uhr einen Bratwurst-Drive-In, wo man sich eine Halb-Meter-Wurst oder eine roh gegrillte Schweinsbratwurst eingepackt mit dem Auto abholen kann. "Und wir haben Menü-Boxen für Firmen entwickelt, die sie an die Mitarbeiter verteilen können“, so Fuß weiter. An den Weihnachtsfeiertagen wird es "Entenboxen“ geben, die man bereits am 23. Dezember abholen und zu Hause fertigstellen kann.

Goldener Stern Rohrbach: Geld vom Staat reicht nicht

"Unsere Ziele haben wir so angepasst, dass wir unser Team halten können. Die kleine Spritze vom Staat ist aber bei Weitem nicht so umfangreich, wie es in den Medien dargestellt wird, und reicht nicht aus, um alle Kosten zu decken“, erklärt der Rohrbacher Wirt. Für ihn war absehbar, dass die Lokale auch im Dezember geschlossen bleiben. Interessant für die Gastronomie werde der Januar.

Wer sein Lieblingslokal unterstützen möchte, sollte Gutscheine verschenken, bittet Dehoga Bayern. Online läuft diese Aktion unter https://www.lokalhelden.bayern.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Unsere Gaststätten sind es wert, sie im Existenzkampf zu unterstützen

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