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Kreispolitik

12.02.2015

Sporthalle bewegt Vereine und Kreisräte

Die Dimensionen und die Kosten der geplanten Realschulsporthalle in Bergen sorgen für Diskussionen und Bewegung – auch ohne Sport.

Freie Wähler scheitern mit Antrag für Funktionalausschreibung für Bauprojekt an Realschule Bergen. Ob möglicher Bürgerentscheid Zeitplan über den Haufen wirft, bleibt offen

Zu teuer ist sie so ziemlich allen, einigen ist sie zudem auch noch zu klein. Die geplante Halle an der Realschule in Bergen (Affing) soll ja irgendwann mal für sportliche Bewegung sorgen. Jetzt ist sie schon mal für kommunalpolitische Bewegung gut – sogar mehr als manchem lieb ist. Wie gestern berichtet, planen die Sportvereine DJK Gebenhofen-Anwalting und TSV Mühlhausen ein Bürgerbegehren. Sie wollen so doch noch eine wettkampftaugliche Ballsporthalle durchsetzen. Im Bauausschuss des Kreistags ging es gestern Nachmittag auch um das umstrittene Projekt. Die Freien Wähler beantragten eine Funktionalausschreibung, um die Kosten zu senken – und scheiterten in der Abstimmung (5:8).

Ob ein Bürgerentscheid in Affing überhaupt noch Einfluss auf die Zweifachhalle haben kann, blieb gestern im Blauen Palais völlig offen. Das müsse geprüft werden, so Landrat Klaus Metzger in der Sitzung. Das Ergebnis eines Bürgerentscheids ist grundsätzlich bindend solange eine Kommune (Gemeinde, Kreis) noch keine rechtlichen Verpflichtungen eingegangen ist. Den Auftrag für eine Vorplanung hat der Landkreis aber bereits an ein Büro vergeben. Im Mai soll dem Ausschuss ein Vorentwurf vorliegen und 2016 mit dem Bau begonnen werden. Ein Bürgerentscheid würden den Zeitplan über den Haufen werfen. Die Affiger Vereine wollen so einen Beschluss des Gemeinderats im Dezember kippen.

Bauherr der neuen Halle ist zwar der Kreis als Sachaufwandsträger der Realschule. Laut einer Vereinbarung teilen sich Kreis und Kommune aber die Kosten für die Sporthalle, die nicht nur von den Schülern, sondern auch von örtlichen Vereinen genutzt werden kann. Der Landkreis übernimmt allerdings nur den Kostenanteil für eine „normale“ Zweifach-Schulsporthalle. Für alle weiteren „Extras“ muss Affing bezahlen. Der Gemeinderat entschied sich mit dem denkbar knappen Ergebnis von 10:10-Stimmen für die Normal-Variante. Laut Kostenschätzung macht das 1,6 Millionen Euro. In einer größeren Ballsporthalle wären Handball, Basketball, Hockey oder Fußball auch unter Wettkampfbedingungen möglich. Dafür müssten die Affinger laut grober Überschlagsrechnung der Bauverwaltung des Landkreises rund 800000 Euro mehr auf den Tisch legen. Aus Sicht der beiden Vereine gut angelegtes Geld.

Die Freien Wähler im Kreistag sehen dagegen generell zu viel Geld im Feuer. Mit dem Antrag für eine Funktionalausschreibung und der Vergabe des Bauauftrags an einen Generalunternehmer lief die Fraktion bei der Bauverwaltung aber keine offenen Türen ein. Abteilungsleiterin Sonja Nemetz zeigte sich nicht überzeugt, außerdem komme der Antrag zu spät. Das Verfahren laufe ja schon. FW-Fraktionschef Helmut Lenz wollte sich den Vorstoß „nicht madig machen“ lassen. In Dortmund sei so eine Dreifachhalle im Niedrigenergiestandard für 2,7 Millionen Euro gebaut worden und in Bergen würden die Gesamtkosten für eine Zweifachhalle auf rund sechs Millionen Euro taxiert. Auch Martin Echter (Unabhängige) konnte sich, wie Hans-Dieter Kandler, Roland Fuchs (beide SPD) und Josef Schwegler (CSU), eine Funktionalausschreibung vorstellen. Der Sielenbacher Bürgermeister favorisiert aber vor allem eine Massivbeton-Bauweise. Damit ließen sich allein bei der Gebäudehülle 1,5 Millionen einsparen. Ein Angebot liege ihm dazu vor. Dieser Vorschlag werde von der Bauverwaltung geprüft, sagte Landrat Metzger zu.

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