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Bürgerversammlung

11.11.2018

Um die Kühbacher Kläranlage brodelt es weiter

Die neue Kühbacher Kläranlage (hier ein Archivbild der bestehenden Anlage) sorgte bei der Kühbacher Bürgerversammlung ein weiteres Mal für Diskussionsstoff.
Bild: Archivfoto: Gerlinde Drexler

In Kühbach machen Werner Böhm und ein Mitstreiter dem Bürgermeister Vorwürfe. Es geht um Kosten und Leichtsinn. Die übrigen Besucher sprechen Anderes an.

Einmal mehr ging es bei der Bürgerversammlung in Kühbach am Donnerstag vor allem um ein Thema: den Neubau der Kläranlage. Markus Neukäufer warf Bürgermeister Johann Lotterschmid unter anderem vor, dass er die Kosten überziehe. Werner Böhm forderte ihn sogar auf, „aus dem Amt zu gehen“. Die Reaktion der rund 75 Zuhörer war eindeutig.

Eine ganze Reihe von Vorwürfen listete Neukäufer auf. Sie reichten vom Überziehen der Kosten, Verschweigen von Kosten bis hin zu dem Vorwurf, dass der Kühbacher Anteil der Einwohnergleichwerte an der Kläranlage nicht ausreichen würde. Neukäufers Vorhalt: „Sie können keine Bauplätze ausweisen und Gewerbegebiete erschließen, wenn die Kläranlage nicht passt.“ Zur Erinnerung: Die neue Kläranlage Paartal hat eine Ausbaugröße von knapp 10000 Einwohnergleichwerten. 55 Prozent davon entfallen auf den Markt Kühbach und 45 auf Inchenhofen. „Gehen Sie davon aus, dass die Kläranlage von Fachleuten genau berechnet worden ist“, sagte Lotterschmid.

Auf „weit über acht Millionen Euro“ kommt laut Neukäufers Rechnung die neue Kläranlage. Lotterschmid würde die Kosten für die Druckleitung verschweigen und auch der Abriss der alten Kläranlage würde weitere Kosten verursachen, hielt er dem Bürgermeister vor. Auch nach Lotterschmids Erklärung, wie der Rückbau geplant und dass er in den Kosten enthalten sei, gab Neukäufer keine Ruhe.

Lotterschmid: „Das ist alles Schnee von gestern“

„Das ist doch alles Schnee von gestern und alles vom Gemeinderat beschlossen“, meinte der Bürgermeister schließlich und weigerte sich, noch weiter mit Neukäufer zu diskutieren. Worauf der ihm vorwarf: „Jedes Mal, wenn ein Thema unangenehm wird, brechen Sie die Diskussion ab.“ Was einige Zuhörer dazu veranlasste, ein „Jetzt langt’s“ in Richtung Neukäufer zu rufen.

Wie die Kosten für die neue Kläranlage auf die Bürger umgelegt werden, ist im Gemeinderat noch nicht beschlossen. Anfang des Jahres 2019, voraussichtlich im März, werde der Gemeinderat darüber abstimmen, teilte der Bürgermeister mit. Er favorisiere die Lösung, die Kläranlage über Ergänzungsbeiträge abzurechnen und die Sanierung des Kanalsystems über Gebühren.

Werner Böhm, der Initiator der beiden abgelehnten Bürgerbegehren gegen den Neubau der Kläranlage, warf dem Bürgermeister Leichtsinn vor. Als Beweis verteilte er Fotos vom – inzwischen durch eine Stahlkonstruktion ersetzten – hölzernen Steg über die Paar bei Haslangkreit. Obwohl Lotterschmid von dem schlechten Zustand des Stegs gewusst habe, habe er jahrelang nichts dagegen unternommen, warf Werner Böhm ihm vor. „So viel Leichtsinn – das soll dich dein Amt kosten“, sagte Böhm und forderte den Bürgermeister auf, „aus dem Amt zu gehen“. Eine Forderung, die unter den Zuhörern Gelächter auslöste. Lotterschmid, der bereits angekündigt hat, nach Ablauf dieser Amtsperiode nicht mehr als Bürgermeister zu kandidieren, antwortete: „Am 1. Mai 2020 bin ich nicht mehr im Dienst.“ Auf seine Frage, ob Böhm dann zufrieden sei, bekam er keine Antwort.

Termine Die nächsten Bürgerversammlungen sind in der Schlosswirtschaft in Haslangkreit am Donnerstag, 15. November, und im Schützenheim Unterbernbach, am Donnerstag, 22. November, jeweils um 19.30 Uhr.

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