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Aichach-Friedberg

31.01.2019

Unterschiedliche Meinungen zum Volksbegehren "Rettet die Bienen"

Das Thema Bienen- und Insektensterben bewegt die Menschen. Am Donnerstag startet das Volksbegehren. Symbolbild
Bild: Thorsten Jordan

Die Imker hoffen auf mehr Blüten für Bienen, der Bauernverband wehrt sich gegen Bevormundung. In einem sind sich beide Seiten aber einig

Mit dem Rückgang der Insekten wird den heimischen Vögeln die Nahrungsgrundlage entzogen. Das „Volksbegehren für Artenvielfalt“ will dagegen steuern. Mit ihm soll ein neues Naturschutzgesetz in Bayern auf den Weg gebracht. Ab heute können sich Bürger dafür eintragen. Während zum Beispiel die Imker voll dahinter stehen, lehnt es der Bayerische Bauernverband (BBV) ab.

Die Insekten und Bienen zu retten, sei auch das Ziel der Landwirte, betont BBV-Kreisobmann Reinhard Herb. Trotzdem wird er nicht für das Volksbegehren unterschreiben, weil er es für den „absolut falschen Ansatz“ hält. „Wir Bauern machen schon jetzt viel freiwillig“, sagt Herb. Für ein Drittel der Flächen hätten sich die Landwirte freiwillig zu Naturschutzauflagen verpflichtet. Mit dem Volksbegehren würden die Bauern noch mehr kontrolliert und sanktioniert, befürchtet er. „Ich bin für Freiwilligkeit und nicht für das Genehmigungsrecht“, sagt der Kreisobmann.


Reinhard Herb wird nicht unterschreiben

Als Beispiel nennt Herb Zahlen: 1990 gab es in Deutschland 30 Millionen Schweine und genauso viele Autos. Heute ist die Zahl der Schweine auf 26 Millionen gesunken, die Anzahl der Autos auf 46 Millionen gestiegen. Herb ärgert sich: „Aber trotzdem sind die Bauern schuld am Feinstaub und der Nitratbelastung.“ Mit der Unterschrift im Rathaus würden die Bürger ihr Gewissen beruhigen, findet Herb. Er plädiert dafür, in der Gesellschaft ein Bewusstsein zu schaffen, dass „jeder etwas tun kann und muss“. Der Landwirt aus Sielenbach betont: „Wir Bauern alleine schaffen das nicht.“ Die Landwirte würden alles tun, was möglich sei. „Wir wollen aber definitiv nicht, dass uns der Gesetzgeber vorschreibt, wann wir unsere Wiesen mähen dürfen, und beim anderen Teil der Gesellschaft wird gar nichts umgesetzt“, betont er.

Auch in den Augen von Thomas Ruisinger handelt es sich „ein bisschen um ein gesellschaftliches Problem“. Der Vorsitzende des Imkervereins Pöttmes sagt: „Wenn man ökologische Landwirtschaft fordert, sollte die Gesellschaft auch danach leben.“ Ruisinger findet, dass sich der eine oder andere überlegen müsse, wie er seinen Beitrag zur Artenvielfalt leisten kann. Auch im Privatgarten würden Spritzmittel verwendet werden, sagt Ruisinger. Und ein Steingarten aus Granit sei für Insekten wenig förderlich.

Auch im Ecknachtal gibt es Probleme

Den Schwerpunkt des Volksbegehrens sieht der Imker sehr auf die Insektenvielfalt ausgerichtet: „Das ist die Nahrungsgrundlage unserer Vögel.“ Ihm ist aufgefallen, dass er kaum noch Schwalben sieht. Als Imker hofft Ruisinger, dass Blühstreifen und eine ökologischere Bewirtschaftung von Flächen den Honigbienen zugutekommt: „Wir erhoffen uns ein Blütenangebot während des ganzen Sommers.“ Dann müssten die Imker erst im September zufüttern und nicht, wie heute schon Ende Juli, Anfang August.

Hildegard Wessel engagiert sich seit Jahren für die Natur. Sie ist die Koordinatorin des Projektes Ecknachtal. Den Untertitel des Volksbegehrens – Retten die Bienen – findet sie ein bisschen plakativ. Andererseits seien Bienen Sympathieträger: „Jeder weiß, was es bedeutet, wenn es keine Bienen mehr gibt.“ Wessel glaubt, dass den Menschen immer mehr bewusst werde, wie viel verschwunden sei, „da kommt das Volksbegehren gerade richtig.“ Wie schwierig es ist, die Artenvielfalt zu erhalten, erlebt sie im Ecknachtal. Trotz der vielen im Laufe der Jahre umgesetzten Maßnahmen hat sie das Gefühl, nur den Abstieg vermieden zu haben. „Manches hat sich verbessert, aber wir haben auch Verluste“, sagt Wessel. Woran es liegt, dass es im Ecknachtal nicht blüht und schwirrt, weiß sie nicht. Ihr Trost ist: „Wir haben nicht dieselbe Verarmung, wie sie anderswo ist.“


Wo Bürger für Bienen unterschreiben können

Wenn am Donnerstag in Friedberg getrommelt wird und menschengroße Bienen durch die Stadt laufen, gehört das nicht zum Fasching. Um 16 Uhr starten die Unterstützer des Volksbegehrens „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ mit einer Aktion vor St. Jakob die Eintragungsfrist. Diese läuft von Donnerstagmorgen bis einschließlich Mittwoch, 13. Februar. Unterschreiben eine Million Bürger, wäre die Staatsregierung verpflichtet zu handeln.

Die ÖDP hat das Volksbegehren in die Wege geleitet, dessen Kernforderungen sind: Hecken, Bäume und kleine Gewässer sollen in der Landwirtschaft erhalten bleiben, blühende Randstreifen sollen an allen Bächen und Gräben geschaffen werden, einzelne, lokale Lebensräume sollen zu Biotopverbünden ausgebaut werden, der Pestizideinsatz soll deutlich sinken. Derzeit gibt es laut ÖDP etwa zehn Prozent ökologisch bewirtschaftete Fläche, 2030 sollen es 30 Prozent sein. Unterstützt wird das Anliegen im Landkreis außerdem von den Grünen Aichach-Friedberg, Parteifreien Bürgern Friedberg, SPD Friedberg, Freien Wählern Aichach, dem Arbeitskreis bäuerliche Landwirtschaft, Landesbund für Vogelschutz, Bund Naturschutz, Imker-Kreisverband, Bündnis Nachhaltiges Mering, Bündnis Nachhaltiges Friedberg und der Alternative Konzepte für Mobilität (AKO). Bürger können sich in ihren Gemeindeverwaltungen oder bei der zuständigen Verwaltungsgemeinschaft eintragen. Dazu ist ein Ausweis nötig. Einige Kommunen haben besondere Einschreibestellen eingerichtet oder öffnen zu besonderen Zeiten. Ein Überblick über die Gemeinden im Landkreis-Norden.

Adelzhausen Gemeinde Adelzhausen, Dienstag, 5. und 12. Februar, jeweils 14 bis 18 Uhr, und zu allen Eintragungszeiten in der VG Dasing.

Affing Gemeindeverwaltung Affing, Zimmer 02. Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Montag bis Mittwoch 13 bis 16 Uhr, Donnerstag, 31. Januar, 13 bis 18 Uhr, Samstag, 2. Februar, 10 bis 12 Uhr, Donnerstag, 7. Februar, 13 bis 20 Uhr.

Aichach Stadt Aichach, Einwohnermeldeamt (für Aichach und alle Stadtteile), Zimmer 003, 004, 006 und 007, Montag bis Freitag 8 bis 12.30 Uhr, Montag bis Mittwoch 13 bis 16 Uhr, Donnerstag, 31. Januar, 13 bis 18 Uhr, Donnerstag, 7. Februar, 13 bis 20 Uhr, Samstag, 9. Februar, 10 bis 12 Uhr.

Aichach Spital, Montag, 4. Februar, 15 bis 15.15 Uhr, Seniorenheim AWO, Dienstag, 5. Februar 15 bis 15.15 Uhr, Krankenhaus, Dienstag, 12. Februar, 15 bis 15.30 Uhr.

Aichach-Gallenbach Gemeinschaftshaus, Montag, 4. Februar 17.30 bis 18.15 Uhr.

Aichach-Ecknach Volksschule, Montag, 4. Februar, 17.30 bis 18.15 Uhr.

Aichach-Unterschneitbach Kindergarten, Montag, 4. Februar, 18.30 bis 19.15 Uhr.

Aichach-Walchshofen Martinshaus, Dienstag, 5. Februar, 17.30 bis 18.15 Uhr (nicht barrierefrei)

Aichach-Unterwittelsbach Gemeinschaftshaus, Dienstag, 5. Februar, 18.30 bis 19.15 Uhr.

Aichach-Oberbernbach Pfarrsaal, Dienstag, 5. Februar, 18.30 bis 19.15 Uhr (nicht barrierefrei).

Aichach-Oberschneitbach Jugendheim, Mittwoch, 6. Februar, 17.30 bis 18.15 Uhr (nicht barrierefrei).

Aichach-Oberwittelsbach Feuerwehrhaus, Mittwoch, 6. Februar, 17.30 bis 18.15 Uhr.

Aichach-Sulzbach Feuerwehrhaus, Mittwoch, 6. Februar, 18.30 bis 19.15 Uhr (nicht barrierefrei).

Aichach-Ober-/Untermauerbach Sportheim SGM, Montag, 11. Februar, 17.30 bis 18.15 Uhr.

Aichach-Klingen Bürgerhaus, Montag, 11. Februar, 18.30 bis 19.15 Uhr.

Aichach-Edenried Gemeinschaftshaus, Dienstag, 12. Februar, 17.30 bis 18.15 Uhr (nicht barrierefrei).

Aichach-Griesbeckerzell Kindergarten, Dienstag, 12. Februar, 18.30 bis 19.15 Uhr (nicht barrierefrei).

Aindling Verwaltungsgemeinschaft (VG) Aindling, Zimmer 005 und 006, Montag bis Mittwoch 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr, Freitag, 8 bis 12 Uhr, Donnerstag, 31. Januar, 8 bis 12 und 13 bis 18 Uhr, Donnerstag, 7. Februar, 8 bis 12 und 13 bis 20 Uhr, Samstag, 2. und 9. Februar, jeweils 10 bis 12 Uhr.

Baar Bürgerbüro, Dienstag, 5. Februar, 16 bis 19 Uhr und zu allen Eintragungszeiten in der VG Pöttmes.

Dasing VG Dasing, Einwohnermeldeamt, Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Montag bis Mittwoch 13 bis 16 Uhr, Donnerstag, 31. Januar 13 bis 18 Uhr, Donnerstag, 7. Februar 13 bis 20 Uhr, Samstag, 9. Februar, 10 bis 12 Uhr.

Hollenbach Gemeinde, Einwohnermeldeamt, Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Montag bis Mittwoch 13 bis 16 Uhr, Donnerstag, 31. Januar, 13 bis 20 Uhr, Donnerstag, 7. Februar, 13 bis 18 Uhr, Samstag, 9. Februar 10 bis 12 Uhr.

Inchenhofen Rathaus, Zimmer 04, Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Montag, Dienstag, Donnerstag 13 bis 16 Uhr, Sonntag, 3. Februar, 10 bis 12 Uhr, Mittwoch, 13. Februar, 13 bis 18 Uhr, Mittwoch, 6. Februar, 13 bis 20 Uhr (nicht barrierefrei).

Kühbach Rathaus, Montag bis Freitag 8 bis 12 Uhr, Montag und Dienstag, 13 bis 17 Uhr, Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Donnerstag, 7. Februar, 13 bis 20 Uhr, Sonntag, 10. Februar, 10 bis 12 Uhr.

Obergriesbach Gemeinde, Montag 4. und 11. Februar, jeweils 14 bis 18 Uhr, und zu allen Eintragungszeiten in der VG Dasing.

Pöttmes Rathaus, Bürgerbüro, Montag bis Freitag 7.30 bis 12 Uhr, Dienstag 13 bis 17 Uhr, Donnerstag 13 bis 18 Uhr, Donnerstag, 7. Februar, 18 bis 20 Uhr, Sonntag, 10. Februar, 10 bis 12 Uhr.

Petersdorf In der VG Aindling

Rehling Rathaus, Zimmer E02, Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, Montag bis Mittwoch 13 bis 16 Uhr, Donnerstag, 31. Januar, 13 bis 20 Uhr, Donnerstag, 7. Februar 13 bis 18 Uhr, Sonntag, 3. Februar, 9.30 bis 11.30 Uhr.

Schiltberg Gemeindekanzlei, Dienstag 8 bis 12 und 15.30 bis 18.30 Uhr, Donnerstag 8 bis 12 Uhr, Dienstag, 5. Februar 19 bis 20 Uhr, Samstag, 9. Februar, 10 bis 12 Uhr (nicht barrierefrei).

Sielenbach Rathaus, Montag, 4. und 11. Februar, jeweils 14 bis 18 Uhr, und zu allen Eintragungszeiten in der VG Dasing.

Todtenweis In der Verwaltungsgemeinschaft Aindling (drx, kru)

Lesen Sie dazu den Kommentar: "Insektensterben: Jeder hat es in der Hand"

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