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Stadtrat

26.01.2019

Verwaltungsgebäude Aichach: Tiefgarage statt Archiv

Die Alternative mit einem Schrägdach, das nach Westen und Norden abfällt, kommt wegen der nötigen Photovoltaikanlage nicht in Betracht.
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Die Alternative mit einem Schrägdach, das nach Westen und Norden abfällt, kommt wegen der nötigen Photovoltaikanlage nicht in Betracht.

Stadtrat entscheidet sich für Stellplätze. Ein zweites Untergeschoss wird aus finanziellen und technischen Gründen verworfen

Die Aichacher Stadtverwaltung braucht dringend mehr Platz. Die weiterentwickelte Planung für den Erweiterungsbau stellten im Aichacher Stadtrat am Donnerstagabend Helmut Baumann vom Bauamt und vom Büro Schrammel Architekten in Augsburg Hans Schrammel und Günter Bauer vor.

Wie berichtet, ist ein viergeschossiges Gebäude geplant. Zur Grundstücksgrenze nach Norden hin wird es wegen der nötigen Abstandsflächen nur zweigeschossig gebaut. „Das bestehende Gebäude ist sehr dominant“, sagte Hans Schrammel. Den Neubau zu entwerfen, sei deshalb eine Herausforderung. Weil jeder Baustil seine Zeit habe, sei er nicht im Stil angeblichen worden. Zu der geschlossenen haben die Architekten eine gläserne, offene Fassade gesellt. Die Glasfassade wird von Sichtbeton durchbrochen. Sie besteht aus einer Dreifachverglasung mit Jalousiefeldern, hinter denen Fenster geöffnet werden können. Im Inneren sind die Wände alle 2,50 Meter versetzbar.

Verbunden werden die beiden Gebäude durch einen zweigeschossigen gläsernen Bau, der auch den zentralen Haupteingang für beide Gebäude bilden soll – zugänglich sowohl vom Eichenhain her als auch von der Martinstraße. Verbindungsgänge gibt es demnach im Erdgeschoss und im ersten Stock. Im zweiten und dritten Obergeschoss liegt der Sitzungssaal.

Für das Dach hatte Architekt Stefan Schrammel im Juli zwei Varianten vorgestellt: ein Flachdach, wie es auch in der künftigen Bebauung auf dem Nachbargrundstück vorgesehen ist, und ein sogenanntes Schrägdach, das nach Norden und nach Westen hin abfällt. Dieses hätte auch den SPD-Stadträtinnen Ursula Schindler und Brigitte Neumaier an dieser Stelle besser gefallen. „Das ist eine sehr exponierte Lage, deshalb sollte das Gebäude nicht nur funktional sein“, fand Neumaier. Es sei auch eine Repräsentation der Stadt Aichach. Architekt Hans Schrammel fand beide Lösungen gleichwertig.

Wie Helmut Baumann vom Bauamt nun erläuterte, fällt die Schrägdach-Alternative aber weg. Der Grund: Entgegen der ursprünglichen Pläne kann der Erweiterungsbau nicht über das Biomasseheizkraftwerk versorgt werden: der Leitungsquerschnitt ist zu klein. Beheizt wird es ebenso wie das bestehende Verwaltungsgebäude über eine Gaszentralheizung. Nach der Energieeinsparverordnung muss aber ein gewisser Teil des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien stammen. Deshalb soll auf dem Neubau eine Photovoltaikanlage montiert werden. Auf dem Schrägdach mit Nord- und Westausrichtung wäre das aber nicht möglich.

Eine weitere Entscheidung, die der Stadtrat treffen musste, betrag den Keller: Soll er für eine Tiefgarage oder für ein Archiv genutzt werden? Die Option beides – in zwei Untergeschossen – zu realisieren, wurde angesichts der Kosten – rund 776000 Euro – sogleich verworfen. Wie Baumann erläuterte, würde der untere Keller mit dem Archiv im Grundwasser stehen. Es müsste ein hoher Aufwand betrieben werden, damit sich innen kein Kondenswasser niederschlägt. Das – eine – Kellergeschoss als Archiv zu nutzen, wäre zwar um rund 250000 Euro günstiger gekommen.

Dennoch war die Mehrheit im Stadtrat für die Tiefgarage mit Zufahrt von der bestehenden Tiefgarage aus. Für das Archiv zeichne sich eine andere Lösung ab, war zu hören. Und da man b ei anderen Bauherrn auch auf die Einhaltung der Stellplatzsatzung dringe, solle man mit gutem Beispiel vorangehen, sagte zum Beispiel Helmut Beck (CSU). So sah das auch Karl-Heinz Schindler (SPD). Auch Georg Robert Jung (FWG) war der Ansicht: „Die Stellplätze brauchen wir ganz dringend.“ Für ein Besucher-WC, das im Juli 2018 noch im Keller vorgesehen war, haben die Architekten nun eine andere Lösung gefunden. Es wird im Erdgeschoss untergebracht. Für Behinderte soll es eine eigene Toilette geben, die von außen rund um die Uhr mit einem sogenannten Euro-Schlüssel zugänglich ist. Eine Lösung, die sowohl Kristina Kolb-Djoka (SPD) als auch Helmut Langer (CSU) ausdrücklich begrüßten. Langer regte zusätzlich an, das Behinderten-WC sollte zusätzlich eine höhenverstellbare Liege bekommen für Erwachsene, die gewickelt werden müssten. „Die müssen das meist auf dem Boden tun“, stellte er fest.

Noch keine Entscheidung hat der Stadtrat über den Altbau getroffen. Fest steht: Auch dort wird man wegen der Verbindung der Gebäude aktiv werden müssen. Ein neues Brandschutzkonzept muss erstellt werden. Für einen umfassenden Innenumbau und Instandsetzung lautet die Kostenschätzung auf rund 2,7 Millionen Euro. Auch für einen reduzierten Umbau werden rund 2,1 Millionen Euro veranschlagt. Das Brandschutzkonzept muss neu aufgestellt und eventuell das bestehende Treppenhaus dem angepasst werden. Die Elektrotechnik ist laut Baumann komplett zu überarbeiten, die Sanitärinstallation teilweise. Für den Sonnenschutz aus dem Jahr 1986 seien keine Ersatzteile mehr zu bekommen, die Bodenbeläge stammen aus der gleichen Zeit.

Nicht nur Georg Robert Jung hoffte angesichts dieses Betrags auf Einsparmöglichkeiten. Eine hatten die Stadträte sogleich ausgemacht: Der Architektenentwurf sieht vor, am Bestandsgebäude vor, eine Gebäudeecke zum Eingang hin abzuschrägen. Die Mehrheit der Stadträte fand das optisch ansprechend, angesichts der Kosten aber verzichtbar. "Seite 1

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