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Baubudget

02.12.2016

Wittelsbacher Baumeister

Das neue Aichacher Krankenhaus – das größte aktuelle Bauprojekt des Landkreises. Insgesamt hat das Wittelsbacher Land noch nie so viel in Gebäude und Straßen investiert wie derzeit. Im nächsten Jahr beläuft sich das Gesamt-Baubudget auf über 32 Millionen Euro.
Bild: Erich Echter

Noch nie in seiner Geschichte hat der Kreis Aichach-Friedberg so viel Geld in Gebäude investiert wie derzeit. Das liegt vor allem an zwei Großprojekten.

Der Bau boomt und das Wittelsbacher Land ist selbst der größte Baumeister. Noch nie in der bald 45-jährigen Geschichte von Aichach-Friedberg hat der Landkreis so viel Geld in Gebäude und Straßen investiert wie derzeit. Im vergangenen Jahr waren es rund 27 Millionen Euro. In diesem Jahr werden voraussichtlich genausoviele Millionen verbaut und im nächsten Jahr geht das Baubudget noch einmal um fünf auf dann 32 Millionen Euro hoch. Das Programm des Landkreises wurde jetzt in einer gemeinsamen Sitzung von Kreis- und Bauausschuss vorgestellt und einstimmig genehmigt.

Die Rekordbeträge in diesen drei Jahren haben eigentlich nichts zu tun mit den historisch niedrigen Zinsen, die die Baukonjunktur derzeit antreiben. Eigentlich sollen Staat und Kommunen ja antizyklisch handeln und wenig investieren, wenn es in der Wirtschaft gut läuft. Dagegen sollen sie, wenn irgend möglich, mehr Geld in die Hand nehmen, wenn die Baukonjunktur stottert. Die enormen Investitionen des Landkreises hängen vor allem zusammen mit der zeitlichen Überschneidung von zwei Großprojekten für Bildung und Gesundheit. In Mering ist das dritte Kreisgymnasium aus dem Boden gewachsen. Derzeit laufen die Bauarbeiten für die gemeinsame Mensa von Gymnasium und der benachbarten Realschule. Dazu kommen weitere Schul-Baustellen. Vor allem die neue Zweifach-Sporthalle für die Realschule in Bergen. Dort ist auch eine Mittagsbetreuung integriert. Der Kreis baut die Halle gemeinsam mit der Kommune Affing.

Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro

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Auch die teure Generalsanierung des Friedberger Gymnasiums und der dazugehörigen Turnhalle schlägt sich im Haushalt des nächsten Jahres nieder. Zweiter Bau-Schwerpunkt: In Aichach entsteht derzeit eine hochmoderne Klinik. Mit einem Gesamtvolumen von rund 50 Millionen Euro ist der Ersatzbau das größte Einzelprojekt in der Geschichte des Landkreises. Da die Kliniken an der Paar ein Eigenbetrieb des Landkreises sind, wird der Krankenhausbau in einem eigenen Etat finanziert. Im Jahr 2017 geht es mit rund 17 Millionen Euro so richtig in die Vollen.

Im Investitionsprogramm des Landkreises sind 2017 für den Hochbau rund 13,6 Millionen Euro angesetzt. Dagegen nähern sich die Ausgaben für die Kreisstraßen mit 1,7 Millionen Euro einem Tiefstwert im Vergleich zu den Ausgaben in früheren Jahren. Für das Kreisstraßennetz (rund 200 Kilometer) wurden 2008 noch 7,6 Millionen Euro ausgegeben. Mittlerweile ist ein Großteil der Baustellen abgearbeitet und das Netz in einem guten Zustand. Mit Ausnahmen: Ein „Dauerbrenner“ wie der Ausbau der Straße von Ottmaring nach Kissing, der schon seit Jahrzehnten diskutiert und immer wieder geschoben wird, steht immer noch in der Warteschleife – im Programm steht jetzt ein Baubeginn im Jahr 2018. Im vergangenen Jahr stand da 2017. Neu dazu gekommen ist dagegen eine Verlängerung des Radwegs an der AIC 2 von Höfarten (Schiltberg) bis zur Landkreisgrenze mit Dachau. Der Lückenschluss von 1,5 Kilometer soll rund 400000 Euro kosten. Dann wäre der Weg von Aichach bis in den Nachbarkreis durchgängig befahrbar. Der Bauausschuss hat dem Projekt zugestimmt.

Straßenbau ist großes Thema

Seit dem Jahr 2000 hat der Landkreis insgesamt rund 70 Millionen Euro für den Straßenbau ausgegeben. Rechnet man 2017 mit ein, kommt ein Schnitt von rund vier Millionen Euro im Jahr heraus. Zum Vergleich: In den Schulbau investiert das Wittelsbacher Land im gleichen Zeitraum 125 Millionen Euro – sieben Millionen im Schnitt. Dafür nehmen mit Bund und Land derzeit viel Geld der öffentlichen Hand für zwei große Tiefbau-Infrastrukturprojekte in der Region Aichach in die Hand: Der autobahnähnliche Ausbau der Bundesstraße B300 zwischen Aichach und Dasing kostet rund 20 Millionen Euro. Die Bahnunterführung der Staatsstraße im Stadtteil Oberbernbach schlägt mit zwölf Millionen Euro zu Buche.

Eine neue Großbaustelle, die weder mit Bildung noch mit Gesundheit zu tun, hat, steht sozusagen vor der Tür: Das Aichacher Landratsamt. Im Blauen Palais herrscht seit Jahren akute Raumnot, die sich weiter verschärft hat – ein beträchtlicher Teil der Belegschaft arbeitet in Außenstellen. Eine Machbarkeitsstudie für eine Erweiterung steht schon mal im Investitionsplan.

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